Kapitel 135

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Beunruhigt sah Jonas von Stefan zu Kommissar Brandt. Dieser hatte seinen Blick starr auf Stefan gerichtet.

„Leg jetzt auf der Stelle das Schwert weg. Ich werde schießen!“, sagte der Polizeibeamte gefährlich leise. 

Stefan zuckte die Schultern, machte aber keinerlei Anstalten der Aufforderung des Polizisten in irgend einer Weise Folge zu leisten.

„Halt, was machen Sie denn da?“, erklang mit einem Mal eine Stimme und Kommissar Klein wirbelte zu zwei Neuankömmlingen herum. Bei diesen handelte es sich um Julia und Herrn Bitterfeld.

„Legen Sie doch um Himmels willen die Pistolen weg, nicht dass noch ein Unglück geschieht,“ klagte der Künstler und wedelte mit seinem Personalausweis. „Ich bin der Besitzer dieser Bilder. Und es liegt kein Einbruch oder dergleichen vor. Ich bin mir sicher dass es für Sie genau so aussehen muss. Aber so ist es wirklich nicht!“

Kommissar Klein ließ seine Waffe sinken doch sein Kollege schüttelte nur den Kopf und warf einen wütenden Blick auf Jonas. „Du hast irgend etwas Unrechtes getan. Da bin ich mir ganz sicher. Mit dir stimmt etwas ganz und gar nicht.....“

„Ach, das ist mir vorhin schon aufgefallen. Warum dutzen Sie mich und meinen Kumpel eigentlich? Ich wüsste nicht dass wir uns näher kennen,“ warf Stefan ein aber der Kommissar, dem Schweißperlen auf der Stirn standen, beachtete ihn gar nicht sondern richtete seine Waffe nun genau auf Jonas.

„Bitte beruhigen Sie sich doch,“ bat Herr Bitterfeld und wandte sich an Herrn Klein. Dieser erschien ihm wohl ruhiger und vernünftiger als sein Kollege.

„Die beiden sind hier nicht eingebrochen sondern ich habe Ihnen den Schlüssel überlassen. Ich werde das im Nachhinein natürlich noch der Museumsleitung melden. Das war mein Versäumnis. Ich habe ihnen die Erlaubnis gegeben diese Bilder mit den Schwertern zu zerstören. Es handelte sich um Kunstwerke mit denen ich nie so recht zufrieden war. Aber einfach weg werfen wollte ich sie auch nicht und da dachte ich ich probiere etwas anderes mit ihnen aus. Etwas gänzlich Neues, es geht in die Richtung der aus Kanada stammenden Künstler Smithson und Reluso. Sie haben doch sicherlich schon von ihnen gehört, oder?“

„Nein, habe ich noch nicht,“ gab Kommissar Klein zu. 

Herr Bitterfeld seufzte. „Das dachte ich mir. Diese stellen Kunstwerke die sie nicht benötigen als Zielscheiben für Sportschützen zur Verfügung. Und hinterher werden diese dann in einer Sonderausstellung ausgestellt. Kunst und rohe Gewalt heißt das Projekt. Und ich wollte nicht einfach nur kopieren sondern was Neues schaffen. Daher habe ich jemanden gesucht der die Bilder mit einem Schwert statt mit einem Gewehr oder einem Revolver bearbeitet. Das Ganze war leider ein wenig kurzfristig und auch Smithson und Reluso bekamen schon Ärger mit der Polizei da diese die Sportschützen für Einbrecher hielten...“

„Versteh einer die Künstler,“ stimmte Julia dem alten Maler zu. „Sicherlich ist es doch auch eine Art der Kunst dass diese Zerstörung nicht in einer Lagerhalle oder im Haus des Künstlers stattfindet sondern im Museum, nicht wahr? Darum haben Sie ja auch alle anderen Kunstwerke weg geschafft. Damit es keine Irrtümer gibt!“

Herr Bitterfeld nickte. „Ganz genau so ist es. Entschuldigen Sie bitte vielmals das Missverständnis.“

Kommissar Klein schmunzelte nun sogar. „Ich gebe zu, ich habe von moderner Kunst keine Ahnung. Und dass es mir gefällt kann ich auch nicht sagen. Vorher sahen die Bilder bestimmt besser aus. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Wir gehen dann wohl besser!“

„Nein, wir gehen nicht! Leg du den beiden Handschellen an. Die kommen mit,“ sagte Kommissar Brandt mit kalter Stimme. 

„Ich bin mir sicher da steckt mehr dahinter! Es muss einfach. Der da drüben,“ er deutete auf Jonas, „hat doch ganz eindeutig Dreck am Stecken. Schon zweimal haben wir ihn befragt und konnten ihm nichts nachweisen. Aber das werde ich noch und wenn es das letzte in meinem Leben ist!“

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