Kapitel 62

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Ein paar Tage später kehrte Lucas zur Schule zurück. Sein Vater Georg und sein Bruder Jonas begleiteten ihn zum neuen Direktor.

Georg hatte sich eine kleine Drei-Zimmer-Wohnung gemietet und Lucas zu dessen Überraschung gebeten dort einzuziehen.

Da er weiterhin in der Stadt zur Schule gehen würde schien dies für alle die beste Lösung zu sein.

Herr Decker, der stellvertretende Direktor, sah seine drei Besucher freundlich an. 

„Guten Tag, Herr Schneider! Sie möchten also dass Lucas wieder in seine alte Klasse gehen und am Unterricht teilnehmen kann?“

Georg nickte. „Ja, darum bitte ich. Mein Sohn hatte einige Probleme nach dem Tod seiner Mutter! Aber ab jetzt werden sie keine Schwierigkeiten mehr mit ihm haben und er wird auch nicht mehr dem Unterricht fern bleiben!“

Herr Decker sah Georg und seine Söhne nachdenklich an. Dann nickte er. 

„Ich habe mir die Zeugnisse Ihres Sohnes angesehen, Herr Schneider. Die waren im großen und ganzen gut. Meinetwegen kann er wieder am Unterricht teil nehmen! Aber ab jetzt erwarte ich eine gute Mitarbeit! Und er wird den gesamten Stoff der letzten Wochen aufholen müssen!“

„Natürlich!“, sagte Georg und schüttelte dem neuen Schuldirektor die Hand.

Dieser wandte sich an Lucas. „Ich weiß du hattest es in der letzten Zeit nicht leicht! Mein Vorgänger muss sich dir gegenüber einige Frechheiten heraus genommen haben! Gegenüber dir und anderen Schülern! Ich habe hier einige Beschwerdebriefe wütender Eltern! Ein Junge war sogar nach Südfrankreich gegangen nach einem Streit bei dem es zu Handgreiflichkeiten kam. Sogar zwei Anwälte wurden von Eltern eingeschaltet und eine Strafanzeige gegen Herrn Engelmann erstattet. Ich weiß nicht was im Kopf meines Kollegen vor sich ging.,“ sagte er seufzend und sah Jonas und Georg an. 

„Ich habe jetzt den ganzen Papierkram am Hals und habe die ganzen Regeln aufgehoben die Herr Engelmann erlassen hat! Also das Tragen von Schmuck ist wieder erlaubt so lange es nicht zu übertrieben ist. Das gleiche gilt für einige andere unsinnige Regeln. Insbesondere die Koffeinsüchtigen hier unter den Kollegen einschließlich mir selbst werden sich über eine bestimmte Änderung sehr freuen!“

„Wissen Sie wohin Ihr Vorgänger gegangen ist? Was ist mit ihm geschehen?“, erkundigte sich mit einem Mal Jonas.

„Herr Engelmann hat überraschend für uns alle gekündigt! Wir waren alle vollkommen überrumpelt. Aber nachdem auch bei der Schulverwaltung Beschwerden von Eltern und Anwälten eingingen nehmen wir an dass er aus persönlichen Gründen gegangen ist. Vielleicht hat man es ihm auch nahe gelegt. Ich spreche normalerweise nicht schlecht über Kollegen! Den ein oder anderen Fehler macht jeder Lehrer oder auch jeder Schuldirektor! Davon kann ich mich auch nicht frei sprechen! Aber dieser Kollege hat es wirklich übertrieben!“, antwortete Herr Decker nachdenklich.

„Das denke ich sicherlich auch! Er hat meinen ältesten Sohn angegriffen und verletzt und ist Nachts um unser Haus geschlichen! Eingebrochen ist er auch!“, empörte sich Georg, jedoch dann beruhigte er sich wieder und lächelte Jonas und Lucas aufmunternd zu. 

„Jetzt ist er ja weg und wie es aussieht wird das Klima hier wieder angenehmer werden! Vielleicht vergessen wir diese leidige Angelegenheit einfach!“

„Das ist sicherlich das Beste!“, antwortete Herr Decker. „Auch wenn mich diese ganzen Schreiben auf meinem Tisch noch eine Weile beschäftigen werden! Und leider weiß auch niemand wohin Herr Engelmann gegangen ist! Am liebsten würde ich ihm die alle in einem großen Briefumschlag zuschicken!“

„Schon merkwürdig dass dieser Direktor Engelmann einfach so aus der Welt verschwunden ist! Aber so ist es für alle wahrscheinlich am Besten! Und du Lucas gehst jetzt am Besten in deine Klasse!“, sagte Georg und gab seinem jüngeren Sohn einen freundschaftlichen Klaps.

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