Kapitel 152

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Jonas sah sein neues Schwert nachdenklich an. Es hatte einer Dämonenjängerin aus dem Mittelalter gehört, einer Frau die ein ähnliches Geschöpf wie er selbst und Stefan gewesen war. 

„Ich weiß so gut wie gar nichts über sie. Irgendwie ist das sehr schade,“ dachte Jonas und legte das Schwert auf sein Sofa ehe er in die Küche ging um sich ein Brötchen zu schmieren.

„Ich habe in der letzten Zeit sehr viel über mich selbst und all diese Veränderungen nach gegrübelt. Aber damit muss nun Schluss sein. Ich muss nun was machen was ich eigentlich nicht will. Ich werde mit Stefan sprechen und er muss mir so einiges erklären. Hoffentlich gehen wir uns nicht direkt gegenseitig an die Kehle wenn wir uns begegnen.....“, dachte Jonas und beschloss direkt am nächsten Tag den Anwalt seines Vaters anzurufen. 

Dieser würde sicherlich an die Polizeiunterlagen herankommen in denen sicherlich auch Stefans Name und wahrscheinlich auch seine Stuttgarter Anschrift vermerkt war.

„Das wird Lucas gar nicht gefallen. Aber was soll ich denn machen?“, dachte er frustriert. „Ich muss zu Stefan.....“

Ein paar Tage später hatte Jonas sich nach einem Gespräch mit dem Anwalt Stefans Namen notiert. 

„Stefan Wagner. Ein ganz normaler Name, nichts unheimliches!“, dachte Jonas. „Aber er war früher ja auch mal ein ganz normaler Mensch. Was habe ich erwartet? Stefan Dracula oder so? Und seine Anschrift steht auch da. Mauerstraße 24 in Stuttgart. Das wird sich ja wohl finden lassen, ich drucke mir einfach die Fahrtroute aus. Wozu das Internet doch so gut ist...“

Jonas zögerte ob er Lucas oder sonst jemanden einweihen sollte aber dann entschloss er sich doch dafür auch wenn es ihm widerstrebte. „Ich sage wenigstens Bescheid wo ich hin gehe,“ beschloss Jonas und wählte die Nummer seine Bruders.

„Lucas, ich werde nach Stuttgart fahren. Mauerstraße 24 und Stefan heißt mit Nachnamen Wagner!“, sagte Jonas nachdem Lucas sich gemeldet hatte.

„Du willst nach Stuttgart fahren? Zu Stefan? Aber der ist gefährlich! Ich komme mit!“, antwortete Lucas nach einem kurzen Moment.

„Ich weiß nicht so recht, ich fahre ja nicht da hin um auf Dämonenjagd zu gehen. Aber so ungern ich das auch zugebe, es gibt einige Fragen auf die mir vielleicht nur Stefan eine Antwort geben kann.“, erwiderte Jonas abwehrend. 

Lucas hatte recht, Stefan war nicht ungefährlich. Andererseits, war er nicht mittlerweile genau so wie er? Zumdindestens vom Teil?

„Du willst zwar nicht gegen Statuen kämpfen aber Stefan ist wenigstens genau so gefährlich!“, wandte Lucas ein. „Und du wolltest solche Sachen nicht mehr allein machen! Ich komme mit!“

Jonas seufzte. „Es ist ein Fehler gewesen dich anzurufen. Das habe ich befürchtet. Aber dieses Mal machen wir es dann wirklich so wie ich es sage, verstanden? Ich habe diese Woche zum Glück noch frei, das gibt wenigstens keinen Ärger bei der Arbeit....“

„Gut, dann sag mir wann du mich abholst. Ich habe ja Ferien,“ antwortete Lucas und sie beendeten das Gespräch. 

Georg war nicht allzu glücklich darüber dass seine Söhne gemeinsam nach Stuttgart fahren wollten. 

„Was um alles in der Welt habt ihr da zu suchen? Doch hoffentlich nichts gefährliches?

Etwas das in irgend einer Art mit Dämonen oder Statuen oder dergleichen zu tun hat?“, fragte er Jonas als dieser zwei Stunden später die Wohnung betrat um seinen Bruder abzuholen.

„Nein, es hat nichts mit Dämonen zu tun. Wirklich nicht. Wir treffen uns dort mit einem Bekannten. Du hast ihn auch kurz kennen gelernt, damals im Krankenhaus. Mit Stefan. Er wohnt übrigens in der Mauerstraße 24,“ antwortete Jonas und gab seinen Vater einen Zettel mit Stefans Anschrift.

„Wer weiß, sollte Stefan wirklich durchdrehen oder es gibt Schwierigkeiten, dann weiß wenigstens jemand wo wir sind und kann die Polizei oder so da hin schicken. Dann bekommt Stefan wenigstens noch Ärger und muss ein paar Fragen beantworten sollte er auf den Gedanken kommen uns irgendwo zu verscharren!“

„Zu diesem unhöflichen Menschen? Den mag ich nicht,“ stellte Georg missmutig fest. „Am liebsten würde ich es zumindestens Lucas verbieten, du kannst ja machen was du willst, Jonas. Aber Lucas....“

„Ich fahre mit,“ beharrte Lucas ungehalten und bedauerte es in diesem Moment dass sie seinem Vater jemals etwas von den Dämonenstatuen erzählt hatten. Würde er ihm jetzt Steine in den Weg legen oder plötzlich den Erziehungsberechtigten spielen der sich Sorgen machte? Gut, er spielte das nicht nur und sorgte sich wahrscheinlich wirklich aber das Ergebnis war dasselbe. Einiges würde schwieriger werden.

„Dann fahrt. Aber es ist wirklich nicht gefährlich? Und ruft mich an wenn ihr da seid,“ bat Georg schließlich resignierend und unglücklich.

„Wir passen auf uns auf und wir rufen auch an,“ versprach Jona und bald darauf saßen er und Lucas im Auto und befanden sich auf dem Weg nach Stuttgart.

„Er macht sich wirklich große Sorgen,“ begann Jonas ein Gespräch und Lucas nickte. „Ja, macht er. Er spricht nicht oft darüber aber ich glaube er grübelt oft über alles nach. Tut mir ja auch leid. Vielleicht hätten wir ihm nichts sagen müssen.“

„Nein, vielleicht hätten wir das wirklich nicht. Es belastet ihn nur und jetzt sitzt er da und grübelt,“ stimmte Jonas zu.

Am Nachmittag erreichten sie Stuttgart und Jonas stoppte seinen Wagen in der Nähe von Stefans Wohnung. Diese befand sich in einem heruntergekommenen Häuserblock und einige zwielichtige Gestalten lungerten in der Nähe an einem Kiosk herum. Sie alle hielten Bierflaschen in der Hand und machten den Eindruck als würden sie den Großteil des Tages dort verbringen.

„Hier kann ich Lucas nicht allein lassen,“ dachte Jonas und dann fiel sein Blick auf ein Cafè in der Nähe des Kiosks. Dieses sah zumindestens auf den ersten Blick halbwegs sauber aus.

„Lucas, du hast mir versprochen dass wir es so machen wie ich es sage,“ begann Jonas und deutete auf das Cafè. „Du setzt dich dort hinten hin, bestellst dir was zum Essen und wartest auf mich. Ich spreche erst mal allein mit Stefan.

Er wusste dass Lucas mit diesem Vorschlag wahrscheinlich nicht einverstanden war aber er konnte Stefan nicht wirklich einschätzen und dieser hatte sich bereits des öfteren als rücksichtslos, wenn nicht sogar gewaltbereit, gezeigt. Daher hielt er es für klüger ihn allein aufzusuchen.

Zu seiner Überraschung stimmte Lucas dem Vorschlag sogar zu. „Gut, ich warte da drüben. Aber wenn du mich nicht innerhalb von einer halben Stunde anrufst dann rufe ich die Polizei an und schicke die da hin.“

„Ist das nicht übertrieben?“,fragte Jonas aber Lucas schüttelte den Kopf. „Ist es nicht. Nicht bei dem Typ. Dem traue ich alles zu!“

„Macht aber wenig Sinn, wenn er mich los werden wollte dann hätte er das im Krankenhaus viel einfacher haben können. Da hätte er einfach nur abwarten und inzwischen einen Kaffee trinken müssen, ich wäre schon von selbst gestorben,“ wandte Jonas ein und Lucas seufzte. „Gut, eine Stunde. Aber dann ruf an und sag dass alles in Ordnung ist!“

„Na gut, ich geb dir Bescheid,“ gab Jonas schließlich nach und machte sich, während Lucas zum Cafè ging, auf den Weg zu Stefans Wohnung.

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