Kapitel 47

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Allzu viel Schlaf fand Jonas in dieser Nacht nicht. Immer wieder wurde er von heftigen Bauchkrämpfen und Übelkeit geplagt. Mehr als einmal musste er sich übergeben. 

Während Lucas und Jessica bei ihm im Schlafzimmer wachten hielten die anderen sich von diesem diskret fern.

„Es geht Jonas wohl ziemlich dreckig,“ stellte Julia leise fest und Dennis stimmte ihr zu. „Ja, und darum sollten wir jetzt nicht da rein gehen! Vor allem nicht du und Britta! Es ist ihm bestimmt unangenehm wenn er vor Leuten die ihn immer mies behandelt haben kotzen muss!“

„Fang nicht mit den alten Geschichten an, ich hab mich bei Jonas längst entschuldigt auch wenn er leider nicht allzu viel mit uns zu tun haben will! Ich wünschte das wäre anders! Hätten wir ihn nicht immer geärgert dann würde er uns jetzt vielleicht an sich heran lassen und wir könnten helfen!“, antwortete sie leise und gähnte. 

Sie alle waren sehr müde und wenn sie auch für Jonas nichts tun konnte beschloss Julia, sich zumindestens ein wenig um Gerrit zu kümmern.

Dieser hatte sich hingesetzt und verfolgte die Gespräche der anderen. Noch immer wirkte er sehr blass und müde, jedoch diese schreckliche Hoffnungslosigkeit war aus seinem Blick verschwunden seitdem er gehört hatte, dass sie aus der Gegend fort gehen würden.

„Gerrit, geht es dir ein wenig besser?“, erkundigte sich Julia und er nickte. Er trug eine Jogginghose und ein T-Shirt von Ingo. 

Außerdem hatte Ingo ihm ein paar Socken gegeben, doch leider hatten ihm außer ein paar Badelatschen keine Schuhe gepasst. 

„Ich will weg hier! Wann reisen wir ab?“, erkundigte er sich und sah zur Tür. Noch immer fürchtete er offenar, dass die Statuen oder der Direktor herein kommen könnten. 

„Ingo hat sich noch ein wenig hingelegt, er wollte noch ein bisschen schlafen da er die ganze Strecke wird fahren müssen! Gegen fünf Uhr wollte er los! Also in ungefähr zwei Stunden! Hoffentlich geht es Jonas bis dahin ein wenig besser!“, beantwortete Julia Gerrits Frage.

„Noch zwei Stunden! Das ist lange!“, sagte er unruhig. „Wohin genau fahren wir denn?“

„Nach Bayern! Es wird dir dort gefallen! Allerdings wirst du da dicke Stiefel und nicht nur ein paar Latschen brauchen! Dort liegt noch sehr viel Schnee und es soll neuer fallen! Das haben sie in den Nachrichten gesagt!“, erklärte Julia das Ziel der Reise.

„Ich brauche keine Schuhe! Es geht schon so!“, erklärte Gerrit bestimmt. „Die kosten viel zu viel Geld!“

„Mach dir darum mal keine Gedanken!“, sagte Julia freundlich. 

Ganz sicher würde man ihn nicht barfuss oder mit Schlappen durch den Schnee laufen lassen! Sie stellte eine andere Frage. „Sag mal, wie alt bist du eigentlich? Ich meine ohne die Zeit als du eine....Statue warst!“

„Ich war siebzehn als ich starb oder zu dem wurde was ich jetzt bin!“, antwortete Gerrit leise. 

Julia nickte und sah Gerrit prüfend an. Sie glaubte ihm diese Aussage jedoch er wirkte jünger. Er war kleiner als die meisten Siebzehnjährigen die sie kannte und er wirkte schwächer und kränklich.

„Früher waren die Menschen kleiner! Das lag zum Teil daran dass sie nicht so gute Lebensbedingungen hatten wie wir heute! Aber Gerrits Leben war wahrscheinlich schon sehr hart bevor er dem Richter über den Weg lief!“, suchte sie nach einer Erklärung.

„Hast du noch eine Familie? Ich meine hattest du eine?“, erkundige Julia sich mitfühlend. Traurig sah Gerrit sie an.

„Ja, ich hatte noch einen Bruder und eine Schwester. Sie waren jünger als ich und ich habe mich um sie gekümmert. Wir hatten oft nichts zu essen und ich habe nur manchmal eine Arbeit bei dem ein oder anderen Bauern für kurze Zeit bekommen! Leider mussten wir manchmal....stehlen. Der Richter hatte nicht unrecht wenn er mich eine Dieb genannt hat. Aber was hätten wir denn machen sollen? Verhungern? Ich bin oder vielmehr war es gewöhnt nicht allzu viel zu essen! Aber manchmal ging es nicht mehr anders!“, berichtete Gerrit von früheren Zeiten.

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