Kapitel 14

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Britta und Julia hatten den Raum noch nicht betreten, als sie bereits von einer kreischenden Diana umarmt wurden.

„Juuuliaaa, Briiittaaa! Wie schön, dass ihr da seid! Habe ich das nicht alles ganz toll gemacht? Ich habe entschieden, dass es heute den guten Sekt geben soll, und ich habe die Schüler aus der 10. Klasse heute Nachmittag durch die Gegend gescheucht, damit das hier alles fertig ist. Das ist jetzt nämlich ihr Raum, und morgen früh kommen da sogar ein paar zum Aufräumen! Die hatten zwar alle keine Lust, aber der neue Direktor hat die so böse angesehen, dass sich doch noch ein paar gemeldet haben! Übrigens, die Statuen, die da jetzt stehen, die sind richtig gruselig!“

Diana schnappte nach Luft und Julia begrüßte sie kurz. Dann sah sie sich im Raum um. 

Die Tische waren zu Vierergruppen zusammen gestellt worden und auf allen standen Gestecke mit brennenden Kerzen, im Hintergrund lief „Last Christmas“ und ein kleiner Tannenbaum stand auf dem Lehrerpult.

„So haben wir das früher auch immer gemacht, wenn wir Weihnachten hier gefeiert haben! Dort drüben war mein Platz, da saß ich mit Katja und Britta!“, erinnerte sich Julia und auf einmal wurde sie so richtig wehmütig.

„Das waren noch Zeiten damals, hatte ich da eigentlich schon Sorgen? Oder verkläre ich die Zeit einfach nur im Nachhinein, so wie meine Oma das immer mit ihrer Jugend tut?“

Gemeinsam mit Britta ging sie durch den Raum und begrüßte ehemalige Schulkameraden. 

An einem Tisch saßen Nils und Alex, letzterer hatte die Füße auf den Tisch gelegt und trank aus einer Sektflasche.

„Prost,“ sagte er grinsend als er sie sah und verschüttete einen Teil des Sektes auf seinem Hemd. 

„Der ist noch genau so dämlich wie früher,“ dachte Julia und erinnerte sich an die Abschlussfahrt, auf der Alex sich betrunken und hinterher eine Nacht mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus verbracht hatte. 

Damals hatte er sich doch feierlich geschworen, nie mehr eine Tropfen anzurühren, aber immerhin hatte er laut den Aussagen von Nils mittlerweile sogar schon seinen Führerschein deswegen verloren.

„Guck mal, da drüben ist auch Tobias!“, machte Britta Julia grinsend auf einen jungen blonden Mann aufmerksam.

Julia trat näher an den Tisch heran und sah Tobias, ihren ehemaligen Schwarm, der gerade einem anderen jungen Mann, Julia erkannte ihn als Stefan Nipper, ein paar Fotos zeigte.

„Das hier ist meine Freundin, Yvonne heißt sie, und das hier ist mein Motorrad! Das war sehr teuer, aber ich verdiene ja jetzt genug, um mir das leisten zu können! Und das hier ist mein Auto..“

„Oh Gott, der guckt wohl zu viel Werbung,“ dachte Julia. 

Mit einem Mal wusste sie nicht mehr, was sie so toll an Tobias gefunden hatte. Nun wirkte er ziemlich arrogant auf sie, wie er in einem schicken Anzug dasaß und Stefan seine Reichtümer präsentierte.

„Jonas ist leider nicht gekommen,“ dachte sie und nahm neben Britta an einem Tisch Platz. 

Sie warf einen Blick zu ihrer ehemaligen Lehrerin, die nun Herrn Tegemann, den ehemaligen Klassenlehrer, begrüßte. 

Sie hielt noch immer ein Glas in der Hand, nur der Sekt war nicht mehr derselbe. Kichernd flüsterte sie Herrn Tegemann etwas ins Ohr, während dieser sie pikiert ansah.

„Was die dem wohl gesagt hat? Und hat sie früher nicht immer fast einen Anfall bekommen, wenn einer von uns auf einer Klassenfahrt ein Bier getrunken hat? Und schau sie dir jetzt an, voll bis zum geht nicht mehr!“, kicherte Britta und auch Julia konnte sich ein gemeines Grinsen nicht verkneifen.

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