Kapitel 16

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Am Morgen nach dem Klassentreffen stand der neue Schuldirektor Friedrich Engelmann auf dem Schulhof vor seinen Statuen und sah sie dankbar an.

„Wieder einmal habt ihr mir treue Dienste erwiesen. Dieser junge Mann war betrunken, außerdem war er auf dem besten Wege, zu einer gescheiterten Existens zu werden. Niemals hätte er es in seinem Leben zu etwas gebracht. Aber künftig werdet ihr euch auf die Opfer beschränken, die ich euch zuweisen werde und ich möchte auch nicht mehr, dass sie alle auf diesem Schulhof gefunden werden! Das ist viel zu gefährlich.“

Ja, es war in der Tat gefährlich, wenn zu viele Tote in der Nähe derer gefunden worden, die für Gerechtigkeit und eine gerechte Strafe gesorgt hatten.

Die Polizei hatte einige unangenehme Fragen gestellt, jedoch Friedrich Engelmann hatte bereits eine Erfahrung von über 4 Jahrhunderten, was den Umgang mit überarbeiteten Gesetzeshütern anging und er hatte die fleißigen Männer beruhigen können.

Trotzdem durften sich solche Vorfälle nicht häufen und künftig würde man die Opfer nicht mehr nur auf dem Schulhof vorfinden, sondern seine Diener würden sie an anderen Orten bestrafen.

„Niemand wird euch wahrnehmen, wenn ihr das nicht wollt, ihr wisst, wie ihr euch in den Schatten verbergen könnt spät in der Nacht!“, sagte der Direktor zu den drei Dämonenstatuen und ein zorniger, fast schon hasserfüllter Blick fiel auf die Statue des knienden Jungen, der seine gerechte Strafe bereits vor Jahrhunderten erhalten hatte. 

„Hier auf dieser Schule gibt es so viele verkommene Menschen, die so sind wie du! Auch Diebe, so wie du einer warst, gibt es hier.Mein Amtsvorgänger, der viel zu weichherzig war, hat mir berichtet, dass erst vor kurzem einer Schülerin eine beträchtliche Summe Geld gestohlen worden ist und andere Schüler sind notorische Unruhestifter. Aber ab jetzt wird niemand mehr seiner gerechten Strafe entkommen!“

Doch es gab etwas, das dem Direktor Sorgen bereitete. 

Vor etwas mehr als zwei Monaten, er hatte gerade seinen Vertrag für die neue Stelle an der Schule unterschrieben, war es zu einem beunruhigenden Vorfall gekommen.

Seit Jahrhunderten hatte eine Dämonenstatue über der St. Andreas Schule getrohnt, jedoch dann war sie eines Morgens zerstört aufgefunden worden.

„Es gibt hier in dieser Stadt jemanden, der in der Lage ist, Dämonen eurer Art zu bekämpfen! Wir sollten diesen Menschen nicht unterschätzen und falls wir erfahren, wer er ist, dann werden wir das tun, was nötig ist!“, sagte Direktor Engelmann.

„Niemand wird mich davon abhalten, zumindestens an dieser Schule für Gerechtigkeit zu sorgen!“

Den hiesigen Lehrkräften, die glücklicherweise nichts von dem Vorfall in der Nacht mitbekommen hatten, würde er nichts darüber berichten. 

Schließlich wollte er diese fleißigen Menschen, die sich tagtäglich mit möglichen späteren Verbrechern herum schlugen nicht unnötig beunruhigen!

Dann stahl sich ein Lächeln auf sein Gesicht. Er hatte es verhindern können, dass Informationen an die breite Öffentlichkeit weiter gegeben wurden, er hatte dem Chefredakteur der städtischen Zeitung eine kleine finanzielle Aufmerksamkeit zukommen lassen, damit dieser nicht über den Vorfall berichtete.

„Dieser Man ist bestechlich, eigentlich ist das auch ein Verbrechen, aber darum werde ich mich mit meinen Dienern auch irgendwann kümmern,“ dachte er und sah die drei Henkersstatuen freundlich und die des Jungen böse an. 

„Frohe Weihnachten wünsche ich euch!“, sagte er lachend und verließ den Schulhof, um auch das Fest der Liebe zu begehen.

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!