Kapitel 90

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Jonas war, während sein Vater seien Mutter besuchte,  zu Hause angekommen und begann seine Reisetasche zu packen. Er legte sein Schwert und einige Kleidungsstücke, außerdem Verbandszeug und seinen Dolch hinein.

„Das alles werde ich in Hedenburg brauchen,“ dachte er und griff nach einem Blatt Papier. „Ich muss Jessica und Lucas wenigstens eine Nachricht hinterlassen falls ich nicht zurück kommen!“

Jonas setzte sich an seinen Tisch und begann damit einen Brief zu verfassen.

„Liebe Jessica!

Es tut mir leid dass ich mich nicht an unsere Abmachung halten kann dich oder sonst jemanden künftig mitzunehmen! Zumindestens nicht zu diesem Dämon! Ich habe endlich heraus gefunden wo Direktor Engelmann, seine Henker und Gerrit sich aufhalten. Ihr könnt mir nicht helfen! Keiner von euch kann wirklich gegen ihn kämpfen. Das ist leider meine Aufgabe. Ich wünschte mir es wäre anders.

Ich kann verstehen wenn du im Anschluss, sollte ich zurück kehren, nichts mehr mit mir zu tun haben möchtest! Ich bin leider auch nicht gut darin solche Briefe zu schreiben. Bitte kümmere dich ein wenig um Lucas und sag ihm dass ich ihn auch lieb habe und mich freue dass er mein Bruder ist!“

Ich liebe dich, Jonas!

Diesen Brief steckte er in einen Umschlag und schrieb Jessicas Namen und ihre Adresse darauf. Anschließend stopfte er ihn in seine Reisetasche und hoffe darauf dass man ihn ihr geben würde sollte man in den nächsten Tagen irgendwo seine Überreste finden.

„Was denke ich da eigentlich für Dinge? Ich will nicht dass man meine Überreste irgendwo findet! Und natürlich komme ich auch zurück! Eigentlich müsste ich morgen auch zur Arbeit gehen! Aber ich fürchte meinen Job kann ich so oder so vergessen!“, dachte Jonas bedrückt als er seine Tasche im Kofferraum seines Autos verstaute und sich auf den Weg nach Hedenburg in der Nähe von Hamburg machte.

„Wahrscheinlich werde ich erst morgen Abend dazu kommen gegen die Statuen zu kämpfen! Zwei auf einmal, das wird hart werden! Ich habe so was schon mal mit den Hunden in Holland erlebt aber die waren nicht so gefährlich wie die beiden Henker! Ich hoffe ich kann wenigstens Gerrit helfen! Sicherlich geht es ihm nicht gut dort wo er ist! Es muss irgendwie gelingen,“ dachte er und schaltete das Radio ein.

„Jugendliche waren verantwortlich für die Zerstörung der Skulptur der Künstlerin....“

„Ach nee, wirklich?“, frage Jonas sich ironisch und schaltete auf einen anderen Sender. 

An diese Hasenfolterskulptur wollte er lieber nicht erinnert werden. 

„Eigentlich sollte ich mich nach diesem grässlichen Tag ins Bett legen und schlafen! Oder Zeit mit Jessica verbringen! Es tut mir so leid! Ich weiß doch auch dass ich ihr weh tue! Eigentlich mache ich das schon seitdem ich mit ihr zusammen bin! Und sollte ich den Sommer nicht erleben dann....

Vielleicht ist es besser wir trennen uns vorher in einem heftigen Streit weil sie sich nicht auf mich verlassen kann und ich mich nicht an Abmachungen halte! Alles ist besser als wenn sie irgendwann  an meinem Grab stehen muss! Ich hätte damals diese Trennung durchziehen sollen! Aber ich liebe sie doch...“

Jonas hielt an einem Rastplatz und beschloss eine Tasse Kaffee zu trinken. Außer ihm befand sich nur noch ein LKW-Fahrer im Restaurant und unterhielt sich mit einer Angestellten.

„Ich sag dir was, das ist ein Sauwetter gewesen gestern! Manchmal könnte ich meinen LKW knuddeln....“, sagte der Mann und Jonas nickte ihm kurz grüßend zu als er seinen Kaffee entgegen nahm und sich damit in eine Ecke verzog.

Nach halben Stunde fuhr er weiter und erreichte schließlich am späten Abend Hamburg. Sein Handy hatte in dieser Zeit drei Mal geklingelt und schließlich schaltete er es ab.

„Wo bist du?“, hatte Jessica ihm eine SMS geschrieben und am liebsten hätte Jonas sie angerufen.

„Tut mir leid, Jessie! Es geht nicht....“, dachte Jonas und verließ seinen Wagen um sich in einer kleinen Pension für die Nacht ein zu mieten. Erst am nächsten Tag würde er sich auf die Suche nach dem Ort Hedenburg und dem Haus des Direktors machen können, schließlich brachte es ihm nichts ein Nachts durch ein Dorf zu laufen ohne zu wissen wo er suchen musste.

Seine Gedanken wanderten zu Gerrit. „Nur noch eine einzige Nacht! Dann ändert sich hoffentlich etwas für dich! Aber die eine Nacht musst du noch überstehen....“

Nicht nur Jonas hatte den Beitrag über die Statuen und die Todesfälle in Hedenburg im Fernsehen gesehen. Auch Sebastian verfolgte diesen Beitrag neugierig.

„Da steckt der Kerl also! Und er macht da weiter wo er hier aufgehört hat! Ich wollte doch nie mehr was damit zu tun haben! Soll ich die Polizei anrufen und ihr einen anonymen Hinweis geben dass sie sich das Haus des Direktors mal ansehen sollen? Aber am Ende laufen die dann noch heute Abend da herum und die Statuen bringen sie alle um wenn sie auftauchen!“ dachte Sebastian. 

Den ganze Tag über hatte der Fernsehbericht wie ein Stein in seinem Magen gelegen und er stand kurz davor Julia anzurufen und ihr davon zu berichten.

Jedoch sie verstanden sich in der letzten Zeit nicht mehr so gut und fast schon schien sie ihm aus dem Weg zu gehen.

„Es ist weil sie dagegen ist dass man sich der offensichtlichen Lösung dieses Problems annimmt,“ dachte Sebastian mit einem Anflug von Wut. 

„Sie will nicht dass Gerrit etwas geschieht! Warum reagiert sie deswegen nur so heftig? Er ist kein wirklicher Mensch, nur in einer einzigen Hinsicht die nützlich sein könnte! In dieser Sache darf man sich einfach nicht zu sehr von seinen Gefühlen leiten lassen. Mir tut es ja auch leid, aber es muss im Ernstfall nun einmal sein. Leider sieht Julia das anders. Man könnte fast schon denken es wäre ihre Schuld dass die Situation jetzt so ist wie sie nun einmal ist! Aber das ist doch Unsinn!“

Sebastian zog sich eine Jacke über. 

„Und wenn ich nach Hedenburg fahre? Ich könnte versuchen die Statuen zu finden...und kurz nach Anbruch der Dunkelheit, wenn sie lebendig werden,....schalte ich den Direktor endgültig aus! Aber ich darf nicht nahe an sie heran kommen!“, dachte er und ging zu einem Tresor der sich im Abstellraum hinter seinem Staubsauger, Putzeimern und Reinigungsmitteln befand. Dort drinnen lag eines seiner größten Geheimnisse.

Er öffnete den Tresor und griff nach einer geladenen Pistole. Eigentlich gehörte diese nicht ihm sondern einem alten Bekannten seines Vaters. Dieser hatte sie nach eigenen Angaben nicht legal erworben und sie war auch nirgendwo registriert.

„Ich kann einigermaßen damit schießen, mein Vater hat mich als Teenager ein paarmal mit zum Schießplatz genommen!“, erinnerte sich Sebastian an das Hobby seines Vaters. 

Jedoch dass sein Sohn diese Waffe besaß wusste er natürlich nicht und hätte es auch niemals gut geheißen. 

Sein Freund hatted ihm die Waffe kurz vor seinem Tod überreicht mit der Bitte sie zu verwahren bis er aus dem Krankenhaus zurück kehrte. Jedoch dazu war es nicht mehr gekommen.

„Gerrit wird zu einem Menschen wenn er sich verwandelt, und da ist nicht allzu viel Übernatürliches an ihm, nicht so wie bei den Statuen! Denen machen Kugeln vielleicht nichts aus! Aber wenn ich Gerrit damit treffe....dann  müsste der ganze Spuk zu Ende sein und Hedenburg sowie der Rest der Welt können aufatmen!“, dachte Sebastian entschlossen und stieg kurz darauf in sein Auto.

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