Kapitel 17

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Es war später Nachmittag, als Jonas bei seinen Eltern eintraf um gemeinsam mit ihnen und seiner Oma den Heiligen Abend zu verbringen.

Leider war ihm keine geeignete Ausrede eingefallen um sich vor diesem Ereignis zu drücken, außerdem wollte er seine Oma nicht alleine den Löwen zum Fraß vorwerfen.

„Jonas, da bist du ja! Wir dachten schon, du kommst gar nicht mehr! Du solltest doch um halb fünf da sein und jetzt ist es fast fünf! Du musst das nächste Mal früher abfahren!“, begrüßte seine Mutter ihn und lächelte freundlich ihrer Nachbarin Frau Krause zu, die mit ihrem Terrier spazieren ging.

„Guten Tag, Jonas, schön, dass du deine Eltern zu Weihnachten besuchst, meine Tochter wohnt ja leider in Stuttgart mit ihrer Familie, da kann sie leider nicht kommen,“ begrüßte ihn Frau Krause und seine Mutter nickte. 

„Ja, das ist wirklich sehr schade, aber mein Jonas ist ein guter Sohn und wir haben ein sehr enges Verhältnis! Natürlich besucht er mich! Das ist für ihn ganz selbstverständlich!“

Jonas verdrehte die Augen, was seiner Mutter nicht entging und sie gab ihm einen leichten Klapps auf den Arm.

„Jonas, bitte! Reiß dich zusammen!“, zischte sie ihn an, als sie gemeinsam ins Haus hinein gingen.

Neben einem wunderschön geschmückten Weihnachtsbaum, den bereits sämtliche Nachbarinnen am Ende der letzten Woche bei einem Adventskaffeekränzchen bewundert hatten, saß Jonas Oma, die 73 jährige Johanna Schneider, auf dem Sofa.

Jonas gab ihr einen Kuss zur Begrüßung auf die Wange und sie umarmte ihn. „Schön, dass du gekommen bist, Junge!“, freute sie sich.

Jonas nahm neben ihr Platz, während sein Vater, nachdem er Jonas auch kurz für seine Verspätung zur Rede gestellt hatte, eine CD mit Weihnachtsliedern in den DVD-Player einlegte.

„Ich bin deshalb zu spät gekommen, da auf der Autobahn einiges los war!“, erklärte Jonas seinen Eltern die Gründe für sein Zuspätkommen, wohl wissend, dass diese ihm bereits nicht mehr zuhörten.

„Du kennst sie doch,“ flüsterte Johanna ihrem Enkel zu und drückte seine Hand. 

„Nur zu gut,“ antwortete Jonas leise und seine Mutter warf ihnen einen scharfen Blick zu. „Flüstert ihr über mich? Das wäre nämlich sehr unhöflich, und ich wäre sehr enttäuscht, vor allem von dir, Jonas!“

Dieser antwortete nicht, denn in diesem Augenblick erklang ein viel zu laut gestelltes „Ave Maria“ aus den Lautsprechern und Hedwig Schneider zuckte zusammen. 

„Georg, mach das was leiser! Was sollen denn die Nachbarn denken,“ sagte sie wieder einmal einen ihrer Lieblingssätze.

„Entschuldige bitte, Hedwig!“, antwortete Georg und drehte die Lautstärke herunter.

Dann nahmen die Eltern auf dem Sofa gegenüber von Jonas und Johanna platz.

„Dann wollen wir jetzt einmal die Bescherung machen, wenn auch mit Verspätung, da Jonas ja wieder herum trödeln musste,“ sagte Hedwig und überreichte ihrem Sohn einen Briefumschlag, während Jonas seinen Eltern und der Oma ebenfalls einen solchen hin legte.

„Jonas, das wäre doch nicht nötig gewesen,“ freute sich Johanna, als sie ihr Geschenk öffnete. Dankbar umarmte sie ihren Enkel. 

„Ein Gutschein für mindestens drei Essen bei meinem Lieblingschinesen! Das ist eine sehr gute Idee!“

Jonas lächelte seine Oma liebevoll an. Allein schon ihretwegen war er froh, doch zu seinen Eltern an diesem Tag gekommen zu sein.

Auch seine Eltern erhielten einen Essensgutschein, während sich in seinem Umschlag 150 Euro befanden.

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