Kapitel 146

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Jonas und Lucas verbrachten schöne Ferientage in Raichelbach. Doch während Lucas sich von den Geschehnissen der letzten Zeit ein wenig erholte saß Jonas häufig da und grübelte nach.

Eines Abends, eine Woche des Urlaubs war bereits vergangen, setzte sich Gerrit zu ihm an den Tisch in Frau Hubers Wohnzimmer. Sie aßen häufig bei dieser und sie schien sich wirklich über die Gesellschaft zu freuen.

Draußen war es mittlerweile dunkel geworden und das Fenster stand weit offen. 

„Frau Huber meinte das hätte sie früher nie gemacht, die Fenster Nachts öffnen. Sie hatte wohl immer Angst der Franzl könne herein kriechen oder so,“ begann Gerrit das Gespräch und Jonas nickte. „Zum Glück gibt es den nicht mehr und einem guten Schlaf bei frischer Luft steht nichts mehr im Wege!“

Gerrit stimmte dem lachend zu und sagte: „Ich habe ein paar Gespräche von den Gästen hier auf geschnappt. Sie tippen auf unglaubliche Leute die angeblich dafür verantwortlich sein sollen. Die einen denken es wären ein Mulder und sein Skallie gewesen. Wer ist das eigentlich? Und wieder andere meinen es wäre dieser blonde Mann aus dem Fernsehen gewesen. Da wo Leute vorsingen...“

„Mulder und Scully sind Figuren aus einer Fernsehserie die vor ein paar Jahren im Fernsehen lief. Die hatten immer mit übersinnlichen Sachen zu tun. Aber Dämonenstatuen waren meines Wissens nicht dabei. Ich habe das nur manchmal geguckt. Und was den anderen Verdacht angeht.....“, antwortete Jonas und musste nun doch lachen. 

„Ich habe schon gehört dass man glaubt es wäre der Geist von Sepp Steingruber, Ingos Onkel, gewesen.“

„Aber manche glauben auch dass es ein Gast von Frau Huber war. Erst dachte ja jemand an mich und hat mich sogar mal direkt darauf angesprochen. Dieser ältere Herr mit dem grauen Bart der Abends immer nach hier kommt war das. Aber dann hat er mich von oben bis unten angesehen und gemeint dafür wäre ich wohl kaum der Richtige!“, erzählte Gerrit weiter. 

„Warum solltest du nicht der Richtige sein? Du hättest mich mal vor ein paar Jahren sehen sollen, als ich so alt war wie Lucas. Da wäre ich bestimmt noch nicht damit fertig geworden und hätte meine Seele schon längst vollkommen verloren,“ sagte Jonas ernst. 

Gerrit schüttelte den Kopf. „Ich könnte bestimmt keine Dämonen jagen. Und vom Schwertkampf habe ich auch keine Ahnung. Außerdem würde ich bestimmt davon rennen wenn mir noch mal einer von ihnen begegnet. Ich bin ja sogar vor dir davon gelaufen. Außerdem bin ich dauernd krank!“

Wie zur Bekräftigung nieste Gerrit und Jonas reichte ihm ein Taschentuch. 

Tatsächlich wurde Gerrit, obwohl er sich zumindestens körperlich erholt hatte, häufig von Erkältungen geplagt. 

„Ob das daran liegt dass sein Immunsystem aus dem 16. Jahrhundert stammt und ein paar Jahrhunderte gar nichts zu tun hatte? Hoffentlich legt sich das noch mit der Zeit. Vielleicht sollte der Dorfarzt ihm ein paar Impfungen verpassen...“, dachte Jonas besorgt.

„Aber ein paar Leute denken auch dass du oder Lucas den Franzl zerstört habt! Der Arzt weiß es ja sowieso aber er und Frau Huber sagen nichts. Trotzdem fragt manchmal einer nach. Weil ihr so oft hier wart und euch so gut mit ihr versteht!“, sagte Gerrit und Jonas schüttelte den Kopf. 

„Mir wäre es trotzdem lieber wenn es sich nicht zu sehr herum sprechen würde. Ich käme mir da irgendwie wie Stefan vor wenn er sich hinterher feiern lässt. Blumensträuße und vor allem Geld entgegen nimmt....“

Nun grinste Gerrit zu Jonas Überraschung tatsächlich. Er erhob sich und stellte eine Schale mit Keksen auf den Tisch. 

„Die hat die Frau gebacken der der große Bauernhof außerhalb von Raichelbach gehört. Sie kam heute Nachmittag als du mit Lucas am See baden warst und hat mir die in die Hand gedrückt. Sie meinte die solle ich dem Zerstörer vom Franzl geben, ich wüsste sicherlich wer gemeint sei....“

Jonas sah erschrocken auf die Kekse doch dann steckte er sich einen in den Mund und stellte fest dass sie wirklich ausgezeichnet schmeckten. 

„Das ist doch nicht so als würde man Bezahlungen annehmen, oder? Ich meine, wenn ich die Kekse nicht esse und ihr zurück gebe dann werden sie vielleicht schlecht.....die armen Kekse....außerdem gebe ich den anderen ja auch was ab....“

Jonas reichte den Teller an Gerrit weiter. „Hier, bedien dich. Und sag Frau Huber und Lucas wenn du sie siehst sie können sich auch welche nehmen!“

„Machst du dir wegen der Kekse jetzt Gedanken?“, erkundigte sich Gerrit verwundert und Jonas nickte. 

„Ja, mache ich. Eigentlich mache ich mir dauernd Gedanken und glaube bei jeder Kleinigkeit es hätte etwas mit der Tatsache dass ich jetzt ein Dämon bin zu tun. Zum Beispiel saß ich heute Nachmittag am Badeee und da ging ein wirklich hübsches Mädchen in einem knappen Bikini vorbei und hat mich angelächelt. Sie war vielleicht achtzehn oder neunzehn und ich habe ihr hinterher gesehen. Eigentlich ist so was ja nicht so unnormal aber ich habe mich wieder gefragt ob ich das früher auch gemacht hätte. Wahrscheinlich ja. Aber so geht es mir andauernd. Auf dem Rückweg habe ich mich über einen Rentner am Steuer geärgert. So ein alter Herr mit Hut. Vor denen muss man sich hüten, solltest du jemals einen Führerschein haben, merk es dir. Der fuhr zwanzig wo fünfzig erlaubt war und ich war kurz davor laut zu hupen, habe es dann aber gelassen weil ich dachte es liegt an diesen Veränderungen dass ich mich so aufrege. Bis ich dann gesehen dass es Lucas und ungefähr drei anderen Autofahrern genau so ging....und die haben gehupt.

Ich bin einfach ziemlich unsicher was diese ganze Geschichte angeht. Dann frage ich mich noch ein paar andere Dinge. Aber ich fürchte das muss ich wirklich mit mir ausmachen! Zerbrich dir nicht den Kopf darüber.“

Gerrit wollte etwas antworten aber statt dessen nieste er wieder und Frau Huber betrat den Raum. „Lucas ist schon ins Bett gegangen,“ sagte sie und warf einen besorgten Blick auf Gerrit ehe sie seine Stirn berührte. 

„Du hast Fieber! Ich glaube du hast dich bei dieser Frau angesteckt die gestern ihren Kaffee bei uns getrunken hat. Armer Gerrit, soll ich dir einen Tee machen? Oder willst du was gegen Kopfschmerzen haben?“

Gerrit schüttelte den Kopf. „Nein, ist nicht nötig. Das geht auch so.....“

Kurz darauf verabschiedete sich Jonas um ebenfalls zu Bett zu gehen. Es gab tatsächlich eine Sache die ihn belastete. 

Wenn seine Seele nun nicht mehr wirklich menschlich sondern statt dessen zum Teil dämonisch war, was würde mit ihm geschehen, wenn er einmal starb? Würde er direkt zur Hölle fahren, wenn es denn eine gab? Für sein Schwert und irgend welche Engel war er schließlich so, wie er jetzt war ,nicht mehr gut genug.....

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!