Kapitel 106

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Lange Zeit fand Lucas keinen Schlaf in dieser Nacht. Er horchte und wagte sich kaum zu rühren. Waren in der Ferne nicht immer noch Schritte zu hören? Erst als die alte Uhr zwei schlug verklangen sie und nur noch die Schlafgeräusche der Zimmergenossen waren zu hören.

Irgendwann gegen drei Uhr nachts tapsten einige Schulkameraden zur Toilette um kurz darauf unbehelligt in ihre Zimmer zurück zu kehren.

Endlich gelang es Lucas einzuschlafen jedoch er schreckte mehrmals auf und sah dankbar irgendwann das Licht des nächsten Morgens durch das Fenster scheinen.

Unter ihm, eine Etage tiefer, erwachte Andy in seinem Bett. Er gähnte. „Ich hab gut geschlafen. Hätte ich gar nicht gedacht,“ stellte er fest und setzte sich auf während auch die anderen aufstanden.

„Ich hab nicht gut geschlafen,“ stellte Mirko fest. „Ich glaube da war irgend was auf dem Flur und im Zimmer!“

„Ja, bestimmt ein Schlossgeist der mit den Ketten gerasselt hat,“ lästerte Andy. „Und pass auf, der kommt nächsten Nacht wieder und dann holt er dich!“

„Ja, das könnte durchaus passieren,“flüsterte Lucas und Mirko zuckte zusammen. „Ich rufe meine Mutter an! Die soll mich abholen. Hier bleibe ich keine Nacht länger!“

Die Tür öffnete sich und Herr Tegemann, dieses Mal ohne Schlafanzug und Hasenpantoffeln, sah hinein. „Guten Morgen, es gibt gleich Frühstück! Seid pünktlich!“

„Wir kommen gleich,“ rief Tobias und kurz darauf verließen die vier das Zimmer und trafen im Rittersaal mit den andren Schülern und Schülerinnen zusammen.

Sabrina setzte sich neben Lucas und er stieß sie an. „Hast du diese Nacht irgend etwas gemerkt?“

„Was soll ich denn gemerkt haben? Ich habe tatsächlich geschlafen. Ich war aber auch müde. Ich habe bis um elf noch heimlich mit meiner Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen und dann hat mich die Igel erwischt und ich musste sie ausmachen. Als ob wir noch Babies wären. Ich bin dann schnell eingeschlafen! Wusstest du übrigens dass die Igel nachts Lockenwickler trägt? Das sieht ja grässlich aus. Meine Oma hat das auch immer gemacht. Ich wusste gar nicht dass es so was noch gibt!“, antwortete Sabrina grinsend jedoch das Lachen verschwand als Lucas so gar nicht darauf eingehen wollte.

„Du hast nicht gut geschlafen? Und Mirko wohl auch nicht. Der wollte vorhin telefonieren aber die Zelle ist kaputt. Jennifer hat da wohl letzten Abend versucht einen Euro einzuwerfen und nicht beachtet dass die noch mit DM-funktioniert und dass die im Herbergsbüro getauscht werden. Das heißt wir sind  von der Außenwelt abgeschnitten!“

„Wie kann man nur so blöd sein, jetzt kann man nicht mal telefonieren. Aber irgendwo muss es hier doch ein Telefon in dieser verfluchten Burg geben! Vielleicht im Büro des Herbergsleiters!“, murmelte Lucas und Sabrina sah ihn erstaunt an. „Wen willst du denn anrufen?“

„Ich weiß nicht so recht. Vielleicht wird es ja nötig. Komm mal mit raus nach dem Frühstück, ich muss dir was sagen. Von den anderen würden es nur Lutger, Mirko und Frank glauben und mit denen will ich nun wirklich nicht sprechen oder unnötig Zeit verbringen!“, bat Lucas seine Schulkameradin der Meike einen eifersüchtigen Blick zu warf.

Nach dem Frühstück zogen Sabrina und Lucas sich in eine einsame Ecke des Burghofes zurück während die Lehrerin den anderen von den Plänen für den Tag erzählte. Eine lange Wanderung stand an.

„Ich habe heute Nacht eine Statue gesehen. So eine wie die die auf dem Schulhof standen. Die wandert hier Nachts durch die Gänge. Du hast doch auch gehört was der Herbergsleiter gestern Nacht erzählt hat. Es hat wohl schon Tote gegeben....“, sagte Lucas zu seiner Schulkameradin und hoffte dass sie ihm glauben würde.

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!