Kapitel 137

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Mit einem Mal fühlte Jonas sich sehr müde und er unterdrückte nur mit Mühe und Not ein Gähnen.

„Ich glaube Sie brauchen ein wenig Ruhe. Verwunderlich ist es ja wirklich nicht nach allem was in den letzten Stunden geschehen ist. Eigentlich.....aber egal, ich schlage vor Sie ruhen sich aus und versuchen zu schlafen. Und wenn es Ihnen im Anschluss weiterhin gut genug geht und wir die neuen Blutwerte bis dahin haben und diese in Ordnung sind verlegen wir sie auf die normale Station. Dort werden Sie aber ein paar Tage bleiben müssen.....“, sagte der Arzt. 

Auch er sah sehr müde aus und konnte immer noch nicht so recht glauben dass sein Patient sich von einer eigentlich tödlichen Verletzung so gut zu erholen schien.

Nur widerwillig verließ Georg in Begleitung von Lucas und Julia das Krankenzimmer. Er unterdrückte, genau wie sein Sohn zuvor, nur mühsam ein Gähnen und wandte sich an Julia. 

„Sind Sie mit dem Auto hier? Könnten Sie uns vielleicht zu Jonas Wohnung fahren? Wir würden dort gerne ein paar Sachen für ihn holen, seinen Schlafanzüge, Handtücher und seine Zahnbürste. Die wird er hier im Krankenhaus wohl brauchen.....“

„Natürlich,“ stimmte Julia zu und kurz darauf betraten sie Jonas Wohnung. Georg setzte sich im Wohnzimmer auf das Sofa. Er wirkte mit einem Mal unsagbar müde und erst jetzt bemerkte er wie sehr ihn die Ereignisse der Nacht mitgenommen hatten.

Lucas sah unterdessen aus dem Fenster. Es dämmerte bereits und es versprach ein schöner Tag zu werden. Doch seine Gedanken wanderten immer wieder zu seinem Bruder Jonas. Wie sehr würde dieser sich verändern? Stefans Verhalten stand ihm vor Augen.

„Aber eigentlich war Jonas so wie immer, müsste er sich nicht schon verändert haben? Ich weiß so wenig darüber. Hoffentlich wird er nicht wie Stefan. Endlich habe ich mich mit Jonas wieder vertragen und dann geschieht so etwas. Aber eigentlich ist es ja nicht unbedingt Stefans Schuld sondern die von diesem Polizisten. Warum musst der auf meinen Bruder schießen? Julia sagte doch er hätte überhaupt nichts gemacht! Hoffentlich schmeißen die ihn raus!“

Lucas hörte ein leises Schnarchen und drehte sich um. Sein Vater hatte seinen Kopf an die Sofakissen gelehnt und war eingedöst.

„Wir legen seine Füße auch auf das Sofa, dann kann er ein bisschen schlafen,“ schlug Lucas an Julia gewandt vor und kurz darauf bereitete sie eine Decke über dem Schlafenden aus.

„Du solltest dich auch ein wenig hinlegen, geh doch in Jonas Schlafzimmer. Nachher packen wir dann die Sachen zusammen,“ schlug Julia gähnend vor und setzte sich in den Sessel.

Zwei Stunden später erwachte Georg und fühlte sich ein kleines bisschen ausgeruhter. Er lächelte als er Julia im Sessel schlafen sah und schlich leise ins Schlafzimmer seines Sohnes. Auf dem Bett lag Lucas und schlief ebenfalls tief und fest. 

Georg öffnete die Tür zu Jonas Schrank und holte dessen Reisetasche heraus. „Ich packte die Sachen für ihn zusammen,“ dachte er und griff nach zwei Schlafanzügen sowie einem Morgenmantel.

Doch als er gerade Unterwäsche in die Tasche packen wollte überkamen ihn die Gedanken an die letzte Nacht.

Er setzte sich neben Lucas auf das Bett und stützte den Kopf in die Hände. „Jonas war im Museum und hat dort tatsächlich mit einem Schwert Bilder zerstört! Warum? Warum hat er so etwas gemacht? Wer ist dieser Stefan und was sollte Lucas Bemerkung bei den Bildern habe es sich um Dämonen gehandelt? Dann erholt sich Jonas von einer tödlichen Verletzung und er machte vorhin fast den Eindruck als könne man ihn heute schon mit nach Hause nehmen. Ich freue mich darüber. Aber irgend etwas stimmt da doch ganz und gar nicht. Und dann gab es auch noch Widersprüchlichkeiten damals als er verhaftet wurde. Es ging um zerstörte Statuen. Dazu kommt noch diese Geschichte die er damals Nadine erzählte.Kurz darauf ist die Statue über der St. Andreas Kirche zerstört worden. Dieses Ding war mir ehrlich gesagt immer unheimlich und als Kind wollte ich im Dunkeln nie da vorbei gehen! Was geht da nur vor? Ich verstehe es einfach nicht! Wenn ich es nicht besser wüsste dann könnte ich fast anfangen tatsächlich an Dämonen zu glauben.....“

Georg wurde aus seinen Gedanken gerissen als Lucas sich neben ihm räkelte und im gleichen Augenblick das Telefon klingelte.

„Ich gehe schon dran,“ sagte Lucas verschlafen und ging ins Wohnzimmer wo auch Julia vom Klingeln geweckt worden war.

„Ja, hier bei Jonas Schneider,“ meldete sich Lucas und hörte zu seiner Überraschung Ingos Stimme am Telefon und stieß mit dem Ellbogen an die Lautsprechertaste.

„Du bist das, Lucas? Habt ihr wieder Dämonen gejagt? Ich weiß, es ist Samstag und ich rufe auch nur ungern an aber am Montag müssen diese Ordner die dein Bruder mir auf den Tisch geknallt hat unbedingt bearbeitet sein. Könnte jemand die bitte abholen? Ich sehe nicht ein die ganze Arbeit allein zu machen!“

„Bitte?“, fragte Lucas in einem schnippischen Tonfall. „Sag das noch mal!“

„Du hast mich schon verstanden! Jonas soll die Ordner....“, antwortete Ingo ein wenig unsicherer aber Lucas unterbrach ihn.

„Weißt du was, Ingo! Du kannst mich mal. Jonas liegt im Krankenhaus und wäre fast gestorben letzte Nacht. Ein Polizist hat auf ihn geschossen. Aber darüber kannst du dich ja freuen. Schade dass er noch lebt, was? Du undankbarer Kotzbrocken!“

Lucas legte wütend den Hörer auf während Julia und Georg, der aus dem Schlafzimmer kam, ihn erstaunt ansah.

„War das der Herr Steingruber? Aber der ist doch mit Jonas befreundet. Warum bist du denn so unfreundlich zu ihm? Und jetzt fängt er auch schon mit Dämonen an!“

Aber Lucas antwortete seinem Vater nicht und dieser bemerkte dass es ein weiteres Rätsel gab das er nicht lösen konnte, auch der Inhalt des Telefonats das er mit angehört hatte verwirrte ihn.

„Irgend etwas stimmt hier ganz und gar nicht. Was um alles in der Welt ist mit meinen Söhnen los? Was redet Herr Steingruber da von Dämonen? Und sagte die Lehrerin auf der Klassenfahrt nicht auch etwas von einer zerstörten Statue? Ich habe nicht so richtig zugehört und sie sprach auch nicht direkt von Lucas......was hat das alles nur zu bedeuten?“

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!