Kapitel 98

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Ende April, mehr als einen Monat später....

An einem schönen Frühlingssamstag Ende April gab Britta endlich in einer kleinen romantischen Kirche ihrem Dennis das Jawort.

Stolz stand sie in ihrem weißen Brautkleid da und dankte dem Himmel dass sie trotz ihrer Schwangerschaft noch hinein passte. Dann warf sie einen verliebten Blick auf Dennis und gab ihm einen Kuss nachdem sie ihre Ringe getauscht hatten.

Ihr ganzes Leben hatte sie sich schon auf diesen Augenblick gefreut. Endlich heiraten in einem traumhaften Kleid und noch dazu Dennis.....

Anschließend unterschrieben sie und Dennis sowie die Trauzeugen, Dennis Vater sowie ihre Freundin Julia, die Heiratsurkunden.

Glücklicherweise war Julia bereits seit einer Weile von ihrem Gipsbein befreit worden und konnte die Trauung und die anschließende Hochzeitsfeier unbehindert genießen.

„Britta sieht so hübsch aus in ihrem Kleid. Ich fürchte nur ich werde so schnell keins tragen. Mit Sebastian das ist ja leider vorbei. Aber es ist besser so. Er hatte zum Schluss ein paar Charakterzüge gezeigt die ich einfach nicht einordnen konnte. Sein Vorschlag, Gerrit zu töten war nur einer davon. 

Ich möchte nicht jemanden als Partner haben der so eiskalt sein kann!“, dachte Julia mit Bedauern. 

Vielleicht irgendwann würde sie jemanden finden der besser zu ihr passte. Jedoch im Augenblick wollte sie lieber allein bleiben. Auch so ging es ihr recht gut. Erst in der vergangenen Woche war sie los gezogen und hatte niedliche Strampler für Brittas Baby besorgt. „Vielleicht werde ich ja Patentante,“ dachte sie.

Nach der Trauung verließen das Brautpaar sowie die ungefähr vierzig Hochzeitsgäste die Kirche. 

„Jetzt werfe ich den Brautstrauß,“ rief Britta und zielte in Julias Richtung. Diese fing den Strauß und drückte ihn kurz an sich. 

„Danke,“ dachte sie. „Vielleicht ist das ja ein Zeichen und ich muss doch nicht als alte Jungfer enden. Mal sehen was noch kommt.“

Dann lachte sie und umarmte zuerst Dennis und dann ihre beste Freundin. 

„Nur Katja fehlt,“ dachte Julia flüchtig. Sicherlich hätte die andere Freundin auch ihren Spaß an der Feier gehabt.

„Schau mal, da drüben ist auch Jessica,“ sagte Britta mit einem Mal und Julia und Dennis schauten in die Richtung in der Jonas Ex-Freundin stand. 

Sie hielt ein kleines Päckchen in der Hand und drückte es Britta, als diese auf sie zu kam, in die Hand.

„Alles Gute zur Hochzeit für euch beide. Und für euer Baby. Für das habe ich eine Winzigkeit besorgt,“ gratulierte Jessica den beiden und spontan umarmte Britta sie. Im Augenblick hätte sie die ganze Welt umarmen können.

„Danke dass du gekommen bist. Möchtest du mit ins Lokal kommen? Wir haben ein Buffet und einen weiteren Stuhl treiben wir sicherlich für dich auf!“

„Nein danke, ich bin nachher noch verabredet, mit einer Freundin. Aber danke für das Angebot,“ schlug Jessica die Einladung bedauernd aus.

Eine Tante von Dennis drängte sich an Jessica vorbei und gratulierte dem Paar nun ebenfalls und so verloren Dennis und Britta Jessica aus den Augen. 

Britta riss das Papier von dem Päckchen ab und entdeckte ein paar hübsche Babyschuhe. „Die sind niedlich,“ dachte sie und strich sanft darüber.

Britta hatte Jessica vor einiger Zeit beim Einkaufen getroffen und erfahren dass Gerrit in Freiheit, und der Direktor sowie die Statuen besiegt waren. Und dass sie und Jonas kein Paar mehr waren. 

Vor allem Julia hatte auf diese Nachricht vom Sieg über Engelmann sehr erleichtert reagiert. Ihr schien ein Stein vom Herzen gefallen zu sein.

Flüchtig fragte Britta sich warum auch wenn sie sich im Grunde über die Nachrichten dass der Direktor kein Unheil mehr stiften konnte gefreut hatte.

Doch an diesem schönen Frühlingstag wollte sie nicht an Dämonenstatuen denken. Es war ihr Hochzeitstag und bald schon würden sie und Dennis in das kleine Dorf in eine schöne Dreizimmerwohnung ziehen und ihr Baby bekommen....

Zur gleichen Zeit las Georg ein Schreiben seines Anwaltes durch. 

„Das gibt es gar nicht. Hedwig macht wirklich Schwierigkeiten und behauptet ich wäre nicht aus dem Haus ausgezogen und das Trennungsjahr könne nicht beginnen zu laufen. So ein Blödsinn!“, sagte er und legte das Schreiben seufzend auf den Tisch.

Ihm gegenüber saß sein Sohn Lucas. „Könnt ihr euch jetzt nicht scheiden lassen?“, frage er beunruhigt jedoch Georg schüttelte den Kopf. 

„Natürlich können wir uns scheiden lassen. Mein Anwalt meint dass ich ihm eine Kopie des Mietvertrages für unsere Wohnung überlassen soll. Da lässt sich ja ersehen dass ich meinen Wohnsitz geändert habe. Die Gemeinde kann auch eine Bescheinigung ausstellen. Ich habe mich ja umgemeldet. Aber sie versucht es halt mit allen Mitteln!“

„Ich hätte da eine andere Bitte,“ sagte Lucas mit einem Mal ein wenig unsicher und Georg sah ihn erstaunt an. „Was gibt es denn?“

„Meine Klasse fährt nächsten Monat in eine Jugendherberge, für drei Tage. Auf eine alte Burg. Eigentlich wollte ich da nicht mit fahren. Wir hatten das schon geplant als meine Mutter noch lebte. Aber da hätten wir uns das nicht leisten können und beim Amt betteln das die das bezahlen, so was gab es nicht. Aber....“,stammelte Lucas verlegen.

„Aber jetzt würdest du schon gerne mitfahren. Natürlich machst du das. Wie viel brauchst du denn? Bezahl das direkt am Montag und fahr mit!“, antwortete Georg und fühlte sich mit einem Mal ziemlich schuldig.

„Dadurch das ich keinen Kontakt zu Lucas und Anita hatte konnten sie sich so einiges nicht leisten. Es hätte damals schon normal sein sollen dass sie mit so etwas zu mir kommen wenn sie es sich nicht leisten können...“, dachte er.

Lucas schien sich wirklich darüber zu freuen dass er an der Klassenfahrt teilnehmen konnte. „Danke,“ sagte er. „Ich bin zwar nicht so scharf darauf drei Tage und drei Nächte mit Lutger, Mirko und Frank zu verbringen. Aber Andy und Meike sind ja auch dabei....“

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!