Kapitel 136

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„Deinem Bruder wird es bald wieder besser gehen,“ stellte Stefan fest und Lucas zuckte zusammen. 

Er hatte den anderen nicht heran kommen gehört und Stefan war eigentlich der letzte Mensch den er im Augenblick sehen wollte. Noch immer saßen er, Julia und sein Vater auf dem Gang vor der Intensivstation und warteten auf Nachrichten von Jonas.

Georg saß mit einem Handy da und überlegte ob er seine Frau Hedwig oder seine Mutter benachrichtigen sollte.

„Aber wundere dich nicht wenn er sich ein wenig verändert hat und die Welt nun realistischer sieht,“ fügte Stefan noch hinzu. 

Wütend sah Georg von seinem Handy auf. Er kannte diesen Mann nicht. Handelte es sich bei ihm wirklich um einen Freund von Jonas?

„Ich weiß viel zu wenig von ihm. Und jetzt ist es vielleicht zu spät,“ dachte er mit einem Anflug von Reue. 

Er hatte sich sein ganzes Leben viel zu wenig um seinen ältesten Sohn gekümmert. Doch nun konzentrierte er sich auf Stefan. Dessen Grinsen gefiel ihm nicht und schien ihm fehl am Platze zu sein.

„Ich weiß nicht wer Sie sind. Bitte lassen Sie mich und meine Familie in Ruhe,“ sagte er daher mit mühsam unterdrücktem Zorn in seiner Stimme.

Stefan zuckte die Achseln. „Dann soll Ihr Sohn halt selber sehen wie er mit allem klar kommt! Wird nicht einfach werden und ich denke nicht dass einer von euch ihm eine große Hilfe sein wird“

Stefan drehte sich um und die anderen sahen ihm schweigend nach. Nun wandte Georg sich an Julia.

„Dich kenne ich auch! Bist du nicht die Enkelin von Frau Becker die neben meiner Mutter lebt? Ich glaube ich habe dich da schon öfters gesehen.....“

Julia nickte schweigend während Georg sich fragte was sie hier zu suchen hatte. Auch von ihr wusste er nicht ob sie mit seinem Sohn befreundet war oder nicht. Waren sie nicht in eine Klasse gegangen?

Lucas grübelte unterdessen über Stefans Worte nach. Was hatte er damit gemeint als er sagte dass es seinem Bruder bald wieder besser gehen würde? Und dass er sich verändern würde? Er erinnerte sich an die Vermutungen die er und Jonas bezüglich Stefan gehegt hatten und ein schrecklicher Verdacht kam ihm.....

Kurz nachdem Stefan sie verlassen hatte kam der Arzt der Georg vorhin zu Jonas begleitet hatte auf sie zu und sah sie ernst an.

Georg schluckte schwer. Überbrachte dieser Arzt ihm nun die schreckliche Nachricht dass sein Sohn es nicht geschafft hatte? Am liebsten hätte er sich umgedreht und wäre davon gelaufen, fort aus diesem Krankenhaus.....

„Herr Schneider, es geht um Ihren Sohn,“ begann der Arzt und Georg nickte. „Geht es ihm schlechter? Ist er....?“

„Nein, im Gegenteil. Ich kann es selber kaum glauben. Aber ihr Sohn scheint sich tatsächlich zu erholen. Ich verstehe das eigentlich nicht. Er ist vor etwa einer Viertelstunde aufgewacht und wir haben ihn noch einmal untersucht. Gerade ist er beim Röntgen. Aber es geht ihm tatsächlich besser!“

„Besser?“, flüsterte Georg. Er konnte es kaum glauben. 

„Aber wie ist das möglich? Sie sagten doch vorhin noch dass die Verletzungen so schwer wären dass Sie nichts mehr für ihn tun könnten!“

„Ich glaube wir haben uns geirrt. Anders kann ich mir das auch nicht erklären. Warten Sie bitte noch ein wenig, ich glaube dann können Sie ruhig zu Ihrem Sohn gehen!“, sagte der Arzt kleinlaut.

Georg ließ sich auf einen Stuhl fallen während Julia sich an eine junge, vorbei gehende Krankenschwester wandte. 

Ihre Lebensgeister kehrten jetzt, wo sie die hoffnungsvollen Nachrichten ungläubig vernommen hatten ein wenig zurück.

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