Kapitel 11

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Wenige Tage später schlenderte Jonas in seiner Mittagspause durch die Kölner Innenstadt und dachte an die vergangene Geburtstagsfeier seiner Mutter.

„Es war wirklich wieder einmal zum Kotzen,“ dachte er mit einem Anflug von Wut. „Ich muss mir zu Weihnachten irgend eine Ausrede einfallen lassen, damit ich nicht dahin muss. Vielleicht kann ich ja ein paar Überstunden an Heilig Abend machen, oder aber ich behaupte, ich wäre bei Ingo und Ute eingeladen!“

Tatsächlich hatten ihn sein Kollege und dessen Lebensgefährtin für den zweiten Weihnachtsfeiertag zum Essen eingeladen, aber für Heilig Abend hatte er noch keine Ausrede. 

Er seufzte und dachte: „Ich werde wohl oder übel hingehen müssen, schließlich ist Oma sonst ganz alleine mit den Beiden, das kann ich ihr nicht antun!“

Da er in Gedanken gerade bei ungeliebten Feiern war kam ihm mit einem Mal auch das bevorstehende Weihnachtsklassentreffen in den Sinn.

Eigentlich hatte er nicht vorgehabt, dort hin zu gehen, aber wollte er sich für immer von seinen schlechten Erinnerungen sagen lassen, was er zu tun und zu lassen habe?

„Ich würde zu gerne wissen, was aus einigen geworden ist. Ich muss mich davon überzeugen, dass sie in der Gosse gelandet sind,“ dachte er, schämte sich aber gleichzeitig auch für den Gedanken. Eigentlich gönnte er niemanden ein solches Schicksal. 

„Na gut, Nils und Alex vielleicht schon, zumindestens sollen sie weniger verdienen als ich!“, dachte Jonas mit einem gemeinen Grinsen und mit einem Mal kam ihm der Gedanke für das passende Wichtelgeschenk. 

Er bog in eine Seitenstraße ab und betrat einen Laden, der den Namen „Der kleine Heimwerker“ trug. 

Überwiegend wurden dort Nägel, Schrauben, Klebstoffe und Pinsel verkauft.

„Was kann ich für Sie tun?“, fragte ihn ein älterer Vekäufer in einem grauen Kittel freundlich.

„Stellen Sie auch Gutscheine aus?“, erkundigte sich Jonas lächelnd.

„Gutscheine? Das ist eigentlich ungewöhnlich, wem wollen Sie denn einen Gutschein für Schrauben schenken?“, fragte der Verkäufer erstaunt, jedoch dann zuckte er die Schultern.

„Von mir aus mache ich das, aber ich muss Ihnen direkt sagen, dass ich zum 31.12. das Geschäft aufgebe und in Rente gehe! Also viel Zeit hat derjenige, der den Gutschein erhält, nicht mehr!“

„Das macht nichts! Das ist genau das richtige Geschenk für besonders liebe Freunde,“ sagte Jonas und fügte in Gedanken hinzu: „Großartig, ein Geschenk, mit dem niemand etwas anfangen kann und das nach 10 Tagen schon verfällt, außerdem müsste derjenige extra nach Köln fahren und den Laden suchen, wenn er es tatsächlich einlösen will.“

„Ich habe keine Gutscheinvordrucke da, ich schreibe es ihnen auf diese Karte hier,“ sagte der Verkäufer und zeigte Jonas eine neongelbe Karte, auf der ein Vogel ein Sektglas in der Hand hielt und auf den Boden pinkelte.

„Es tut mir sehr leid, aber eine andere Karte habe ich nicht! Dafür berechne ich nichts dafür, über welchen Betrag soll der Gutschein denn gehen?“, erkundigte sich der Verkäufer.

„Über zehn Euro,“ antwortete Jonas und reichte dem Mann einen Schein.

Während Jonas seinen Einkauf tätigte fand gleichzeitig eine Sportstunde der 9. Klasse statt.

Man hatte Basketball gespielt, der Lehrer hatte es lustig gefunden, die Jungen gegen die Mädchen antreten zu lassen und zähneknirschend hatte man sich auf ein Unentschieden geeinigt.

Nun saßen Lucas und sein Freund Andy in der Umkleidekabine und beeilten sich, ihre Schuhe anzuziehen. Vorher überprüften sie noch ihre Rucksäcke und Schuhe, ob nicht jemand etwas hineingesteckt haben könnte.

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