Kapitel 100

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Frau Huber parkte ihren Wagen im Parkhaus nahe einer kleinen Kirche in München. 

„Von hier aus müssen wir mit dem Bus weiter fahren. In der Innenstadt bekommen wir leider keinen Parkplatz,“ seufzte die Gastwirtin und sah sich nach ihren Mitreisenden auf dem Rücksitz um.

„Also Gerrit, halte dich am besten an die Lisa und an mich. Dann kann hier in der großen Stadt gar nichts passieren....

„Gut, Frau Huber!“, antwortete Gerrit leise. Er fühlte sich ein wenig wie ein Klotz am Bein. 

„Sie müssen auf mich aufpassen wie auf ein Kleinkind. Hoffentlich mache ich nichts peinliches so wie neulich in diesem Kaufhaus wo ich die Rolltreppe ausgeschaltet habe und mich erst nicht so recht da drauf getraut habe. Aber fahrende Treppen sind ja auch ein wenig....ungewohnt,“ dachte er und griff nach Lisas Hand. Diese lächelte ihm aufmunternd zu.

„Dir wird München gefallen. Die Leute hier in Bayern sind alle stolz auf ihre Stadt. Du wirst schon sehen....“

Zwei Stunden später saßen Gerrit und seine beiden Begleiterinnen in einem überfüllten Restaurant in der Münchener Innenstadt. 

„Du isst immer noch viel zu wenig. Eigentlich müsstest du furchtbar dünn sein,“ klagte Frau Huber mit einem Blick auf Gerrits Teller.

„Ich weiß, aber ich bringe es immer noch nicht so recht über mich immer alles auf einmal zu essen. Ich weiß ich bin schrecklich. Aber ist es in Ordnung wenn ich dieses Stück Braten in eine Serviette einpacke und mitnehme?“

„Gerrit, nein!“, erklang es wie aus einem Munde von Lisa und Frau Huber. 

Sie verließen das Restaurant und schlenderten durch die Münchner Innenstadt. „Und, gefällt es dir hier?“, erkundigte sich Lisa mit einem Lächeln. 

Gerrit sah sich ein wenig unsicher um und ärgerte sich gleichzeitig darüber.Er musste sich endlich zurecht finden!

„Eigentlich schon. All die Geschäfte. Auch wenn ich manche Sachen gar nicht kenne. Aber die vielen Leute. So viele wie hier in der Straße gab es früher vielleicht in einer kleinen Stadt. Dafür ist alles so sauber hier.“

„Sauber?“, erkundigte sich Lisa spöttisch und deutete auf einen zerstörten Mülleimer. Pappbecher, Zigarettenstummel und Coladosen ergossen sich über den Boden.

„Nun ja, ich könnte dir mal sagen wie das in einer Stadt zu meiner Zeit aussah. Da gab es keine Toiletten und die Leute haben....nun ja, das sag ich nicht,“ antwortete Gerrit. So ein Zeug wollte Lisa doch wohl sicherlich nicht hören, oder?

„Vermisst du den irgend etwas von damals?“, erkundigte sich Lisa und Gerrit nickte traurig. „Ja. Meine Geschwister. Und meine Freunde. Aber sonst eigentlich nichts.“

Sie griff nach seiner Hand und drückte sie sanft. „Ich weiß es ist nicht leicht für dich....“

Schließlich kamen sie an einem alten Brunnen an. In der Mitte erhob sich eine Statue die ein Skelett darstellte und Lisa zuckte zusammen. „Also wenn ich an diese Dämonenstatuen denke dann ist das da ganz bestimmt eine. So stelle ich sie mir vor.“

Frau Huber nickte. „Ich mochte das Ding hier auch noch nie. Es sieht irgendwie wirklich böse aus.

Gerrit sah die Statue an jedoch dann schüttelte der lachend den Kopf. „Nein, das Ding ist zwar hässlich. Aber es ist nur eine Statue. Nicht mehr und nicht weniger. Da ist kein Dämon.“

Frau Huber sah ihn zweifelnd an. „Woher willst du das so genau wissen?“

„Ich weiß es halt. Es fühlt sich nicht so an wie die Henker wenn ich vor dem Ding stehe. Es müsste....anders sein.“, antwortete Gerrit und erschauerte mit einem Mal bei der Erinnerung.

„Du spürst es ob eine Statue so ist wie der Franzl oder deine Henker?“ erkundigte sich die Gastwirtin erstaunt und Gerrit nickte unglücklich. 

„Ja, das ist ein Überbleibsel aus meiner Zeit als...lassen wir das. Ich will nicht unbedingt daran denken. Ich will lieber so was haben wie die da hinten. So ein Brot wo eine Frikadelle zwischen ist.

„Du meinst einen Hamburger von Mc Donalds. So geht die Esskultur zugrunde,“ seufzte Frau Huber und kaufte für Gerrit und Lisa einen Hamburger ehe sie sich auf den Rückweg machten.

Mittlerweile dämmerte es bereits und leichter Nieselregen hatte eingesetzt. 

„Heute wird es früher dunkel. Bei dem Wetter auch kein Wunder. Und natürlich haben wir keine Schirme dabei,“ beklagte sich Frau Huber als sie aus dem Bus stiegen und an der kleinen Kirche vorbei in Richtung Parkhaus gingen.

Jedoch mit einem Mal blieb Gerrit stehen und warf einen Blick auf die Kirche. Sie sah eigentlich recht freundlich aus und war aus hellem Stein errichtet worden. Jedoch an einem Seiteneingang war irgend etwas.....

Gerrit näherte sich langsam dem Eingang während die beiden Frauen ihm verwundert folgten.

Das durfte doch nicht wahr sein.....

Tatsächlich standen dort links und rechts vom Eingang zwei, in die Mauer eingelassene, scheinbar freundliche Mönche. Freundlich lächelten die Steinfiguren mögliche Besucher an.

„Die sind doch ganz lustig, der eine hat einen richtigen Bierbauch!“, stellte Lisa fest jedoch Gerrit schüttelte den Kopf. 

„Das sind keine Statuen. Das sind...Dämonen. Ganz sicher!“

Er griff Lisas Hand und zog sie weg. Als er einen Blick über die Schulter warf sah er dass die Augen einer der Statuen schwach rot leuchteten. Schnell schob er Lisa und Frau Huber vor sich her in Richtung Parkhaus.

„Die beiden Mönche sind Dämonen? Das gibt es doch gar nicht,“ murmelte die Gastwirtin.

Gerrit atmete erst aus als sie in ihrem Wagen München hinter sich ließen.

„Dämonenstatuen in München. So was! Und du bist dir wirklich sicher?“, erkundigte sich die Gastwirtin und Gerrit nickte. „Leider ja. Zum Glück sind wir denen nicht bei Nacht über den Weg gelaufen. Ich will nicht wissen wie die dann aussehen. Bestimmt lächeln sie dann nicht mehr so freundlich....“

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!