Kapitel 164

63 7 0

Georg ging unruhig auf und ab. Dann griff er zum Telefon und wählte die Handynummer seines Sohnes Lucas.

Unglücklicherweise hörte Georg ein Klingeln aus dessen Zimmer. „Er hat sein Handy hier gelassen. Ich kann ihm nicht sagen dass er vorsichtig sein soll. Ich mache mir einfach Gedanken wegen diesem Stefan. Ich weiß auch nicht warum. Aber bei ihm habe ich kein gutes Gefühl und ich mag es nicht wenn er hier rum schleicht und meine Frau Hedwig belästigt. Schließlich ist sie sehr labil.....“

Georg wählte nun statt dessen die Nummer seiner Schwägerin Renate.

„Georg? Nett dass du anrufst. Hedwig müsste wieder zu Hause sein. Es gab ein paar Unstimmigkeiten zwischen ihr und Horst aber sie hat mich schon angerufen und ist gut angekommen!“, meldete sich Renate.

„Wie ging es ihr denn als sie abfuhr?“, erkundigte sich Georg besorgt. Er wollte einfach wissen in was für einem Zustand sich seine Frau momentan befand und ob sie die Trennung einigermaßen verkraftet hatte.

„Es ging ihr eigentlich recht gut. Sie war am Anfang natürlich sehr traurig und wütend. Du hast dir wirklich ein starkes Stück geleistet, Georg. Sie ist doch eine tolle Frau und du betrügst sie einfach mit einer Jüngeren. So was macht man nicht. Und dann erwartest du auch noch dass sie sich um dein nichteheliches Kind kümmert. Pfui!“, sagte Renate vorwurfsvoll und für einen Augenblick erinnerte seine Schwägerin ihn an seine Frau.

„Ich weiß dass ich mich da nicht richtig verhalten habe aber es ist nun mal passiert und was zählt ist das was jetzt ist. Hedwig hat es einfach zu weit getrieben. Ich hatte dir ja erzählt was sie getan hat, Renate,“ verteidigte sich Georg und tatsächlich beruhigte sich die aufgebrachte Renate ein wenig und ihre Stimme wurde ruhiger.

„Sie stand wirklich ein wenig neben sich und ich habe ihr deswegen ins Gewissen geredet. Aber sie hat sich gut erholt. Ich habe viel mit ihr unternommen, wir waren einkaufen, beim Fisör, haben es uns im Garten gut gehen lassen.....Ich glaube so ein kleiner Urlaub hat ihr gefehlt. Und sie konnte sich richtig bei mir aus heulen. Und das zu Recht! Aber als sie nach Hause fuhr wirkte sie erholt. Ich glaube sie hat das Schlimmste jetzt überstanden und ist bereit sich irgendwie wieder in ihrem Leben einzurichten auch wenn es ihr um das Schöne Haus natürlich leid tut.“

„Also wirkte sie so als sei sie wirklich an einer friedlichen Trennung interessiert?“, hackte Georg nach.

Renate bestätigte ihm dies. „Ja, sie will sich nicht mehr mit dir und Jonas streiten. Natürlich hofft sie immer noch dass es vielleicht doch noch eine Zukunft für euch gibt. Sie liebt dich noch immer, Georg. Wirf das nicht alles einfach weg!“

Sie beendeten das Telefonat und Georg seufzte. „Renate meint es sicherlich nur gut. Sie selbst ist seit 25 Jahren glücklich mit ihrem Horst verheiratet und eigentlich hat sie ja auch Recht damit dass man eine Ehe nicht einfach weg werfen sollte. Aber bei uns liegt der Fall doch ein klein wenig anders.....“

Jonas traf eine Stunde später ein und Georg sah ein wenig erschrocken auf das Schwert das sein Sohn mit brachte. „Du hast also immer noch so ein Ding,“ murmelte er und Jonas nickte.

„Ja, immer noch. Mein altes ist....zerbrochen. Ich habe jetzt ein anders.“

„Zerbrochen? Zerbrechen Schwerter mit der Zeit? Entschuldige, aber ich kenne mich mit so was gar nicht aus,“ sagte Georg und hielt einen gebührenden Abstand von der in eine Decke eingewickelten Waffe.

„Ich habe mich draußen einmal umgesehen aber ich habe Stefan nicht gesehen. Bist du dir sicher dass er es wahr?“, erkundigte sich Jonas und warf einen Blick aus dem Fenster aber lediglich zwei kleine Mädchen schlenderten Hand in Hand am Haus vorbei.

„Ich bin mir ziemlich sicher dass er es war. Zwar würde ich meine Hand dafür nicht ins Feuer legen aber wenn er es nicht war dann jemand der ihm sehr ähnlich sieht,“ antwortete Georg und Jonas nickte.

„Ich bleibe heute Nacht vielleicht besser hier bei euch. Einfach zur Sicherheit. Irgendwie habe ich kein gutes Gefühl bei der Sache. Wo ist Lucas?“

„Andy und seine Mutter haben ihn vorhin abgeholt. Sie wollte die beiden am Schwimmbad absetzen. Die genießen noch die letzten Tage ihrer Sommerferien,“ sagte Georg. „Ich wollte ihn erreichen aber er hat sein Handy nicht mit.“

Lucas kehrte am frühen Abend zurück und betrat die Wohnung. Erstaunt sah er auf den Besucher. „Jonas? Ich wusste gar nicht dass du heute vorbei kommen wolltest! Ist irgend was nicht in Ordnung?“

Lucas dachte bei sich dass es sehr schade war dass er bei einem Besuch seines älteren Bruders direkt davon ausgehen musste dass etwas vorgefallen war. Vielleicht wollte er auch einfach nur seine Familie besuchen?

Aber Jonas nickte auf seine Frage und Lucas antwortete : „Ich wusste dass irgend etwas los ist. Was ist es denn dieses Mal?“

„Stefan schleicht hier herum und hat sich mit meiner Mutter unterhalten. Sie war heute hier und wollte ihre Ehe retten oder etwas in der Art. Das hat nicht geklappt und wenn man bedenkt wie sie früher schon reagiert hat wenn etwas nicht so lief wie sie es sich vorstellte dann....“

„Wir sollten sie auch nicht vor verurteilen,“ nahm Georg seine Noch-Ehefrau in Schutz. „Auch wenn sie sich einiges geleistet hat, was sollte sie denn schon mit diesem Stefan zu schaffen haben? An Dämonen glaubt sie nicht.“

„Stefan hat allen Grund sauer auf uns zu sein. Wahrscheinlich haben wir ihm ein Geschäft kaputt gemacht,“ sagte Lucas leise und Georg seufzte. 

„Geschäft kaputt gemacht? Etwa ein Geschäft das was mit Dämonen zu tun hatte? Das darf doch nicht wahr sein!“

„Das stimmt, wir haben ihn damit um Geld gebracht und ich glaube da versteht er keinen Spaß. Auch wenn ich mich ehrlich gesagt darüber freue dass wir es gemacht haben und ich zu gerne sein dummes Gesicht gesehen hätte als er merkte dass er für den Dämon in der Kirchenruine keinen Cent mehr bekommt!“, sagte Jonas und grinste zufrieden.

„Jonas, so kenne ich dich ja gar nicht. Du legst in der letzten Zeit manchmal eine gewisse Gehässigkeit an den Tag,“ erwiderte Georg kopfschüttelnd und fragte sich wieder einmal worüber sie eigentlich sprachen. „Dämonen. Wieder einmal sprechen wir im Ernst über Dämonen, ganz so als hätte er ihm einen normalen Job oder einen Kunden weg geschnappt...“

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!