Kapitel 119

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Nachdem er ihnen von seiner ersten Begegnung mit einem Dämon berichtet hatte schüttete sich Stefan erneut einen Cognac in sein Glas.

„Und wie viele Dämonen hast du schon bekämpft?“, erkundigte sich Lucas. „Jonas hat nämlich schon so einige....aua!“

Jonas hatte seinen Bruder leicht getreten. Er wollte diesem Stefan nicht zu viel über sich berichten. 

Doch dieser lachte.„Du kannst es ruhig sagen! Lass mich einmal raten, es waren vielleicht, außer Max und Moritz, zwei oder so. Nicht allzu viele.“

Jonas schwieg. Das es insgesamt 12 Dämonenstatuen gewesen waren gegen die er bislang gekämpft und gewonnen hatte behielt er für sich.

„Ich habe ungefähr 40 von den Dingern erledigt,“ stellt Stefan zufrieden fest. Und ob ihr es glaubt oder nicht, die ersten 15 habe ich noch ohne Bezahlung getötet!“

Lucas wurde es immer unbehaglicher zumute. Saß er tatsächlich gerade mit einem professionellen Dämonenjäger und seinem Bruder, der auch in diese Kategorie fiel, da und sprach über das Töten von Dämonen? So als würden sie über Fußball oder den Job sprechen?

Dazu kam noch der Umstand dass er Stefan von Sekunde zu Sekunde weniger mochte und dieses schien auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Es war offensichtlich dass dieser ihn als etwas Überflüssiges und Lästiges ansah. Und der Blick den Stefan Jonas zuwarf gefiel ihm auch nicht sonderlich.

„Und was hat deine Meinung dann geändert? Warum hast du anschließend, nach der Sache in deiner Heimat, überhaupt damit weiter gemacht! Außerdem, 40 Dämonen? Ich wusste nicht dass sie SO zahlreich sind....,“ sagte Jonas und wurde blass. Das Ausmaß des Ganzen war wohl doch noch größer als selbst er vermutet hatte.

„Sie sind sehr zahlreich! Aber darüber könnte ich jetzt mindestens vier Bücher schreiben. Über verschiedene Dämonenarten. Und ihre Eigenheiten. Einiges hatte der liebe Hexer Meier schon in seinen Büchern stehen. Aber eigentlich hatte ich tatsächlich vor nie wieder einem Dämon über den Weg zu laufen. Aber ich weiß nicht ob es eine Art Naturgesetz ist. Wenn man einmal einen getötet hat dann trifft man sie immer wieder. Man wird sie nicht mehr los!“, sagte Stefan und sah Lucas belustigt an. 

„Also solltest du dich nicht zu sehr über deine Heldentat freuen! Und deine kleine Spielkameradin auch nicht! Denn jetzt habt ihr sie am Hals!“

Stefan schien diese Tatsache witzig zu finden während Jonas seinen Bruder besorgt ansah.

„Allerdings meine ich das man sie nicht mehr los wird auch im übertragenen Sinne. Denn es gibt eigentlich immer Folgeschäden!“, fuhr Stefan fort und dieses Mal verschwand der belustigte Ausdruck auf seinem Gesicht.

„Was für Folgeschäden? Dann bist du wohl auch einer, oder?“, fragte Lucas aber Stefan reagierte nicht auf diese kleine Provokation.

„Mit Folgeschäden meine ich solche Dinge wie Alpträume. Und man beginnt an seinem Verstand zu zweifeln.Eigentlich rechnet niemand ernsthaft damit einmal einem Dämon zu begegnen. So was kennt man aus Horrorfilmen oder alten Märchen. Vielleicht eine der weniger guten Nebenerscheinungen des Zeitalters der Aufklärung. Damals hörte man auf an Sachen zu glauben die man nicht erklären konnte. Für alles wurde etwas Rationales gefunden. Und dazu gehören Dämonen nun einmal nicht unbedingt. Auch Geister, Vampire und dergleichen fallen übrigens in diese Kategorie!“, suchte Stefan nach Erklärungen. „Oder habt ihr schon mal gehört dass die Helden aus den alten Märchen die gegen Ungeheuer kämpften hinterher zum Psychiater mussten? Nein, die heiraten ihre Prinzessin und werden König oder so was in der Art.“

„Also ist es nicht so dass man immer wieder Statuen begegnet, oder?“ hackte Jonas nach. 

Ihm fielen Ingo, Sebastian, Julia, Dennis und Britta ein. Auch an Sabrina, dem Mädchen aus Lucas Klasse, dachte er. Und was war mit Gerrit? Er war sogar in der Lage zu  spüren ob eine Statue normal oder dämonisch war. Und wenn jemand Grund zu Folgeschäden und Alpträumen hatte dann war das ganz sicher Gerrit.

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!