Kapitel 167

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Stefan schüttelte Lucas heftig an der Schulter und endlich rührte dieser sich. 

„Wusste ich doch dass du mich hören kannst. Und wenn ich dir jetzt genau sage was ich mit dir vorhabe dann sprichst du vielleicht auch wieder mit mir. Wahrscheinlich wirst du mich gleich anflehen es nicht zu tun. Aber siehst du diese drei netten Statuen dort hinten?“

Stefan deutete auf drei im Schatten stehende Statuen die Spieße in der Hand hielten. Lucas zuckte zusammen. „Wo bin ich hier?“, murmelte er und Stefan lächelte ihn fast schon freundlich an. 

„In einer alten Fabrik, ein Stück außerhalb der Stadt. Und weißt du was ich jetzt machen werde? Ich habe zwei Möglichkeiten und keine von beiden wird dir gefallen.“

Lucas starrte Stefan mit weit aufgerissenen Augen an. Was genau hatte er vor? Eigentlich wollte Lucas es lieber nicht wissen aber Stefan lachte kurz auf. 

„Die erste Möglichkeit gefällt mir fast noch besser als die zweite. Ich nehme meine Kugelschreiber oder einen anderen Stift und verpasse dir ein paar magische Zeichen. Dann beschwöre ich ein wenig dämonische Energie und du wirst dich verändern. Aber nicht so wie Jonas. Sondern ich werde viel mehr Energie nehmen. So viel dass du deinen besten Freunden den Hals umdrehst und Jonas sich wahrscheinlich genötigt sehen wird dich zu töten da du sonst eine Gefahr für die Menschheit wärst. Damit würde dieser Schwächling niemals fertig werden...“

Zufrieden sah Stefan dass Lucas zusammen zuckte und blass wurde. „Das würde dir gar nicht gefallen, nicht wahr? Zumindestens jetzt noch nicht. Aber ich kann dir versprechen, wenn du dich erst einmal verändert hast geht es dir großartig!“

„Mach das nicht....“, bat Lucas leise. So etwas konnte Stefan doch nicht tatsächlich vorhaben, oder?

Stefan nickte. „Du hast ganz recht. Ich werde so etwas nicht tun. Auch wenn es mir großen Spaß machen würde Jonas dabei zuzusehen wenn er dich das erste Mal wieder sieht. Aber ich habe mich für die zweite Möglichkeit entschieden. Diese Statuen dort drüben werden gleich ein wenig Energie bekommen und dann können sie mit dir machen was sie wollen. Dabei zuzusehen wird mir fast genau so viel Spaß machen wie bei Möglichkeit Nummer eins. Und wenn sie mit dir fertig sind dann können sie sich um Jonas kümmern. Wahrscheinlich wird er sie besiegen. Aber dann wird er feststellen dass es dir gar nichts mehr nützt!“

Lucas war noch blasser geworden und er drehte seine Hände so weit es ging um sich von seinen Fesseln zu befreien. Leider gelang ihm dies nicht. 

„Dann fangen wir doch einmal an, nicht wahr?“, schlug Stefan fast schon fröhlich vor und drehte sich zu seinen Statuen.

Doch wirklich zufrieden war er nicht. „Ich will ihn nicht töten. Diese Statuen werde ich erledigen bevor sie ihm wirklich gefährlich werden können. Aber er soll sich ruhig ein wenig in die Hosen machen,“ dachte der Dämonenjäger und fragte sich ob Jonas bereits besorgt nach seinem Bruder suchte.

„Den wird er morgen, mit den Nerven am Ende, hier finden. Oder aber diese grässliche Stiefmutter findet ihn. Aber jetzt wird es Zeit dass er lernt dass man sich mit mir nicht anlegt....“

Für einen Augenblick dachte Stefan an die junge Frau die ein Opfer der alten Grit geworden war. 

Damals hatte er auch geglaubt alles im Griff zu haben und noch schnell genug eingreifen zu können. Doch die Frau war gestorben und ihrer Familie ging es seitdem sehr schlecht. Er dachte an ihre Schwester die er auf dem Friedhof getroffen hatte. „Wenn sie wüsste dass ich...aber egal. Warum mache ich mir deswegen überhaupt Gedanken? Ich habe dieses Mal alles unter Kontrolle!“

Stefan stand nun vor den Statuen während Lucas weiterhin versuchte sich zu befreien.

Hedwig hatte sich doch nicht dazu durchringen können ins Auto zurück zu kehren. Zu groß war ihre Neugierde und so schlich sie sich noch näher an das Gebäude heran. Nun konnte sie eine Stimme hören. 

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