Kapitel 97

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Ein paar Tage später befanden Jonas, Lucas und Gerrit sich auf dem Weg nach Raichelbach. Die beiden Brüder sprachen nicht allzu viel miteinander. Gerrit, der sich von seinen Verletzungen ein wenig erholt hatte, schwieg ebenfalls. Die schlechte Stimmung hatte eine nieder drückende Wirkung auf ihn.

„Ich weiß sie sind alle böse auf Jonas weil er sie nicht mitgenommen hat. Aber es hätte doch so viel passieren können. Ich hätte das auch nicht gewollt....ich habe so viele sterben sehen. Durch die Henker. Aber für Jessica und Lucas muss es auch schlimm sein...“, dachte Gerrit und freute sich als in der Ferne die Berge in Sicht kamen.

„Die habe ich vermisst. Ich dachte nicht dass ich das alles noch einmal wieder sehe. Auch wenn es ohne Schnee bestimmt ganz anders aussieht. Ich jedenfalls bin Jonas dankbar. Ich kann zurück zu Frau Huber und vielleicht sehe ich auch Lisa wieder.“

„Wir sind gleich da,“ stellte Jonas nach einer Weile fest und Lucas nickte stumm. „Gut.“

„Mehr fällt dir nicht ein? Warum bist du überhaupt mitgefahren wenn du nicht mit mir sprichst?“, erkundigte sich Jonas ungehalten.

„Wegen Gerrit!“, antwortete Lucas jedoch dieser mischte sich nun ein. „Könnt ihr mal damit aufhören? Das ändert doch nichts mehr an dem was Jonas getan hat. Nämlich die Statuen vernichtet und mich gerettet. Und der Richter ist jetzt bei den Verrückten. Da, wo er hin gehört. Ich für meinen Teil bin Jonas dafür dankbar. Und wenn du gesehen hättest was ich in all den Jahrhunderten mit den Dämonen erlebt habe dann wärst du dankbar dafür, dass Jonas dich nicht mitgenommen hat.“

„Für dich sieht es vielleicht so aus. Und ich bin doch auch froh dass die Dämonen weg sind und es dir besser geht. Aber....“, antwortete Lucas jedoch Gerrit unterbrach ihn.

„Kein Aber. Ich weiß es ist schwer zurück zu bleiben wenn jemand, den man gerne hat, sich in Gefahr begibt. Das habe ich zu Lebzeiten oft genug mit Freunden erlebt die der Richter wegen irgend welcher kleiner Diebstähle schlimm bestraft hat. Aber vielleicht kann Jonas ja jetzt damit aufhören Dämonenstatuen zu zerstören?“

Fragend sah Gerrit Jonas an. „Ich würde liebend gerne damit aufhören,“ antwortete dieser leise und bog in den Ort Raichelbach ein.

„Wir sind endlich da,“ stellte Lucas fest und kurz darauf verließen sie alle den Wagen und eilten Frau Huber entgegen, die Gerrit feste an sich drückte. 

„Du bist wieder da,“ stammelte sie. „Endlich. Wir haben uns solche Sorgen gemacht. Aber geht es dir gut? Haben dieser verrückte Richter oder seine schrecklichen Franzl-Wesen dir was getan?“

„Nein, es ist alles wieder gut,“ antwortete Gerrit leise.

Frau Huber sah ihn prüfend an. „Das glaube ich nicht. Dir geht es nicht so gut. Aber das wird wieder werden. Ab jetzt passe ich auf und lass dich nicht mehr auf den Augen. Da soll sich noch mal einer hierher trauen.“

Dann wandte die Gastwirtin sich an Lucas und Jonas und begrüßte diese ebenfalls. „Ihr kommt genau richtig. Heute ist Kirmes hier in Raichelbach. Nur eine sehr kleine. Eine Bierbude, ein Kinderkarusell und natürlich die liebe Madame Serena. Unsere Wahrsagerin. Das ist bestimmt spannend. Sie kann euch sagen wen ihr heiratet! Sie ist in diesem Jahr das erste Mal da und ich war gestern bei ihr. Sie hat mir die Rückkehr eines lieben Menschen und ein gut gehendes Geschäft voraus gesagt. Mit wunderschönen Karten.“

Dann wandte sie sich an Gerrit. „Obwohl ich mir das bei dir schon denken kann wen du gerne heiraten würdest. Es gibt nämlich noch jemanden der auf dich gewartet und immer nach dir gefragt hat. Die Lisa. Ich werde sie direkt anrufen wenn du willst.“

„Aber möchte sie denn überhaupt noch.....ich meine, sie muss doch denken ich hätte sie verlassen oder so was?“, erkundigte sich Gerrit beunruhigt.

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