Kapitel 6

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„Frau Becker, kommen Sie bitte in mein Büro, sagte am selben Tag, an dem Jonas feststellte, das das Jahr ziemlich ereignisreich gewesen war, Herr Morpel, der Personalchef, zu Julia.

Sie warf einen fragenden Blick zu ihrem Kollegen Franz Meier, der jedoch nur den Kopf schüttelte und leise sagte: „Keine Ahnung, was der von dir will. Aber irgendwie sieht er ziemlich ernst aus, und es gibt Gerüchte über bevorstehende Entlassungen. Sei froh, wenn du Anfang nächsten Jahres deine Probezeit um hast, dann ist dein Arbeitsplatz wenigstens einigermaßen sicher!“

Julia nickte ein wenig ängstlich. Aber man würde sie doch wohl nicht hinaus werfen, oder? Hatte sie irgendwo einen Fehler gemacht, für den ihr Chef sie zur Rechenschaft ziehen wollte?

Mit Herzklopfen betrat Julia das Büro ihres Chefs und nahm, als er sie dazu aufforderte, vor seinem Schreibtisch Platz. Unsicher lächelte sie ihn an, was leider nicht erwidert wurde. Ihr Chef war doch sonst nicht so ernst, und er hatte ihr sogar schon Urlaub gegeben, obwohl so etwas in der Probezeit in anderen Betrieben unüblich war.

„Frau Becker, ich muss Ihnen leider etwas sehr Betrübliches mitteilen!“, begann Herr Morpel das Gespräch und Julia wäre am liebsten unter den Tisch gekrochen. Was würde nun folgen?

Herr Morpel fuhr fort: „Wir sind alle sehr zufrieden mit Ihren Leistungen, daher fällt es mir auch nicht leicht zu sagen, was ich ihnen leider mitteilen muss. Ich will es kurz machen. Unser Unternehmen muss Einsparungen vornehmen, leider auch beim Personal, und da Sie, Frau Kunze und Herr Egert als letzte in unser Unternehmen gekommen sind und sich außerdem noch in der Probezeit befinden, müssen wir uns leider von Ihnen trennen!“

Julia war blass geworden. „Soll das heißen, ich bin entlassen?“

Herr Morpel nickte bedauernd. „Ich persönlich würde Sie gerne weiter beschäftigen, aber es geht nicht. Das gleiche musste ich gestern auch schon Ihren beiden jungen Kollegen mitteilen. Aber immerhin leben Sie doch noch bei Ihren Eltern, und die werden Sie doch sicherlich unterstützten! Die Kündigung erfolgt übrigens bereits zum 1. November! Sie haben so weit ich weiß noch Resturlaub, nehmen Sie ihn und melden Sie sich am besten direkt am Montag beim Arbeitsamt!“

Herr Morpel reichte Julia ein Schreiben, sie öffnete es und fand noch einmal all das in schriftlicher Form vor, was ihr Chef ihr gerade gesagt hatte.

Unglücklich verließ Julia das Büro des Chefs und setzte sich an ihren Schreibtisch, nun endlich kamen die Tränen.

„Was ist denn los, Julia?“ erkundigte sich Franz besorgt. „War es so schlimm?“

Julia nickte. „Ja, ich bin gefeuert worden! Sei nur froh, dass du schon so lange im Unternehmen bist, sonst würden sie dich sicherlich auch noch hinaus werfen!“

„Das tut mir leid! Ich wusste nicht, dass man jetzt schon zu so drastischen Maßnahmen greift. Aber ich sah vorhin unseren Kollegen, den Stefan Egert. Der erwähnte etwas vom Arbeitsamt. Hat es ihn auch erwischt?“

Franz sah sie fragend und mitfühlend zugleich an, und Julia nickte. „Ja, den Stefan und die Anja haben sie auch raus geworfen! Ich bin heute übrigens den letzten Tag hier,ich soll noch meinen Resturlaub nehmen!“, antwortete Julia.

Todunglücklich saß Julia an diesem Abend in ihrem Zimmer. Weder ihre Eltern, noch ihre Oma Elisabeth, die sie angerufen, und bei der sie sich ausgeweint hatte, oder ihre beste Freundin Britta hatten sie trösten könne.

Im Übrigen war Britta anderweitig beschäftigt, denn sie und ihr Freund Dennis waren damit beschäftigt, eine Teil seiner Sachen in ihre Wohnung zu räumen, da die beiden beschlossen hatten, künftig zusammen dort zu leben.

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