Kapitel 200

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Alex hatte mit einem Gefühl der Trauer auf den Tod Kumpels Bernd reagiert. Die Polizei hatte ihn befragt, immerhin war er der letzte gewesen, der ihn lebend gesehen hatte.

„Das musste ja irgendwann mal so kommen, dass du Ärger mit der Polizei bekommst. Ist ja nicht das erste Mal, aber bisher waren es nur Fahren ohne Führerschein und eine Schlägerei in der Disco. Was soll aus dir nur noch werden?“, fragte Alex Vater kopfschüttelnd. „Jetzt geht es um Mord!“

„Mord? So ein Quatsch! Bernd ist nicht ermordet worden. Der ist an Herzversagen gestorben. Nur die Sache mit seinem Bein bereitet denen Kopfzerbrechen. Aber vor Schreck einen Herzinfarkt kriegen, weil einem einer gegen das Bein tritt? Vielleicht hat er es sich ja auch gebrochen, als er tot umgefallen ist,“ sagte Alex kopfschüttelnd. 

„Der Bernd hat manchmal ein paar Pillen eingeworfen. Vielleicht hat er das ja auch wieder gemacht. Außerdem war ich nicht der letzte, der ihn gesehen hat. Da war noch der Taxifahrer!“

„Ich will nur hoffen, dass du nichts damit zu tun hattest, Alex! Dann kannst du auf meine Hilfe künftig ganz verzichten,“ sagte der Vater unglücklich. „Was haben deine Mutter und ich nur falsch gemacht?“

„Ich weiß es auch nicht,“ klagte Alex. „Aber irgendwas werdet ihr verkehrt gemacht haben. Alle anderen aus meiner ehemaligen Klasse haben einen Job. Ihr habt mich nicht genügend unterstützt!“

Alex schnappte sich einen Hunderteuroschein, den sein Vater auf den Tisch gelegt hatte, um damit einkaufen zu gehen, und steckte ihn ein. „Den nehme ich schon mal als Entschädigung. Auf den Schrecken muss ich mir erst mal einen trinken gehen!“

Alex verließ das Haus und machte sich auf den Weg zum „Weinkeller“. Dort hatte er drei Tage zuvor noch gemeinsam mit seinem Kumpel gesessen und ein Bier nach dem anderen getrunken.

„So schnell kann es gehen,“ dachte Alex bedrückt. „Jetzt ist er einfach so tot und wird niemals mehr zurück kommen!“

Eine Hand legte sich auf die Schulter des jungen angetrunkenen Mannes und er sah in das Gesicht eines älteren Herrn.

Dieser trug einen Hut und einen grauen Mantel. Auf seiner Nase prangte eine Brille. „Du bist in Gefahr, Junge! Ich will dich warnen! Du hast jemand beleidigt und wirst den nächsten Morgen nicht erleben, wenn du nicht fliehst. Wahrscheinlich wirst du diese nicht mehr können, es wird dich zurück rufen....“

„Hä? Ich dachte, ich wäre besoffen, Opa. Und wen soll ich beleidigt haben?“, fragte Alex verwundert.

Viele Leute fielen ihm da auf Anhieb ein, er geriet regelmäßig in Streit mit seinen Mitmenschen. Aber dass ihn darum jemand umbringen wollte....

„Flieh! Das ist das einzige, was ich dir noch raten kann!“, sagte der alte Mann und verließ langsam die Kneipe.

„Wer war das denn?“, dachte Alex. „Einer von den Bullen? Ein verdeckter Ermittler, der sehen will, wohin ich fliehe? Denken die noch immer ich hätte Dreck am Stecken? Ich hab denen heute morgen doch gesagt, dass ich nichts mit Bernds Ende zu tun hatte....“

Alex dachte gar nicht daran, die Stadt zu verlassen. Er verbrachte den Rest des Nachmittags im „Weinkeller“ und verließ erst am frühen Abend, es wurde bereits dunkel, die Kneipe. Draußen war es kalt und ein leichter Nebel schien die Stadt zu bedecken.

„Ich sollte vielleicht nach Hause gehen,“ dachte Alex. Sicherlich hatte sein Vater sich den ganzen Nachmittag über in Schuldgefühlen gesuhlt und litt furchtbar unter dem Gefühl, versagt zu haben.

Alex lachte. „Geschieht dem ganz recht! Aber immerhin konnte ich mit seinem Hunni einen schönen Nachmittag verbringen!“

Der junge Mann setzte sich schließlich auf eine Bank, die man vor der St. Andreas Kirche aufgestellt hatte. 

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