Kapitel 28

113 8 0

Schlecht gelaunt saß Jonas am nächsten Tag nach der Arbeit in seinem Auto umd ärgerte sich über den zähflüssigen Verkehr auf der Autobahn.

Sein Mutter hatte ihn gebeten, ihr aus dem Baumarkt neue Blumenerde zu besorgen.

„Warum kann die das nicht selber machen? Und wozu hat sie eigentlich einen Mann?“, ärgerte er sich. 

Jonas hatte ihretwegen extra früher Feierabend gemacht, nachdem sie ihn zweimal bei der Arbeit angerufen und um den kleinen Gefallen gebeten hatte.

„Aber wenigstens treffe ich vielleicht Lucas, das ist aber eigentlich auch der wahre Grund, warum ich mir diesen Besuch antue! Sonst hätte ich ihr gesagt, sie soll sich die Erde von ihren geliebten Nachbarn besorgen lassen!“, dachte er mit einem gehässigen Grinsen.

„Armer Lucas, der muss noch die nächsten Jahre bei denen leben! Ich erinnere mich noch gut an den Tag, an dem ich mit Nadine zusammen in unsere Wohnung gezogen bin! Abends haben wir das mit einem großen Essen gefeiert und ich habe Champus bestellt!“, erinnerte er sich an den Tag seines Auszugs von daheim.

Endlich, ihm schien es wie eine Ewigkeit, parkte Jonas vor dem Haus seiner Eltern und warf einen Blick in den Vorgarten. 

Ein Grinsen konnte er sich nicht verkneifen, als er klingelte. Zwar besaß er einen Hausschlüssel für sein Elternhaus, jedoch diesen schleppte er für gewöhnlich nicht mit sich herum.

Seine Mutter öffnete ihm hektisch mit roten Wangen die Tür und bat ihn, samt dem Sack voll Blumenerde, den er trug, hinein.

„Stell das am besten im Flur ab,“ forderte sie ihn auf und Jonas folgte ihr ins Wohnzimmer. 

„Was ist denn mit deinen Stiefmütterchen los? Die sind ja alle zertrampelt worden! Ich bin entsetzt! Die Nachbarn werden denken, du kümmerst dich nicht gut genug um deinen Vorgarten!“, sagte Jonas. 

Diese kleine Gemeinheit konnte er sich nicht verkneifen und er ignorierte den wütenden Blick seiner Mutter, den diese ihm zuwarf.

„Das war der Sohn meines Mannes. Der ist gestern Nacht aus dem Haus gegangen und angeblich von jemandem verprügelt worden. Aber wenn du mich fragst, dann hat er sich diese Verletzungen selber zugefügt und vorher noch meine Blumen zertrampelt. Für die brauche ich auch die Erde, ich muss das komplette Beet neu bepflanzen!“, klärte Hedwig ihren Sohn auf, der sie erschrocken ansah.

„Lucas ist verprügelt worden? Hat er mit irgendwem Schwierigkeiten?“, erkundigte er sich besorgt. 

Irgendwie mochte er seinen jüngeren Bruder, und es tat ihm leid, dass dieser in der Familie sicherlich den schlechtesten Stand von allen hatte.

„Er ist natürlich nicht verprügelt worden! Das hat der Arzt im Krankenhaus auch schon gefragt, und er hatte sogar deinen armen Vater in Verdacht,“ sagte Hedwig empört.

„Lucas ist im Krankenhaus? Ist er denn so schlimm verletzt?“, fragte Jonas seine Mutter. 

Auf den Einwand, dass der Vater ihn geschlagen haben könnte ging er nicht ein. Trotz aller Schwierigkeiten war sein Vater kein Mann, dem er zutraute, seinen Sohn zu schlagen. Nicht einmal Klapse auf den Hintern hatte er selbst jemals von ihm erhalten.

Seine Mutter war da anders, bis er dreizehn oder vierzehn Jahre alt gewesen war, hatte es die ein- oder andere Ohrfeige gegeben.

„Ja, dein armer Vater sagt, dass er ziemlich schlimm verletzt wurde. Georg war heute morgen vor der Arbeit da und hat ihm ein paar Sachen ins Krankenhaus gebracht. Da fällt mir ein, ich musste, als ich die Sachen zusammen gesucht habe, so ein altes Stoffding in die graue Tonne werfen. Ekelhaft war das, da fehlte schon ein halbes Ohr und so was saß auf seinem Kopfkissen! Ich habe bei dir ja immer darauf geachtet, dass du nur saubere Stofftiere hattest, aber diese Anita schien auf so was nicht allzu viel Wert zu legen!“, antwortete Hedwig.

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!