Kapitel 116

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Mit Unbehagen und einem flauen Gefühl im Magen hatte Jonas schließlich zugestimmt Lucas zum alten Friedhof am verlassenen Kloster, das unter Denkmalschutz stand, mitzunehmen.

Eigentlich wäre er lieber allein gegangen. Doch er wollte das besser gewordene Verhältnis zu seinem Bruder nicht aufs Spiel setzen. Andererseits machte er sich Sorgen. Was war wenn Lucas ähnlich wie Ingo in Gefahr geriet? Wenn er ihm vielleicht nicht rechtzeitig helfen konnte?

„Er ist anders als Ingo! Und er hat schon Dämonen gesehen! Sogar schon gegen zwei gekämpft und einen davon selbst besiegt,“ dachte Jonas und warf trotzdem immer wieder besorgte Blicke auf seinen jüngeren Bruder der angespannt neben ihm auf dem Beifahrersitz saß.

„Ist alles in Ordnung mit dir?“, fragte Jonas und Lucas nickte. „Ja, alles in Ordnung. Es wird schon gut gehen!“

„Wird es! Wir werden nämlich nicht gegen die Statuen kämpfen sondern nur sehen ob es sich bei ihnen um Dämonen handelt oder nicht! Das heißt vielmehr, ich werde das machen! Du hältst dich im Hintergrund und läufst weg wenn sie wirklich zum Leben erwachen!“, sagte Jonas bestimmt aber Lucas schüttelte den Kopf. 

„Ich laufe ganz bestimmt nicht weg! Ich bin doch kein Feigling!“

„Das hat nichts mit Feigheit zu tun sondern mit Vernunft! Und wenn wirklich alle vier zum Leben erwachen dann mache ich auch dass ich weg komme! Das ist nämlich wirklich ein bisschen zu viel!“, stellte Jonas fest und stoppte den Wagen in der Nähe des Klosters.

„Außerdem sollten wir noch aufpassen ob sich nicht irgendwo einer der Polizisten herum treibt! Nicht dass die hier auch noch auf der Laure liegen!“, flüsterte Jonas seinem Bruder zu als sie aus dem Wagen ausstiegen. Er fühlte sich ganz und gar nicht wohl in seiner Haut.

Vorsichtig näherten sie sich dem alten Kloster und blieben schließlich stehen als sie den Friedhof erblickten. 

Dieser war von einer etwas zwei Meter großen Mauer umgeben und in dieser waren, mit dem Blick auf das gegenüber liegende ehemalige Kloster, vier Statuen in die Mauer eingearbeitet worden. Tatsächlich stellten sie Ritter mit Schwertern dar.

„Die sehen wirklich unheimlich aus,“ flüsterte Lucas und griff nach Jonas Arm. „Und schau mal da drüben, das sind nun so leere Nischen in der Mauer. Zwei Stück. Da waren bestimmt die Statuen drin die letzte Nacht zerstört worden sind!“

„Du hast recht,“ murmelte Jonas und wandte sich Lucas direkt zu. „Du bleibst hier! Lass dich nicht blicken. Und falls mehr als ein Dämon zum Leben erwacht läufst du zum Auto! Bitte versprich mir das!“

Lucas nickte schließlich. „Gut, ich haue ab wenn mehr als ein Dämon kommt!“

Jonas drückte kurz Lucas Arm ehe er sich auf den Weg zur Friedhofsmauer machte. In einer Hand  hielt er sein Schwert und seinen Dolch hatte er sich unter seinen Gürtel geschoben. Auch Lucas hielt seine Waffe fest umklammert.

Jonas näherte sich der Mauer und er behielt die Statuen genau im Auge. Leuchteten ihre Augen nicht rot? In der Ferne schlug eine Kirchturmuhr. Zehn Uhr war es mittlerweile und stockdunkel da den ganzen Tag über schlechtes Wetter geherrscht hatte.

Jonas hörte ein Knarren und sah zu seiner Überraschung dass sich die Tür des Klosters öffnete und jemand langsam heraus trat. 

Es handelte sich, soweit Jonas es erkennen konnte, um einen grauhaarigen Mann der von eben diesen grauen Haaren nicht mehr allzu viele auf dem Kopf hatte. 

Aufgeregt deutete er nun in Jonas Richtung und in diesem Augenblick bewegten sich die vier Statuen gleichzeitig.

Lucas beobachtete entsetzt wie die Dämonen seinen Bruder einzukreisen schienen. Sie alle hielten Schwerter in der Hand und hoben sie gleichzeitig. Lucas wäre am liebsten davon gerannt jedoch das brachte er nicht über sich.

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!