Kapitel 151

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Jonas setzte zuerst Lucas zu Hause ab ehe er auch Julia nach Hause brachte. Diese hatte fast den gesamten Weg über geschwiegen und ich ein paar Gedanken gemacht. Irgendetwas stimmt ganz und gar nicht. 

Zwar stimmte an ihrem Leben seit mehreren Monaten fast gar nichts mehr, sie hatte gelernt oder vielmehr lernen müssen dass es Dämonen auf der Welt gab. Und dass es Menschen wie Jonas gab die gegen sie kämpften. Sie hatten nach einem Schwert gesucht, dabei ein uraltes Grab ausgehoben und einem Skelett eben dieses Schwert abgenommen. Anschließend war sie auf drei weitere Dämonen gestoßen und dabei gewesen wie auf Jonas geschossen wurde und er sich überraschend schnell von einer eigentlich tödlichen Verletzung erholt hatte.

Sie wusste nicht einmal welches Ereignis unheimlicher gewesen war. Außerdem hatte sie sich in dieser Zeit verliebt und eine längere Beziehung begonnen und beendet sowie ihren Arbeitsplatz gewechselt.

Jonas stoppte den Wagen. „Wir sind da! Danke dass du mit gekommen bist,“ sagte er und Julia nickte. 

Doch sie zögerte noch einen Augenblick ehe sie aus stieg. „Jonas, ich verstehe das mit deinem Schwert nicht! Wenn es nur deshalb zerbrochen ist weil es nicht mehr gebraucht wird warum dann erst jetzt? Das ist alles ein wenig sonderbar!“

„Ich weiß,“ sagte Jonas unbehaglich. 

Warum musste sie so genau nachfragen? Und was sollte er ihr auf ihre Fragen antworten?

Schließlich rang er sich zu einer Antwort durch. „Ich weiß es selbst nicht so genau warum das Schwert zerbrochen ist. Aber entscheidend ist dass es geschehen ist und dass ich nun ein Neues brauchte. Für den Fall dass....“

„Dass du noch einmal gegen Dämonen kämpfen musst. Ich weiß. Aber wird damit denn niemals Schluss sein? Du wärst beim letzten Mal fast gestorben,“ antwortete Julia und Jonas sah sie für einen Augenblick sehr traurig an ehe er ihr eine Antwort gab. 

„Du hast recht, aber andererseits war dafür kein Dämon sondern ein Mensch verantwortlich. Und was die Dämonen angeht, es ist ja nicht so dass ich laut „Hallo“ rufe wenn ich irgendwo eine Statue sehe. Aber das meinte Stefan einmal, wenn man mal mit ihnen zu tun hatte dann wird es immer wieder geschehen, ob man will oder nicht!“

„Das klingt nicht sehr beruhigend,“ sagte Julia beunruhigt. 

Würde sie auch immer wieder mit Dämonen zu tun haben? Den Rest ihres Lebens? Oder geschah das nur da sie im Gegensatz zu anderen Menschen genauer auf mögliche Dämonen achtete? Wer dachte sich schon etwas dabei wenn vor einer Statue ein Toter lag? Meistens war dies nicht einmal eine Meldung in der Zeitung wert und die Polizei ging meist von einem Tod durch Alkohol, Drogen oder bevorzugt Herzfehler aus.

„Ich hingegen denke mir dann meinen Teil, genau so wie Jonas. Und prompt hat er es wieder mit einem Dämon zu tun. Ist das mit diesem Stefan eigentlich genau so? Er hatte irgendwie etwas an sich dass mir ganz und gar nicht gefallen hat,“ dachte Julia und stieg aus Jonas Wagen aus. Gerne wäre sie noch einen Augenblick geblieben denn Jonas machte den Eindruck als würde er über etwas nach grübeln das ihm Sorgen bereitete. 

Aber sie war da wohl trotz allem nicht der richtige Ansprechpartner, noch immer stand zu viel zwischen ihnen.

„Konnten wir damals nicht einfach normale Schulkameraden sein? Ich fürchte da habe ich einige Türen zu geschlagen die ich nun nicht mehr öffnen kann und Jonas auch nicht. Selbst dann nicht wenn er es wollte,“ dachte sie unglücklich und beeilte sich ins Haus zu kommen denn draußen war es mittlerweile dunkel geworden.

Georg sah seinen jüngsten Sohn fragend an. „Du warst mit Jonas und dieser Julia Becker in der Eifel?“

„Ja, waren wir. In der Jugendherberge beim Herbergsleiter, da wo wir die letzte Klassenfahrt gemacht haben.“

„Du warst bei diesem Herbergsleiter der es fast zugelassen hätte dass dich eine Dämonenstatue tötet? Bei diesem Kriminellen? Das darf doch wohl nicht wahr sein! Was wäre passiert wenn dieser Mann durchgedreht wäre und euch etwas angetan hätte?“, sagte Georg aufgebracht. „Und warum wart ihr da? Hatte es wieder etwas mit Dämonen zu tun?“

Lucas schüttelte den Kopf. „Nur indirekt....aber ist dir schon aufgefallen dass du gerade von dir aus über Dämonen und Statuen sprichst? Das hast du vorher nicht gemacht! Heißt das du glaubst uns jetzt endlich?“

„Ich weiß nicht so genau was ich eigentlich noch glauben soll. Meine ganze Welt ist nicht mehr so wie sie noch vor einem Jahr war. Ich lebe von meiner Frau getrennt, mein zweiter Sohn lebt bei mir, auf meinen anderen Sohn wurde geschossen und es gibt Dämonenstatuen. Du wirst sicherlich verstehen dass mich das alles ein wenig mit nimmt!“,erwiderte Georg und schloss das Fenster. 

Schließlich musste nicht die gesamte Nachbarschaft mitbekommen worüber er mit Lucas sprach.

„Ich verstehe dich ja. Und glaubst du denn Jonas oder mich nimmt das alles nicht mit? Uns geht es deshalb oft auch nicht gut. Und wir waren beide froh dass wir in Raichelbach mal was machen konnten ohne dauernd an Dämonen denken zu müssen. Wir sind da zum See gefahren und geschwommen. Oder auf einen Berg mit einer Seilbahn gefahren. Das hat uns beiden gut getan. Und für mich war das letzte Jahr auch nicht leicht,“ sagte Lucas und sah Georg während seiner letzten Worte mit einem Mal sehr traurig an.

„Ich weiß,“ sagte dieser vorsichtig und ärgerte sich über sich selbst. Natürlich war das alles für seine Söhne noch viel schwerer. 

Lucas hatte seine Mutter verloren und musste sich ebenfalls mit Dämonenstatuen herumschlagen. Zu allem Übel hatte er kurz darauf noch die Trennung von Hedwig und ihm mit erleben müssen und selbst wenn er Hedwig nicht mochte, hatte ihn das nicht auch mitgenommen? Und seine Freundin Meike hatte sich auch noch von ihm getrennt.

„Es tut mir leid, Lucas. Ich wollte gerade nicht so unfreundlich zu dir sein. Ich weiß dass du viel mitgemacht hast.....“, sagte Georg, ging auf seinen Sohn zu und drückte ihn kurz an sich. „Aber ich will nicht dass ihr mit solchen Menschen wie diesem Herbergsleiter Kontakt habt. Die sind nicht gut für euch!“

„Weiß ich. Es kommt auch ganz bestimmt nicht mehr vor. Da fahren wir nicht mehr hin,“ sagte Lucas und unterdrückte ein Gähnen. Es war ein langer Tag gewesen und nun war er müde.

„Ich gehe ins Bett,“ sagte Lucas schließlich. 

Er schlief bereits als Georg noch im Wohnzimmer saß und sich auf einen Krimi zu konzentrieren versuchte. Noch immer war er nicht sicher was er von der ganzen Dämonengeschichte halten sollte.....

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