*Psst* Notice anything different? 👀 Find out more about Wattpad's new look!

Learn More

Kapitel 154

67 7 0

Jonas saß in Stefans Wohnzimmer und sah diesen schweigend an. Sicher, im großen und ganzen wusste er was mit ihm geschehen war. Das hatte er zuvor bereits gewusst. Aber es gab doch noch andere Fragen. Schließlich rang er sich zu einer durch die ihn beschäftigte.

„Was ist mit meiner Seele? Die ist auch zum Teil dämonisch, ich weiß. Aber was genau bedeutet das nun. Bleibt das für immer so? Was ist wenn ich mal sterbe?“

Stefan lachte tatsächlich und Jonas sah ihn wütend an. Er fand seine Sorgen alles andere als lustig aber Stefan winkte ab.

„Ach, mit dem Unsinn beschäftigst du dich also? Da ist es wirklich ein Jammer dass du nur so wenig Energie abbekommen hast. Dann würde dich das nämlich nicht mehr kümmern. Ich mache mir deswegen überhaupt keine Sorgen. Weiß ich denn ob es überhaupt ein Leben nach dem Tod gibt? Ich bin noch nie einem Geist begegnet und die Dämonen sind ja auch wieder etwas vollkommen anderes.“

„Sicherlich. Aber wenn es einen Himmel und eine Hölle oder so was gibt....“, sagte Jonas leise und Stefan schüttelte den Kopf. 

„Du machst dir Sorgen ob du jetzt in die Hölle kommst? Das ist wirklich Blödsinn. Mach dir darum keine Gedanken. Natürlich kannst du dir deswegen Sorgen machen und die die nächsten 70 Jahre damit versauen um dann festzustellen dass mit dem großen Finale alles vorbei ist. Vielleicht wird man ja auch wieder geboren...“

„Ich glaube das ist mir schon mal passiert,“ gab Jonas zu. „Ich habe ein paar Erinnerungen an ein anderes Leben. Und damals habe ich schon mal gegen einen Dämon gekämpft. Gegen einen der in meiner Stadt sein Unwesen getrieben hat. Der stand über einer Kirchentür und hat über Jahrhunderte hinweg Leute getötet. Im Mittelalter bekam jemand namens Simon ein Schwert, angeblich stammte das von einem Engel.....“

Jonas berichtete Stefan von Simons Kampf gegen die Statue die an der St. Andreas Kirche ihr Unwesen getrieben hatte. Dann erzählte er ihm auch den Rest, von seinem Muttermal und von dem zerbrochenen Schwert. Er stellte überrascht fest dass Stefan ihn sogar ausreden ließ und keine spöttischen Kommentare von sich gab.

Als er geendet hatte war Stefan blass geworden. „Du sprichst tatsächlich von dieser Statue über der St. Andreas Kirche? Diesen Ritter mit den Hörnern? Den hast DU besiegt? Das kann ich kaum glauben!“

„Doch, es ist aber so. Der ist nun besiegt aber mein Schwert ist zerbrochen nachdem ich mich verändert habe......“, antwortete Jonas und Stefan schüttelte den Kopf. „Das klingt gar nicht gut...“

„Ist es auch nicht. Ich habe jetzt zwar ein neues Schwert aber es ist trotzdem irgendwie nicht dasselbe. Und ich frage mich die ganze Zeit schon warum es zerbrochen ist. Bin ich nicht mehr gut genug? Lag es daran dass die Statue zerstört ist und das Schwert nicht mehr gebraucht wird? Oder was ist der Grund? Ich und auch ein paar meiner Freunde haben schon darüber nach gegrübelt aber wirklich erklären kann es sich niemand!“, stellte Jonas fest.

„Dazu kann ich dir auch nicht allzu viel sagen. Aber was diesen Dämon angeht....ich hatte mal erwähnt dass ich vor ein paar Jahren da war? Ich stand vor dieser Kirche und dachte mir, da könnte ich mir was dazu verdienen. Ich hatte von dieser alten Legende gehört, dass man dort früher oft Tote fand, rot leuchtende Augen und so weiter. Ich fragte in einem Cafè eine ältere Frau danach. Die war sehr einsam und sehr redselig und erzählte mir ein paar Geschichten aus ihrer Kindheit vor dem Krieg. Sie sagte dass sie selbst es ja nie gesehen habe aber eine Freundin sei irgendwann tot aufgefunden worden nachdem sie behauptet hatte die Statue würde sich bewegen und ihre Augen würden rot leuchten,“ berichtete Stefan von einem früheren Besuch in Jonas Heimatstadt.

„Und du wolltest dich darum kümmern, gegen Geld natürlich,“ sagte Jonas. „Hättest du es mal getan, dann würden Katja, eine ehemaliger Schulkameradin von mir und mein alter Religionslehrer noch leben.“

„Wollte ich ja,“ sagte Stefan mit einem Anflug von Ungeduld. „Eigentlich wäre es fast wie immer abgelaufen. Ich hätte schon irgend jemanden gefunden der bereit gewesen wäre zu zahlen. Vielleicht der Pfarrer oder irgend ein alter Mensch der sein Leben lang gespart hat und in der Nähe der Kirche wohnt. Solche Leute haben manchmal einen sehr dicken Sparstrumpf. Aber dieses mal war es anders!“

„Was war anders? Keinen gefunden der gezahlt hat?“, unterbrach Jonas Stefan. 

Dieser schüttelte den Kopf. „Nein, das war es nicht. Ich habe gar nicht erst gefragt ob jemand zahlen will. Ich habe gemacht dass ich so schnell wie möglich aus der Stadt verschwinde. Diese Statue war anders als die anderen....“

„Anders als die anderen? Das verstehe ich jetzt aber nicht wirklich! Sicherlich, der Kampf war nicht einfach und es war teilweise recht knapp. Allerdings war es auch das erste Mal für mich. Aber ich habe schon gegen schlimmere Dämonen gekämpft, auf einem Friedhof in München beispielsweise....“, sagte Jonas aber Stefan winkte ab. 

„Das kann schon sein. Aber dieser Dämon war anders als die anderen. Ich kann es nicht genau erklären. Ich bin also zu dieser Kirche gegangen und es war später Nachmittag. Ich wollte mir mal ein genaues Bild von der Sache machen, unvorbereitet sollte man ja auch nicht in einen solchen Kampf gehen. Auch ein schwacher Dämon kann mal einen guten Tag haben und du hast einen schlechten. Aber dann stand ich vor dieser Statue und......ich habe es nur noch mit der Angst zu tun bekommen. Ich wollte mit einem Mal nur noch weg da und ich habe gemacht dass ich fort komme. Diesen Dämon hätte ich nicht besiegen können, das wusste ich ganz genau. Du konntest es vielleicht auch nur weil du der Auserwählte warst. Dieser Dämon war wahrscheinlich für dich und dein Schwert bestimmt und für niemanden sonst. Daher wohl auch das ganze Theater mit der Suche nach jemandem mit deinem Muttermal.“

„Das habe ich mir auch schon gedacht. Schließlich hat es wohl zu allen Zeiten Leute wie dich oder Elisa gegeben. Solche die durch die Gegend zogen und Dämonen töteten. Ich habe mich schon gefragt warum nicht so jemand diesen Dämon erledigt hat. Aber du hattest wirklich Angst vor ihm? Das wundert mich nun doch. Stefan der Dämonenjäger, selbst zum Teil ein Dämon und absolut skrupellos hat Angst vor einer Statue mit der ein Anfänger fertig wird? Diese ganze Sache mit dem Auserwählten mal hin oder her....!“, stellte Jonas ein paar Überlegungen an da er sich einen vor Angst zitternden Stefan nicht wirklich vorstellen konnte.

Stefan funkelte Jonas böse an. Es fiel ihm nicht leicht zuzugeben dass er die Flucht ergriffen hatte

„Ja, ich hatte Angst vor dem Ding. Normalerweise sind die Dämonen gegen die ich kämpfe für mich einfach nur Statuen und erst wenn die Augen leuchten oder sie sich bewegen sehe ich was Sache ist. Aber bei dieser ist es anders gewesen. Ob es nun an meinen stärkeren Sinnen lag oder was auch immer, ich konnte es genau fühlen. Von dem Ding ging irgend etwas aus das einfach absolut böse und anders war. Ich habe da meine Vermutung woran es lag. Manche Menschen sind da auch sensibler als andere und spüren so etwas. Selbst die die noch nie einen Dämon gesehen haben und nicht an so was glauben gehen schneller an ihnen vorbei.“

„Das stimmt. Ich kannte die Geschichten als Kind nicht. Auch meine Klassenkameraden kannten sie nicht aber die meisten von uns sind, bewusst oder unbewusst, immer durch einen anderen Eingang in der Kirche gegangen. Keiner wollte der Statue zu nahe kommen. Irgendwie hat man es wohl gemerkt.....“, sagte Jonas nachdenklich.

Auch sein Vater hatte sich bei seinem Erlebnis in seiner Kindheit sehr unwohl in der Nähe des Dämons gefühlt auch wenn dieser ihn nicht angegriffen hat.

„Max und Moritz hingegen waren richtig beliebt und sogar die Kindergartenkinder mochten die beiden bei Tage und hat Stefan sich nicht mal über dieses hobbit-artige Wesen im Park lustig gemacht? Damals als er noch studiert hat? Man fühlt es nicht bei allen Statuen. Aber sie sind da ja auch unterschiedlich.“

„Dein Freund Gerrit kann Dämonen erkennen. Gut für ihn dass er diese Statue nicht zu sehen bekam, wahrscheinlich wäre er vor Panik vor ein Auto gelaufen, er hätte dir vielleicht sagen können was an dieser anders war,“ sagte Stefan.

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!