Kapitel 190

43 6 0

Ein paar Tage später betrat Stefan das Büro des Privatermittlers Rudolf Paulsen und saß diesem kurz darauf in seinem Besprechungszimmer gegenüber.

„Was kann ich für Sie tun, Herr Wagner?“, erkundigte sich Herr Paulsen. „Sie sagten, Sie müssten dringend mit mir sprechen? Es würde sich um Ihre Freundin handeln?“

Stefan nickte. „Ja, es handelt sich um Michaela Brenner. Sie hat Sie beauftragt, mehr über den leider tödlichen Unfall ihrer Schwester Monika heraus zu finden!“

Herr Paulsen sah Stefan überrascht an, dann schüttelte er den Kopf. „Ohne Frau Brenners Einwilligung werde ich nicht mit Ihnen über den Stand meiner Ermittlungen oder den Auftrag, den sie mir erteilt hat, sprechen. Es gibt so etwas wie Schweigepflicht. Oder können Sie eventuell etwas zur Aufklärung des Falls beitragen?“

Stefan schüttelte den Kopf. „Nein, natürlich nicht. Ich möchte mit Ihnen auch gar nicht über Ihre Arbeit sprechen. Es geht mir um Michaela. Die Polizei hat doch schon heraus gefunden, dass die ganze Sache ein Unfall war. Aber Michaela verrennt sich in etwas. Ich mache mir Sorgen um sie und ich glaube nicht, dass sie und ihre Familie zur Ruhe kommen, wenn sie weiterhin davon ausgehen, dass mehr dahinter steckt.“

„Und was wollen Sie mir damit sagen? Dass ich meine Ermittlungen nicht mehr weiter führe?“, fragte Herr Paulsen ungehalten. 

„Ihre Sorge um Ihre Freundin in allen Ehren, aber alles weitere werde ich mit Frau Brenner besprechen!“

„Sie hat heute Nachmittag einen Termin bei Ihnen. Und ich bin nicht hier, weil ich möchte, dass sie die Ermittlungen einstellen. Dann würde Michaela lediglich zu einem anderen Ermittler gehen und den neu beauftragen und unter anderem viel teures Geld bezahlen. Ich möchte Sie um....etwas anderes bitten. Vor allem in Michaelas Interesse.“

„Worauf wollen Sie hinaus?“, fragte der Ermittler mit einem Mal misstrauisch und sah sich Stefan von oben bis unten an.

„Bitte sagen Sie meiner Freundin heute Nachmittag, dass Sie sich der Meinung der Polizei anschließen! Dass Sie auch von einem Unfall ausgehen und dass es da eigentlich keinen Zweifel gibt. So kommt Michaela zur Ruhe und kann mit der Sache abschließen!“, bat Stefan den Privatermittler.

„Ich soll meine Kundin belügen?“, erwiderte Herr Paulsen und schwieg, als sei ihm etwas heraus gerutscht.

„Vermutet der etwa etwas anderes? Ist der mir am Ende schon auf der Spur?“, dachte Stefan und beschloss zu dem Mittel zu greifen, das seiner Ansicht nach immer zog.

Er griff in die Tasche und schob dem Ermittler einen Umschlag zu. „Dort drinnen befinden sich 3.000,00 Euro. Mal eben so verdient. Dafür sagen Sie Michaela, dass Sie von einem Unfall ausgehen.

Der Ermittler schien einen Augenblick zu zögern, ob er das Geld annehmen und auf den Bestechungsversuch eingehen sollte und Stefan atmete erleichtert auf, als Herr Paulsen den Umschlag mit spitzen Fingern anfasste und in seine Schreibtischschublade steckte. 

„Wusste ich es doch, jeder hat seinen Preis und jeder ist letztlich käuflich. Man muss den Preis nur kennen und wenn Michaela aufhört, weiter nach zu forschen und wir uns in Ruhe was aufbauen können, dann war mir das die 3.000,00 Euro allemal wert!“, dachte Stefan.

Im Grunde genommen tat er Michaela doch lediglich einen Gefallen. Die Wahrheit würde sie doch viel mehr verletzen als eine Lüge. Und für Monika machte es keinen Unterschied mehr. Und würde sie nicht auch wollen, dass ihre Schwester glücklich wurde?

Der Ermittler nickte schließlich und reichte Stefan die Hand. „Ich werde heute Nachmittag mit Ihrer Freundin sprechen! Ich werde das Richtige tun!“

„Ich sehe, wir verstehen uns. Machen Sie einen schönen Urlaub im Süden von dem Geld,“ sagte Stefan und verließ das Büro des Privatermittlers. 

Er beschloss, in einem nahen Blumenladen einen hübschen Strauß für seine Freundin zu besorgen.....

Als Stefan den Laden betrat, stieß er beinahe mit einem jungen Paar zusammen, das einen Kinderwagen mit einem seiner Ansicht nach hässlichen Kind vor sich her schob. Das kleinen Mädchen hatte Schleifen in den Haaren und schrie wie am Spieß. Die Eltern wirkten sichtlich genervt.

Trotzdem fand er den Gedanken, vielleicht einmal gemeinsam mit Michaela einen Kinderwagen zu schieben mit einem Mal gar nicht mal so schlecht. Wäre die Sache mit ihrer Schwester nicht gewesen, dann hätte er seine Traumfrau gefunden....

„Ob unser Nachwuchs Hörner oder so etwas hätte? Oder ob die Augen gefährlich leuchten, wenn es zur Welt kommen würde? Wer weiß, vielleicht vererbt sich diese Dämonensache ja sogar. Vielleicht steckt es auch in meiner DNA drin....“, dachte Stefan und grinste beim Gedanken an eine erschrockene Hebamme, die ein Baby mit glühenden Augen fast fallen ließ....

Doch dann dachte Stefan an Michaela. Ihr wünschte er einen solchen Augenblick auf keinen Fall.

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!