Kapitel 4

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Während die Trauergäste noch aufgeregt durcheinander redeten, erkannte Jonas, dass diese sich nicht von ihrem Entschluss, die Dämonenstatue zu bekämpfen, abbringen lassen würden.

„Was soll ich machen?“, dachte Jonas frustriert. 

„Ich muss mich selber um das Ding kümmern, und zwar sofort, bevor die Leute mit Mistgabeln und Küchenmessern bewaffnet zum Rathaus stürmen, sonst gibt es noch Tote, selbst wenn sie es schaffen, den Dämon zu überwältigen. Aber das bezweifele ich irgendwie!“

„Ich gehe ins Bett!“, teilte er Ingo mit, der ihn grinsend ansah. „Du willst nicht mit uns gegen den Franzel kämpfen? So ganz wohl ist mir auch nicht bei der Sache, aber mein Vater und Hans haben ganz recht, wenn sie sagen, dass wir uns schon viel zu viel von dem Ding haben gefallen lassen! Und auch wenn du uns wahrscheinlich alle für komplette Trottel hältst, ich glaube nun wirklich, dass an der ganzen Sache etwas dran ist! Das Video und all die Toten, die vor dem Ding lagen, sind doch der Beweis!“

„Da könntest du recht haben, Ingo!“, sagte Jonas und verließ den Raum. Schnell stieg er die Treppen hinaus und betrat sein Zimmer.

Dort stellte er seine Reisetasche aufs Bett und zog sein Schwert hervor. „Das ich dich so bald noch einmal benutzen muss, hätte ich auch nicht gedacht!“, sagte Jonas leise und lachte nervös. Nun sprach er schon mit einem Schwert. 

„Hoffentlich funktioniert es auch bei diesem Dämon und war nicht nur dazu da, um den Dämon über der St. Andreas Kirche zu vernichten!“, dachte er und tauschte seine schwarzen Schuhe gegen seine bequemen Turnschuhe aus.

Dann verließ er das Zimmer und machte sich auf den Weg zum Rathausvorplatz. Dabei ignorierte er die Tatsache, dass seine Rippen immer noch immer ziemlich weh taten. Der Kampf von vor vier Tagen steckte ihm noch immer in den Knochen.

Bevor Jonas das Gasthaus verließ warf er noch einen Blick in die Gaststube. Dort hatte sich die Stimmung weiter hoch geschaukelt und nun standen alle mit erhobenen Schnapsgläsern da und ein Mann rief: „Auf unseren baldigen Sieg über den Franzel!“

Jonas schüttelte den Kopf und verließ das Gasthaus „Zum Huber“.

Während er sich im Schatten der Häuser an das Rathaus heran schlich, er wollte es vermeiden, gesehen zu werden, auch wenn die Straßen menschenleer waren, sah er aus der anderen Richtung den Vorsitzenden des Schützenvereins sowie seine beiden Vereinskameraden mit Gewehren zum Gasthof eilen.

„Ich hoffe, niemand kommt auf den Gedanken und schießt, während ich gerade mit dem Dämon kämpfe!“, dachte Jonas. „Das fehlt mir noch, dass mir versehentlich einer von denen ins Bein schießt!“

Bald darauf hatte Jonas den Rathausvorplatz erreicht und näherte sich vorsichtig der Bürgermeisterstatue, die ihn drohend zu betrachten schien. 

Jonas sah sich um und stellte erleichtert fest, dass sich die Trauergäste anscheinend noch nicht auf den Weg gemacht hatten. 

„Es ist erst neun Uhr abends, ich hoffe mal, die lassen sich noch ein wenig Zeit, bis sie hier her kommen, außerdem hoffe ich noch, dass ich das Ding dazu bringen kann, jetzt schon zum Leben zu erwachen!“

Er unterzog die Statue noch einmal einer schnellen Prüfung. Der dargestellte Mann war nicht größer als er selbst, außerdem besaß er im Gegensatz zu der anderen Statue auch kein Schwert.

Jonas wagte zu hoffen, dass dieser Kampf vielleicht nicht so hart wie der vorherige werden würde, andererseits wollte er auch nicht den Fehler machen, seinen Feind zu unterschätzen.

„Das ist mir in der Schulzeit oft genug passiert, diejenigen meiner Mitschüler, die am harmlosesten oder im Fall von Katja, Britta und Julia sogar am hübschesten aussahen, waren meistens die hinterhältigsten von allen!“, dachte Jonas, jedoch dann verdrängte er diese Gedanken. 

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