Kapitel 19

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Das neue Jahr begann und am 2. Januar erhielt Anita Frinken am frühen Vormittag einen Anruf der Sekretärin Frau Hellenberg. Diese teilte ihr mit, dass sie umgehend den neuen Schuldirektor aufsuchen solle.

„Was kann der denn von dir wollen, Mama?“, fragte Lucas seine Mutter überrascht. „Was immer es auch ist, ich habe dieses Mal nichts gemacht, er kann sich eigentlich nicht über mich beschweren wollen!“

Anita strich ihrem Sohn sanft übers Haar. „Mach dir mal keine Gedanken, Lucas. Selbst wenn er sich über dich beschweren will, ich weiß, dass du nicht Schlimmes angestellt hast. Aber ich sollte mich besser beeilen, sonst kündigt er mir noch, und das wäre das Schlimmste, was uns im Augenblick passieren könnte!“

Lucas nickte unglücklich. Sie waren auf das Gehalt seiner Mutter angewiesen, auch so war ihre Situation schon schwierig genug. 

Besorgt sah er ihr nach, als sie sich ihren Mantel nahm und die Wohnung verließ, um sich zu Fuß auf den Weg zur Schule zu machen.

Ein längerer Fußweg stand ihr bevor, jedoch ihr Auto hatten sie bereits vor längerer Zeit verkaufen müssen, und auch für einen Busfahrkarte reichte das Geld momentan einfach nicht aus.

Eine Stunde später betrat Anita den Schulhof und ging schnell und mit einem gewissen Schaudern an den Statuen vorbei. 

Diese waren ihr irgendwie nicht so recht geheuer, auch wenn sie nicht hätte sagen können, was sie so sehr an ihnen störte!

„Ganz ruhig, es sind nur Statuen, die tun dir nichts!“, versuchte sie sich selbst zu beruhigen und war erleichtert, als sie das Schuldgebäude erreichte.

Jedoch diese Erleichterung verschwand sehr schnell wieder, als sie das Büro des neuen Direktors, Herrn Engelmann, betrat.

Dieser saß in einem bequemen Sessel hinter seinem Schreibtisch und sah sie von oben bis unten an, als sie ins Zimmer trat. 

Er hatte da gesamte Büro mit neuen Möbeln einrichten lassen.

„Frau Frinken, gut, dass Sie sofort kommen konnten! Das was ich Ihnen mitzuteilen habe duldet keinen Aufschub!“, sagte er mit einer kalten Stimme die ihr einen ebenso großen Schauer über den Rücken jagte wie der Anblick der Statuen.

Sie wollte auf einem der beiden Stühle, die vor seinem Schreibtisch standen, Platz nehmen, jedoch der Direktor schüttelte missbilligend den Kopf. 

„Ich hatte Ihnen nicht gestattet, sich zu setzten! Bleiben Sie gefälligst stehen, jemand wie Sie sollten sich nicht auf Möbel setzen, die ich für ehrliche und fleißige Menschen wie ich es einer bin angeschafft habe!“

Anita zuckte zusammen. Musste sie sich eine solche arrogante Behandlung gefallen lassen? Jedoch immerhin konnte er sie entlassen und daher schluckte sie ihren Ärger hinunter. 

„Um was geht es denn?“ erkundigte sie sich und hoffte, dass ihre Stimme fest klingen würde.

„Es geht darum, dass ich mir die Unterlagen des gesamten Personals, also die der Lehrer, des Hausmeisters, des Gärtners und eben des Reinigungspersonals angesehen habe. Und dabei bin ich auf Ihren Namen gestoßen. „Andrea Frinken, geb. 20.01.1971, alleinstehend, ein Sohn, Lucas, geb. 01.10.1992.

Vorwurfsvoll sah er sie an, während sich Anita beim besten Willen keinen Reim darauf machen konnte, was der Mann eigentlich von ihr wollte.

„Ja, das sind meine persönlichen Daten. Mein Sohn geht außerdem auf diese Schule! Aber um was geht es nun eigentlich?“, erkundigte sie sich, während der Direktor sie mit einem Ausdruck des Abscheus und der Verachtung ansah.

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