Kapitel 147

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Auch Julia und Britta hatten den schönen sonnigen Tag am Wasser, im Schwimmbad, verbracht. 

Unter Brittas Umstandsbadeanzug zeigte sich mittlerweile ganz eindeutig ein Babybauch und sie genoss es nach dem Bad in der Sonne zu liegen und sich trocknen zu lassen.

„So könnte das Wetter von mir aus bleiben,“ stellte Julia zufrieden fest und Britta grunzte zustimmend ehe ihr etwas einfiel. 

„Ich habe gestern übrigens deinen Exfreund getroffen, Sebastian! Der hat ja jetzt eine neue Wohnung in der Innenstadt und sogar eine neuen Job.....“

Julia lächelte. „Ich weiß. Das hat er mir schon vor längerem erzählt. Aber was für einen Eindruck machte er auf dich? Wirkte er noch irgendwie....verwirrt oder so?“

Britta schüttelte den Kopf. „Nein, gar nicht. Er war richtig gut drauf. Vielleicht hat er ja eine neue Freundin....entschuldige, das war gemein von mir!“

„Macht nichts,“ seufzte Julia. „Das mit Sebastian und mir ist schon längst vorbei und ich bin auch drüber hinweg. Natürlich ist es schade. Aber es hat halt nicht sollen sein.“

„Ja, schade ist das wirklich. Aber für dich finden wir auch noch einen neuen Freund. Der da hinten guckt schon die ganze Zeit rüber,“ stellte Britta fest aber Julia lachte. „Du meinst den rothaarigen Mann? Klar, der sieht ganz gut aus aber der guckt nicht nach mir sondern nach dem was da drüben sitzt!“

Britta warf einen Blick in die Richtung die Julia ihr zeigte und zuckte kurz zusammen. Dort saßen zwei rothaarige Kinder im Kindergartenalter im mit Sand aufgeschütteten Spielbereich des Schwimmbades und bauten eine Sandburg.

„Er ist ein Papa! Der ist nichts für mich! Außerdem ist die Frau mit dem Baby auf dem Arm die ihm gerade einen Kuss gibt wahrscheinlich die dazugehörende Mama!“, sagte Julia.

„Ja, die besten Männer sind schon vergeben. Und solche wie Jonas laufen frei herum,“ stellte Britta fest und ihr Gesicht verdüsterte sich bei der Erwähnung von Jonas Namen.

„Bist du immer noch böse auf ihn? Weil er die Sache mit deinem Baby damals verraten hat? Sei doch nicht so nachtragend,“ bat Julia und Britta schüttelte den Kopf. 

„Das war so gemein von ihm. Ich meine, wann bekomme ich schon mal ein Kind und kann es allen erzählen? Und er musste mir den ganzen Spaß verderben. Aber so kennt man ihn ja. Dennis meint auch immer ich soll die ganze Sache vergessen und immerhin hätte Jonas ihm damals geholfen und ohne ihn hätten wir unser Baby gar nicht bekommen. Trotzdem bin ich sauer. Das kommt nun mal davon wenn man sich mit Verlieren einlässt! Geschieht ihm recht dass seine Freundin ihn verlassen hat! Ich will gar nicht wissen was er momentan so macht!“

„Er wäre fast gestorben,“ sagte Julia mit einem Mal sehr leise und Britta sah sie nun doch ein wenig erschrocken an. „Was?“

„Das habe ich dir nicht erzählt. Aber das war wirklich sehr schlimm, es ging dabei um Bilder in einem Museum...“, berichtete Julia von Jonas letztem Kampf und erwähnte auch das Erlebnis mit der Riesenschlange in der Nähe von Berlin. 

„Oh, tut mir leid. So was wünsche ich ja doch keinem aber du sagst doch es geht ihm wieder besser? Dann kann es ja nicht so schlimm gewesen sein. Du weißt doch, Unkraut vergeht nicht!“, sagte Britta ein wenig unsicher.

„Er ist aber kein Unkraut,“ sagte Julia heftig und Britta sah sie nicht mehr unsicher sondern mit einem Mal spöttisch an.

„Julia, dein Helfersyndrom in allen Ehren. Du bist mit ihm nach Berlin gefahren als er gegen diese Schlange gekämpft hat und du hast im Krankenhaus gewartet ob es ihm besser geht. Aber gib dich besser nicht zu sehr mit solchen Leuten ab! Jonas war noch nie jemand der an Leute wie uns.....ich weiß nicht wie ich es sagen soll, aber er hat noch nie in unserer Liga gespielt....“

„Britta, weißt du eigentlich dass du eine ziemlich arrogante Kuh bist?“, fragte Julia ruhig und Britta sah ihre Freundin verwundert an.

„Nun sei doch nicht so empfindlich! Man könnte ja fast meinen ich hätte dich beleidigt oder jemanden der dir etwas bedeutet, dabei wäre das doch wirklich der Witz des Jahrhunderts. Julia Becker und Jonas Schneider. Stell dir mal vor das hätte vor ein paar Jahren auf dem Schulklo an der Wand gestanden.....“

Sebastian verbrachte seinen freien Tag unterdessen nicht im Schwimmbad oder im Eiskaffee sondern er stand mit einem Fotoapparat vor dem Haupteingang der St. Andreas Kirche und schoss ein Foto.

„So, ein Foto für mich. Das werde ich mir nachher gleich im Computer speichern und dann kann ich mich auch zu Hause immer davon überzeugen dass es diese Statue nicht mehr gibt!“

Er wusste dass sein Verhalten zumindestens ein wenig über die Normalität hinaus ging. 

Aber von Zeit zu Zeit brauchte er einfach die Gewissheit dass es weder an der Kirche noch auf dem Schulhof Dämonenstatuen gab. 

„Vom Schulhof mache ich nachher auch ein Foto, im Moment sind ja Ferien und da sieht mich niemand und stellt blöde Fragen,“ dachte Sebastian und stand bald darauf auf dem Schulhof seiner ehemaligen Schule.

Auch dort schoss er ein Foto und verließ anschließend erleichtert das Schulgelände. „Ich muss mich einfach überzeugen!“

Am Abend saß Sebastian vor seinem Computer und starrte auf das Bild des Kircheinganges. Natürlich gab es weder dort noch auf dem Schulhof irgendwelche Dämonenstatuen.

„Das beruhigt mich jetzt,“ dachte er erleichtert. „Es gibt sie nicht mehr. Sie sind weg und ich bin sicher. Vielleicht kann ich nächstes Wochenende sogar mal wieder ins „Mallorca“ gehen? Lust hätte ich schon darauf.....“

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!