Kapitel 181

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Julia und Jonas betraten die Disko „Mallorca“

. Es war seit langer Zeit das erste Mal, dass Julia wieder dort hin ging.
„Da drüben haben wir damals gesessen. An dem Abend an dem Katja starb,“ erinnerte sie sich beim Anblick eines Tisches, an dem jetzt zwei junge Frauen saßen und sich etwas gegenseitig ins Ohr schrien.

Wie immer war die Musik laut aufgedreht und Julia zog Jonas hinter sich her zur Tanzfläche.

Jonas fühlte sich ein wenig unbehaglich. Er ging nicht allzu häufig in die Disko und wenn dann tat er dies in seiner neuen Heimatstadt Köln. Zum einen wurde er dort nicht mit seiner Vergangenheit in Gestalt ehemaliger Klassenkameraden konfrontiert und zum anderen gefiel es ihm dort besser.

Sein letzter Diskobesuch hatte ihm eine Nacht mit Linda, die er dort kennen gelernt hatte, eingebracht. Linda hatte er seither nicht mehr wieder gesehen und im Nachhinein wunderte er sich fast ein wenig über sich selbst.
Flüchtig fragte er sich ob ihr Freund immer noch mit seiner offensichtlich des öfteren fremd gehenden Freundin zusammen war.
Nun schmiegte sich Julia ein wenig enger an ihn und er strich sanft über ihr Haar. „Mit einer wirklichen Freundin zusammen zu sein ist doch etwas ganz anderes,“ dachte Jonas.

Glücklicherweise konnte er beim näheren Umsehen keine alten Bekannten ausmachen. Kamen diese allmählich aus dem Alter heraus in dem sie regelmäßig ins „Mallorca“

gingen? Oder hatte es den ein oder anderen auch in andere Gegenden verschlagen?

Julias Lippen formten einige Worte, die er nicht verstand. Schließlich gab sie ihm einen Kuss auf die Wange und zuckte die Achseln. Dann würden sie sich eben später unterhalten.

Nach einer Weile kämpften sie sich zur Bar durch und Jonas bestellte für sich und seine neue Freundin einen Wodka Lemon.
Julia verzog das Gesicht als sie daran nippte und ärgerte sich wieder einmal darüber, dass es in den meisten Diskos keine leckeren Cocktails gab.
„Nur dieses Bier und dieses bittere Zeug,“ dachte sie bedauernd. „Da heißt eine Disko schon „Mallorca“, aber die gleichen Getränke wie da gibt es trotzdem nicht. Was gäbe ich jetzt für eine schöne Pina Colada!“

Trotzdem trank sie ihr Glas zur Hälfte aus und lehnte ihren Kopf an Jonas Schulter.

Jonas hatte seinen Wagen vor Julias Elternhaus geparkt und sie würden nach ihrem Diskobesuch mit einem Taxi dorthin zurück kehren. Dort würden sie dann auch die Nacht verbringen.

„Gut dass meine Eltern wieder mal im Urlaub sind,“ dachte Julia mit einem Lächeln.
Ihre Eltern verreisten mindestens zwei,- manchmal auch dreimal im Jahr. Am Vortag waren sie zu einem zehntägigen Urlaub nach Irland aufgebrochen. Sie hatten dort eine Busreise gebucht. Bei diesem Urlaub hatte es sich um einen Traum ihrer Mutter gehandelt, seit Jahren schwärmte sie von der grünen Insel und jetzt hatte ihr Vater, der lieber auf die Kanaran geflogen wäre, nachgegeben.

„Sie sagen immer, jetzt sind sie erst Anfang fünfzig. Jetzt sind sie noch jung und gesund genug um solche Reisen zu machen. In zwanzig oder vielleicht auch schon zehn Jahren geht es vielleicht nicht mehr....“, dachte Julia mit einem Anflug von Wehmut.

„Ich muss mal einen Augenblick an die Luft,“ schrie Julia und Jonas verstand sie so gerade. Sie verließen die Disko und Julia sog die Nachtluft ein.
„Wie spät haben wir es eigentlich?“, fragte sie, an Jonas gewandt.
„Ich hab keine Uhr mit. Es müsste so kurz vor Mitternacht sein,“ antwortete dieser. „Warum wolltest du denn plötzlich raus?“

„Es war mir zu stickig da drinnen. Die Luft war ziemlich schlecht. Das ist bei mir manchmal so, wenn ich in die Disko gehe. Zwischendurch muss ich mal raus. Wir können aber gleich gerne wieder rein gehen, wenn du unbedingt möchtest! Und schau mal, viele kommen jetzt erst an und wollen rein!“
Julia deutete auf zehn junge Leute, die am Eingang an standen und darauf warteten, hinein gelassen zu werden.
Dann stutzte sie. „Jonas, ist das da vorne nicht dein Bruder? Und sein Freund Andy? Ich glaub, die machen das gleiche, was Katja, Britta und ich in dem Alter immer gemacht haben. In Diskos gehen für die wir viel zu jung waren und uns ganz toll vorkommen, wenn es klappt.....“

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