Kapitel 102

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Am Freitag Abend erreichten Jonas und Ingo München und machten sich auf die Suche nach der Kirche an der die Mönche angeblich lauern sollten. Es war bereits kurz vor Mitternacht und die Straßen waren fast menschenleer. Ein leichter Nebel lag über allem.

„Ich wüsste zu gerne ob der Nebel was mit den beiden Mönchen zu tun hat, je näher wir der Kirche kommen um so dichter wird der,“ stellte Ingo fest und Jonas nickte nachdenklich. „Das ist sehr gut möglich. Irgendwie hängt es wohl leider zusammen.“

Schließlich fuhr Jonas ins Parkhaus neben der Kirche die von Strahlern angeleuchtet in ein weißes gespenstisches Licht eingetaucht zu sein schien.
„Ich war noch nie in dieser Kirche,“ sagte Ingo und stieg aus dem Wagen aus während Jonas zum Kofferraum ging und sein Schwert und seinen Dolch heraus nahm. Während der Fahrt hatten sie nicht allzu viel miteinander gesprochen, Jonas war tief in seine eigenen Gedanken versunken gewesen.

„Laut Foto im Internet haben die wenigstens keine Waffen. Das ist schon mal gut, aber dafür sind sie zu zweit. Das ist schlecht,“ sagte er leise und sah Ingo bittend an.
„Kannst du nicht im Auto bleiben? Und da auf mich warten? Das wäre das Beste. Du kannst ja nachsehen was los ist wenn ich nicht zurück komme bis die Sonne wieder aufgeht! Ich fühle mich bei dem Gedanken dass du vor der Kirche rum läufst einfach absolut nicht wohl!“
Ingo schüttelte den Kopf. „Nein, du musst mich schon im Kofferraum einsperren wenn du mich daran hindern willst mitzukommen. Und da kann ich drin ersticken. Das ist also genau so gefährlich!“

Schließlich gab Jonas nach denn er dachte nicht ernsthaft darüber nach jemanden in einen Kofferraum zu stecken. „Dann nimm aber wenigstens den Dolch hier, wenn dich ein Dämon anspringt stich zu und hau dann ab so schnell wie möglich! Zurück ins Parkhaus. Ich hoffe bis hier her reicht der Radius der Mönche nicht. Aber alle Toten wurden bislang auf dem Kirchvorplatz gefunden. Also dürften sie wohl sehr eingeschränkt sein....“

„Gut, und ich bleibe am Rand stehen! Versprochen!“, sagte Ingo und schließlich verließen sie das Parkhaus und begaben sich zur Kirche.

Nur undeutlich konnten sie einen der Mönche erkennen als sie den Kirchvorplatz erreichten.

„Einen sehe ich. Der andere ist von hier aus nicht zu erkennen. Dann gehe ich jetzt mal hin und sehe nach!“, sagte Jonas ohne allzu große Begeisterung. 
Irgendwie fühlte er sich seltsam ausgebrannt und die Vorstellung dass einer der Mönche sich gleich mit roten Augen auf ihn zu bewegen würde erschreckte ihn nicht mehr allzu sehr.

„Was ist nur mit mir los?“, dachte er müde. „Eigentlich müsste ich jetzt zittern und mir in die Hosen machen. Bisher hätte ich das immer am liebsten gemacht in so einer Situation. Auch wenn ich es nicht wahrhaben wollte. Aber jetzt.....“

„Ich warte hier,“ verabschiedete sich Ingo und blieb mit seinem Dolch stehen. Gebannt sah er Jonas nach als dieser sich den Statuen näherte. Jedoch dann hatte Ingo mit einem Mal das Gefühl beobachtet zu werden. Stand dort nicht jemand neben dem Parkhaus und beobachtete ihn? Jedoch als Ingo genauer hin sah konnte er niemanden mehr entdecken.

Jonas hatte unterdessen den Seiteneingang erreicht und er sah die beiden Mönche nun vor sich.
„Die haben richtige Bierbäuche und sehen eigentlich richtig nett aus,“ dachte er mit einem kurzen Lächeln. „Aber das ändert sich gleich bestimmt. Spätestens wenn ich den ersten mit meinem Schwert schlage. Da bin ich mir ganz sicher.“

„Hier war lange niemand mehr, nicht wahr? Bei Nacht, direkt an eurer Kirche....selbst die Leute die ins Parkhaus gehen müssen nicht unbedingt hier vorbei gehen. Und daher hattet ihr so lange keine Opfer mehr!“, sagte er laut und wie erwartet begannen die Augen der Statuen rot zu leuchten.

„Du bist der erste seit langem. Und was willst du mit dem Schwert? Das wird dir auch nichts nützen!“, sagte der Mönch, der auf der rechten Seite des Eingangs stand. 
Sein freundliches Gesicht verzog sich zu einer schauerlichen Grimasse mit spitzen Zähnen und er machte einen Satz auf Jonas zu. Sein Artgenosse tat es ihm gleich und Jonas trat schnell einen Schritt zurück.

Jonas holte, während die Mönche ihn an sprangen, mit seinem Schwert aus und traf den Arm des rechten Mönchs. Dieser fiel  ab und wurde auf dem Boden zu Stein.
„Du willst also tatsächlich kämpfen,“ stellte der Dämon fest und Jonas nickte. „Ja, fällt dir das auch schon auf?“

Der Dämon machte einen weiteren Satz auf ihn zu und riss Jonas überraschend mit sich zu Boden während der andere Dämon davon lief.
Jonas versetzte dem Wesen das halb auf ihm Lag einen Tritt und rammte ihm sein Schwert in die Seite. 

Unterdessen sah Ingo zu seinem Entsetzen dass die Dämonen tatsächlich lebendig geworden waren. Er kannte so ein Szene bisher nur aus Erzählungen und aus dem Video das sein tragisch verstorbener Onkel aufgenommen hatte. 

Flüchtig glaubte er, als er kurz den Kopf drehte, wieder einen Beobachter zu erkennen jedoch ihm blieb keine Zeit sich darum zu kümmern. Denn einer der Mönche lief genau auf ihn zu während der andere mit Jonas kämpfte.

„Schnell abhauen soll ich wohl in so einem Fall,“ dachte Ingo. 

Er war eigentlich kein ängstlicher Mensch. Jedoch dieses dämonische Wesen mit den roten Augen jagte ihm einen Schauer nach dem anderen über den Rücken und er wollte davon laufen aber es war bereits zu spät.
Mit einer überraschenden Geschwindigkeit hatte das Wesen ihn erreicht, packte ihn und zog ihn ins Innere des Kirchenvorplatzes. 
„Ich hole mir deine Seele! Du hast uns beobachtet,“ sagte der Dämon und drückte Ingo zu Boden. Dieser stieß mit dem Dolch zu und kurz kreischte das Wesen auf ehe ihm die Waffe aus der Hand gerissen wurde und in einiger Entfernung nutzlos für ihn zu Boden fiel.

Der Dämon legte Ingo seine Hand auf die Brust und sah ihn aus roten leuchtenden Augen an. „Jetzt stirbst du!“



Jonas hatte unterdessen den ersten Dämon von sich fort gestoßen und holte aus. Er enthauptete das dämonische Wesen und sah sich nach dem anderen Mönch um. Dann zuckte er zusammen und das erste Mal an diesem Abend bekam er es wirklich mit der Angst zu tun.

„Ingo!“, rief er und lief auf den Dämon und seinen unter diesem liegenden Freund zu.

Der Dämon drehte sich zu ihm mit einem verzerrten Gesicht um während Jonas im Laufen mit seinem Schwert ausholte und dem Dämon den Kopf abtrennte noch ehe dieser wusste wie ihm geschah.

Jonas achtete nicht auf ihn und auch nicht auf die blauen Lichter die aufstiegen.....

Er beugte sich über Ingo der reglos auf dem Boden lag. 
„Ingo?“, rief Jonas und sah zu seiner Erleichterung dass der andere noch atmete. Auch wies er glücklicherweise keine Verletzungen auf außer einer kleinen Schramme an der Stirn und einer Schürfwunde an der linken Hand. 

„Ingo, sag doch was,“ bat Jonas jedoch Ingo antwortete nicht. 

„Ich rufe einen Krankenwagen, Ihrem Freund ist es wohl schlecht geworden! Aber was sind denn das für Waffen? Sind Sie Mittelalter-Fans?“, erkundigte sich mit einem Mal eine Männerstimme und Jonas sah auf. 
„Ja, Mittelalter-Fans,“ stammelte er während der Mann, er hatte schwarzes Haar und schien Mitte dreißig zu sein, nach einem Handy griff und einen Krankenwagen anrief.

„Und was ist mit diesen Statuen los? Warum räumt man so etwas nicht weg? Oder ist das moderne Kunst? Also mir gefällt das nicht,“ sagte der Mann. „Da geht man hier spazieren und hat sich ein Bier vorher getrunken und dann muss man Erste Hilfe leisten!“

Glücklicherweise mussten sie nicht allzu lange auf den Krankenwagen warten und Jonas sah zu wie Ingo hinein geschoben wurde.
Er sah sich nach dem Mann um jedoch dieser winkte ihm nur kurz zu. „Gute Besserung für Ihren Freund. Kreislaufprobleme sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen....“

Jonas hatte keine Zeit um sich um ihren Helfer zu kümmern, trotzdem rief er ihm noch ein schnelles „Danke,“ zu. Jedoch der Mann winkte ab. Er drehte sich um und ging davon.

Jonas packte seinen Dolch und sein Schwert die er während sie auf den Krankenwagen warteten hinter einen Mauervorsprung der Kirche geschoben hatte. Das gleiche hatte er mit einigen Teilen der Statue getan, zu viele Fragen wären sonst aufgeworfen worden.
Er parkte kurz darauf vor dem Krankenhaus in das man Ingo bringen wollte und erreichte die Notaufnahme in dem Augenblick als sein Freund und Kollege wieder die Augen aufschlug und sich verwirrt im Raum umsah.

„Wo sind die Dämonen? Er wollte meine Seele....er hat daran gezogen,“ stammelte Ingo während ein Arzt ihm eine Spritze gab.
„Sie bleiben besser über Nacht hier! Ist Ihnen schlecht geworden? Und was reden Sie da von Dämonen? Das sind wohl die Nerven!“, sagte der Arzt und wandte sich mit einem stechenden Blick an Jonas. „Oder haben Sie und ihr Freund etwas eingenommen? Irgendwelche Drogen? Alkohol?“

Jonas schüttelte den Kopf. „Nein, nichts von alledem. Aber er kommt doch wieder in Ordnung, oder?“

„Ihrem Freund scheint nichts zu fehlen. Aber wir behalten ihn sicherheitshalber über Nacht hier! Kommen Sie morgen früh wieder!“, forderte der Arzt ihn zu gehen auf und kurz darauf setzte Jonas sich vor die nun geschlossene Cafeteria des Krankenhauses auf eine Bank. 

Eine ältere Frau in einem Bademantel und ein Pfleger, der es eilig zu haben schien, hielten sich außer ihm noch dort auf.

„Ich habe es komplett versaut! Ingo hätte tot sein können,“ dachte Jonas. „Was habe ich da nur angerichtet?“

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