Kapitel 24

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Nach dem Begräbnis saß Lucas gemeinsam mit Sabrina, Meike und Andy in dessen Zimmer. Meike hatte sich neben ihn gesetzt und seine Hand genommen, jedoch er nahm seine Freundin kaum zur Kenntnis.

Dankbar hatte er das Angebot von Andys Vater, nach der Beerdigung noch mit zu ihnen nach Hause zu gehen, angenommen. 

Zu Georg und Hedwig wollte er nicht. Sicherlich hätten diese nur wieder gehässige Bemerkungen gemacht und außerdem waren sie wahrscheinlich auch froh darüber, wenn sie ihn so wenig wie möglich sahen.

„Das mit deiner Mutter tut mir sehr leid,“ sagte Sabrina in die Stille hinein. Irgendwie wusste keiner von ihnen, was er sagen oder tun sollte.

„Danke, Sabrina!“, antwortete Lucas.

„Sie ist so plötzlich gestorben,“ begann Meike, jedoch dann schwieg sie erschrocken. Würde Lucas nicht noch viel trauriger werden, wenn sie über seine Mutter und die Umstände ihres Todes sprachen? 

Sollten sie nicht lieber versuchen, ihn irgendwie abzulenken? Aber der Vorschlag, beispielsweise ins Kino zu gehen kam ihr sehr unpassend vor, also schwieg sie lieber.

Lucas hingegen schien froh darüber zu sein, dass jemand das Thema ansprach. Sollte er die anderen jetzt warnen? Immerhin hatten sie doch alle die Unterlagen von Jessicas und Andys Opa gesehen, so unglaubwürdig war es vielleicht überhaupt nicht!

Aber würden sie ihm glauben? Vielleicht würden sie auch nur denken, er wäre verrückt geworden.

„Bald fängt die Schule wieder an, schon in zwei Tagen,“ stellte Andy nun fest und Sabrina nickte gequält. 

„Ich traue mich da eigentlich nicht unbedingt hin, in den letzten Tagen der Ferien ist es immer am schlimmsten. Man gewöhnt sich so sehr an ein ruhiges Leben und daran, dass keiner einen ärgert!“

„Ich möchte auch nicht mehr zur Schule gehen,“ sagte Lucas leise.

Er hatte nun beschlossen, den anderen von der Statue zu erzählen und er hoffte verzweifelt, dass sie ihm glauben würden.

„Ihr wisst doch noch, was in Jessicas Unterlagen über diese Statue stand! Die, die es über der Kirche gab!“

„Ja, diese Geschichte, dass die Lebendig wurde und Menschen umgebracht hat!“, antwortete Meike verwundert. „Aber wie kommst du denn jetzt darauf?“

„Weil es wahrscheinlich wirklich wahr war! Andys Opa hat es doch auch geglaubt!“, stellte Lucas unglücklich fest.

„Aber darüber ist auch die Ehe von meinem Opa kaputt gegangen. Und das war doch sicherlich nur eine Geschichte! Glaubst du etwa wirklich daran? Das tut noch nicht mal Jessica, obwohl sie sich wirklich damit beschäftigt hat!“, warf Andy überrascht ein.

„Aber es stimmte wahrscheinlich wirklich und es war auch nicht die einzige Statue, die es gibt! Da stehen doch jetzt die vier Dinger auf dem Schulhof herum! Vor allem die Henker sind unheimlich, und einer von denen stand bei meiner Mutter, als sie....tot auf dem Spielplatz lag. Sie hatte keine Herzprobleme. Das hat der Arzt gesagt. Und dass der Stress, weil sie ihren Job und ihre Wohnung verloren hat zu viel für sie war. Es war diese Statue, ich habe sie genau gesehen!“, sagte Lucas und er hoffte, dass die anderen ihn nicht auslachen oder für verrückt erklären würden.

Jedoch leider geschah genau das, was er befürchtet hatte. Meike zog ihre Hand zurück und sie sowie die beiden anderen sahen ihn seltsam an.

„Es stimmt wirklich!“, beharrte Lucas, aber er erkannte nun, dass es ein Fehler gewesen war, den anderen von seiner Beobachtung zu erzählen.

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!