Kapitel 83

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Am Samstag morgen öffnete Jonas die Tür zu seiner Wohnung und sah überrascht auf Jessica, die sich, mit Lucas im Schlepptau, an ihm vorbei drängte.

„Jonas,was ist los mit dir? Du gehst nicht ans Telefon und.....was ist das für eine Verletzung an deinem Kopf? Und diese Narbe an deinem Arm? Die ist doch noch nicht allzu alt! Dann deine Geheimniskrämerei mit Lucas! Aus ihm ist ja auch kein Wort heraus zu bekommen! Aber ich sage dir jetzt einmal was ich vermute...“, sagte Jessica wütend und Jonas schloss die Tür. 

Er bedauerte nicht schnell genug reagiert und sich ein T-Shirt mit langen Ärmeln angezogen zu haben.

„Nicht so laut bitte, ich habe Kopfschmerzen!“, bat Jonas seinen Freundin und sah seinen Bruder wütend an. „Was hast du ihr erzählt? Vielen Dank auch!“

„Ich habe gar nichts gesagt! Jessica stand heute Morgen vor der Tür und wollte wissen was mit dir los ist!“, antwortete Lucas kleinlaut. „Aber von mir weiß sie wirklich nichts!“

„Also gibt es etwas zu wissen!“, stellte Jessica fest und machte einen Schritt auf Jonas zu. „Ich könnte dir eine runter hauen und am liebsten würde ich mich von dir trennen! Was bildest du dir eigentlich ein? Soll ich dir sagen was ich vermute? Du ziehst alleine los und tötest Statuen! Und dann denkst du auch noch ich merke es nicht und hältst mich für blöd! Ich weiß nicht mal worüber ich mich mehr ärgern soll!“

„Dann weißt du ja alles! Und warum bist du jetzt hier? Um mir Vorwürfe zu machen? Dafür dass ich Dämonen umbringe und dafür sorge dass sie keine Menschen mehr töten und ihnen die Seelen wegnehmen? Sicherlich, streng genommen ist es Sachbeschädigung wenn ich die Dinger kaputt mache aber soll ich mich dafür jetzt entschuldigen?“, fragte Jonas und setzte sich in seinen Sessel. 

Er hielt sich seinen Kopf. „Bestimmt habe ich eine Gehirnerschütterung,“ dachte er und wünschte sich in sein Bett kriechen zu können.

„Ich mache dir ganz bestimmt keine Vorwürfe weil du gegen Dämonen kämpfst! Aber du hast mir kein Wort davon gesagt! Warum nicht? Sind wir jetzt zusammen oder nicht? Vertraust du mir nicht?“, fragte Jessica ihn unglücklich.

„Ich will einfach nicht dass mich jemand begleitet! Neulich war Lucas mit, aber das war die Ausnahme!“, antwortete Jonas leise und wich Jessicas Blick aus.

Jedoch sie hatte gar keine Augen für ihn. „Du warst was? Du gehst mit ihm auf Dämonenjagd?“, erkundigte sie sich bei Lucas und dieser gab es schließlich zu. 

„Ja, in Stuttgart! In einer Burg! Es war ein Henker aber leider keiner von denen nach denen wir suchen!“

„In Stuttgart! Wo warst du noch überall?“, fuhr Jessica ihren Freund an. Jonas seufzte. Es gab nun keinen Grund mehr irgend etwas zu verschweigen.

„Ich habe zuerst gegen einen geflügelten Dämon in München auf einem Friedhof gekämpft! Daher stammt auch die Narbe an meinem Arm. Dann war da noch dieser Henker in der Nähe von Stuttgart und der Dämon dessen Statue mitten auf einem Feld in der Nähe von Düsseldorf neben der Autobahn stand! Und eben der von gestern, bei Kassel!“

„Moment mal, was für ein Dämon bei Düsseldorf? Wann war das denn?“, fragte Lucas erschrocken. 

„Das war letzte Woche! Aber es war ja nicht so weit weg und der war auch nicht allzu gefährlich! Aber er hatte von Zeit zu Zeit Autofahrer dazu gebracht die Autobahn zu verlassen und hat sich dann ihre Seelen genommen! Die Düsseldorfer nannten diese Ecke schon „Neandertaler Bermudadreieck!“ Denn die Leute lagen immer unverletzt aber tot neben ihren Autos...,“ berichtete Jonas von einem Kampf den er ebenfalls allen verschwiegen hatte.

„Ich glaube es einfach nicht! Jonas, das muss endlich aufhören! Du hast dich beim letzten Mal verletzt und du bist leichenblass! Muss ich denn bei dir einziehen um sicher zu gehen dass du das endlich sein lässt? Ich halte das nicht mehr aus! Ich will wissen wenn du so etwas machst und nicht immer diese Ungewissheit haben. Nicht zu wissen ob du jetzt friedlich in deinem Bett schläfst, mit deinem Kollegen Ingo einen trinken gehst oder auf einem Friedhof, einer Burg oder neben einer Autobahn herum läufst und gegen Dämonen kämpfst, das kann ich einfach nicht!“, sagte Jessica und war kurz davor in Tränen auszubrechen.

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!