Kapitel 170

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Gerrit lag auf seinem Bett in seinem Zimmer und Lisa strich ihm sanft über den nackten Rücken. Er lächelte und warf einen kurzen Blick aus dem weit geöffneten Fenster. Kein einziger Luftzug wehte hinein und die Luft war stickig. Würde es bald ein Gewitter geben? 

Frau Huber vermutete es und gemeinsam hatten sie daher die Sonnenschirme, die an den Tischen im Garten des Gasthofs aufgestellt worden waren, zugeklappt und die Kissen herein gebracht.

Doch bislang war kein Donner zu hören. Gerrit drehte sich zu Lisa um und zog sie näher an sich heran. Dann strich er sanft über ihren Oberarm. 

„Machst du dir noch immer Sorgen wegen dem was ich dir vorhin erzählt habe?“, erkundigte sich Gerrit leise und Lisa nickte.

„Ja, natürlich mache ich mir Sorgen. Dein Freund Jonas meinte doch dass dieser Stefan Lucas in große Gefahr gebracht hat. Dass er sich an ihm und Jonas rächen wollte....“

„Und jetzt machst du dir Sorgen dass er hier auch auftauchen könnte weil er es auf alle Freunde von Jonas abgesehen hat,“ stellte Gerrit fest. 

Lisa nickte. „Ja, ich habe darum wirklich Angst. Dieser Kerl ist doch unberechenbar. Bitte sei vorsichtig und geh nirgendwo allein hin!“

„Ganz bestimmt nicht. Aber ich glaube nicht dass er es auf mich abgesehen haben könnte. Er war wütend auf Jonas weil er und Lucas einen Dämon getötet haben den er selbst erledigen wollte. Für viel Geld. Ich hatte damit doch gar nichts zu tun.“

Gerrit verstummte. So ganz unbegründet waren die Sorgen von Lisa und auch die von Frau Huber nicht. Wirklich getan hatte er schließlich auch Engelmann nichts.....

Und eigentlich ging es ihm im Augenblick fast schon zu gut. Er lag hier mit seiner Freundin auf seinem Bett, seit Wochen ging es ihm gesundheitlich gut und nicht ein einziger Schnupfen hatte ihn geplagt. Das schlimmste was ihm in der letzten Zeit widerfahren war war ein Mückenstich an seinem Bein gewesen.

„Was ist wenn es nicht so bleibt“ dachte Gerrit mit einem unguten Gefühl im Magen als sie ein fernes Donnern hörten. 

Lisa kuschelte sich enger in Gerrits Arme. „Ich mag Gewitter nicht sonderlich. Vor allem hier in den Bergen dauern die oft ewig lange an. Aber wenigstens soll das Wetter trotzdem schön bleiben!“

„Das Wetter bleibt auch schön. Und alles andere auch,“ versprach Gerrit und gab Lisa einen Kuss.

Dann wanderten seine Gedanken zu Stefan, diesem Teildämon der schon einmal in Raichelbach aufgetaucht war und ihn angriffen hatte. Doch als er näher darüber nachdachte stellte er fest dass er sich nicht wirklich vor ihm fürchtete. „Was kann der mir schon noch antun was Engelmann nicht schon getan hat? Schlimmer kann niemand mehr sein!“

Lucas hatte sich auf den Balkon gesetzt und versuchte sich auf ein Buch zu konzentrieren. Es handelte sich um eine Geschichte die er früher eher als langweilig empfunden hätte. Doch nun war sein Leben aufregend genug und da brauchte es keine spannenden Bücher über erfundene unheimliche Geschichten mehr um ihn zu unterhalten.

„Solltest du nicht noch liegen bleiben?“, erkundigte sich Georg als er neben seinem Sohn auf dem Balkon Platz nahm und einen Blick auf das Buch warf. 

„Ein Doktor und vier Ponys!“, las er und Lucas nickte. „Ist gar nicht mal so schlecht. Da sind vier Ponys gestohlen worden und ein Landarzt der immer Streit mit einem Arzt aus dem Krankenhaus in der bösen großen Stadt hat, hauptsächlich wegen einer Krankenschwester, verfolgt eine Einbrecherbande und bringt sie schließlich zur Strecke. Dabei rettet er noch die Krankenschwester und der Arzt aus dem Krankenhaus ist in Wahrheit der Kopf der Einbrecherbande weil er Geld beim Glücksspiel verloren hat.“

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!