Kapitel 25

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Ein paar Tage später war es so weit, Lucas musste, ob er wollte oder nicht, an seine Schule zurück kehren.

Es hatte sich bereits herum gesprochen, dass seine Mutter verstorben war und selbst diejenigen, die ihn sonst immer geärgert hatten, ließen ihn in Ruhe und verkniffen sich gehässige Kommentare.

Auch Frau Igel, seine Klassenlehrerin, nahm ihn nach der ersten beiden Unterrichtsstunden, das neue Schuljahr begann mit Mathe, zur Seite, um ihm ihr Beileid auszusprechen. 

„Lucas, das tut mir wirklich sehr leid! Ich kannte deine Mutter, sie hat ja an der Schule gearbeitet und ich habe sie ein paar Mal bei den Elternsprechtagen getroffen. Sie war eine sehr freundlich Frau und ich hoffe, dass du dich in deiner neuen Familie zurecht finden wirst. Den Herrn Schneider, deinen Vater, kenne ich noch von früher. Deinen älteren Bruder habe ich auch in Mathe unterrichtet!“

„Danke,“ sagte Lucas und folgte Andy, Meike und Sabrina in die Pause.

Sein Blick fiel auf die Statuen. Am Morgen vor Unterrichtsbeginn hatte er es vorgezogen, schnell an ihnen vorbei zu eilen und sie möglichst nicht anzusehen, jedoch mittlerweile war es hell geworden und die Sonne schien in das Gesicht einer der Henkerstatuen.

„Ich sehe mir die Dinger jetzt an!“, teilte er Andy und den anderen mit und diese folgten ihm Kopfschüttelnd.

„Ich denke, du glaubst nicht mehr an diesen Unsinn, dass die lebendig werden!“, stellte Andy fest.

„Da glaube ich ja auch nicht dran, aber trotzdem kann ich sie mir doch mal ansehen!“, antwortete Lucas und blieb vor den vier Statuen stehen.

Besonders die Statue,die die Axt in der Hand hielt, nahm er in Augenschein. „Dieses Ding hat meine Mutter getötet!“, dachte er und ging näher heran.

Bewegungslos, so wie die anderen Statuen auch, stand dieser Henker da und hatte wieder eine Hand in das Haar des vor ihm knienden Jungen gekrallt.

„Ob er auch lebendig wird?“, fragte sich Lucas, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder der anderen Statue widmete.

„Für den Tod meiner Mutter bezahlst du! Und wenn mir keiner glaubt und keiner hilft, dann mache ich es eben alleine,“ dachte er wütend und hätte am liebsten nach der Statue geschlagen, jedoch er besann sich eines Besseren. „Man sollte ihn lieber nicht unnötig provozieren, das muss noch ein wenig warten!“

„Was habt ihr hier an den Statuen zu suchen?“, erkundigte sich auf einmal eine kalte Stimme hinter Lucas und er und seine drei Freunde, die ihn besorgt beobachtet hatten, drehten sich erschrocken um.

Vor ihnen stand der neue Schuldirektor, Friedrich Engelmann. 

„Ich hoffe sehr, ihr habt nicht vor, euch dumme Scherze zu erlauben! Glaubt mir, das würde euch sehr schlecht bekommen!“, sagte er mit einem drohenden Unterton in seiner Stimme.

„Wir haben uns die Statuen nur angesehen!“, versicherte Sabrina eilig, jedoch der Direktor beachtete sie nicht, sondern seine Aufmerksamkeit war nun voll und ganz auf Lucas gerichtet.

„Du bist doch Lucas Frinken, nicht wahr? Der Sohn von dieser Diebin Anita Frinken. Hat sie dir erzählt, warum ich ihr unter anderem auch gekündigt habe? Sie hatte Geld gestohlen, angeblich um dir ein Geschenk kaufen zu können.“

Lucas wurde blass. Was sagte dieser Mann da? Seine Mutter hatte Geld gestohlen? 

„Die neue Lerderjacke,“ dachte er erschrocken. „Dafür hat sie das Geld gebraucht! Die hätte sie sich doch nie leisten können!“

„Leider ist sie ja jetzt von uns gegangen, aber jeder bekommt im Leben das was er verdient, und jeder hat sich sein Schicksal selbst zuzuschreiben!“, sprach der Direktor nun weiter.

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