Kapitel 155

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Jonas griff nach seinem Handy. „Ich muss Lucas anrufen. Er wartet dort unten im Cafè auf mich.“

„Ach, sicherlich hast du ihm doch gesagt er soll die Polizei anrufen wenn du nicht innerhalb einer halben Stunde zurück bist. Oder er soll selbst kommen und schauen ob ich dir was antue. Niedliche Idee und eine gute Rückversicherung wenn du in die Höhle des Löwen gehst, ich sehe Lucas schon vor mir wie er mich so richtig fertig macht,“sagte Stefan ironisch aber Jonas zuckte lediglich die Achseln und sprach kurz darauf mit seinem Bruder.

„Ich glaube du kannst kommen. Alles in Ordnung,“ sagte er und Stefan grinste. „Vielleicht habe ich nur darauf gewartet dass er auch in die Wohnung kommt. Damit ich euch beide erschlagen und im Wald vergraben kann!“

„Alles klar,“ murmelte Jonas. „Versuch es doch mal....“

„War ja nur ein Witz,“ antwortete Stefan und drückte auf den Türöffner als es klingelte. „Hoffentlich verläuft der Kleine sich nicht im Treppenhaus!“

Aber Lucas verlief sich nicht sondern saß bald darauf neben Jonas auf Stefans Sofa. Auch er hatte sich nicht die Schuhe ausgezogen und Stefan sah beide unfreundlich an. „Dieser Teppich war teuer. Den habe ich mir übrigens vom Honorar das Herr Bitterfeld mir gezahlt hat gekauft. Du kriegst auch noch deinen Anteil, Jonas! Du sollst nicht sagen können ich würde meine Schulden nicht begleichen!“

„Lass das Geld, das will ich nicht,“ sagte Jonas. „Ich hab schon mal gesagt ich nehme keine Geld dafür dass ich armen Leuten helfe Dämonen los zu werden!“
„Wirklich zu wenig Energie,“ murmelte Stefan und sah Jonas nachdenklich an. „Eigentlich wirklich schade.....“

„Was ist schade? Dass mein Bruder nicht so ein Egoist geworden ist wie du? Jemand mit dem keiner was zu tun haben will?“, fuhr Lucas Stefan an aber dieser schüttelte den Kopf.  „Allzu viele Freunde hat er dafür dass er immer nett zu allen ist aber auch nicht.“

Jonas antwortete nicht auf diese Bemerkung und stieß Lucas an als der es für ihn tun wollte. So ganz unrecht hatte Stefan damit auch nicht. Andererseits, es gab doch einige Menschen die ihm nahe standen auch wenn es sich nicht um eine ganze Horde von lockeren Bekannten handelte.

„Konnte er dir wenigstens weiter helfen?“, erkundigte sich Lucas und deutete auf Stefan. „Oder sind wir umsonst nach hier gefahren? Dann sollten wir gleich mal wieder gehen!“

„Nein, wir sind nicht umsonst gekommen. Allzu viel Neues konnte Stefan mir leider nicht sagen. Nichts worauf ich nicht schon selber gekommen wäre aber ich habe ein paar Infos zu meiner ersten Statue bekommen. Die über der Kirche. Offenbar war die anders als die anderen Dämonen!“, antwortete Jonas niedergeschlagen. Noch immer sehnte er sich nach Antworten auf seine anderen Fragen aber vielleicht gab es niemanden der ihm dort wirklich weiter helfen konnte.

„Anders? Ich muss auch sagen, von allen die ich bisher gesehen habe war das die gruseligste. Und damals wusste ich noch gar nicht dass das ein Dämon war!“, sagte Lucas. „Aber jetzt ist sie ja weg.“
„Ja, und dein Bruder war der einzige der damit fertig geworden ist. Ein Glück dass er mir nicht schon früher begegnet ist denn dann hätte er gegen diese Statue nichts ausrichten können, so wie er jetzt ist.....,“ gab Stefan zu bedenken.

„Halt doch den Mund,“ fuhr Lucas Stefan an. „Musst du immer nur gehässiges Zeug von dir geben?“

„Er hat Recht,“ sagte Jonas leise. „Zum Glück ist der Dämon schon besiegt, sonst wäre es wohl niemals mehr möglich gewesen. Denn wenn ich jetzt immer so bleibe wie ich bin und auch im nächsten Leben, sollte es so was geben, wieder.....“

„Ganz genau, dann ist da nichts mehr zu machen!“, grinste Stefan und wurde mit einem Mal Ernst. „Aber es ist wirklich besser so dass das Ding weg ist. Ich hatte noch nie so ein schlechtes Gefühl wie damals als ich vor dieser Kirche stand.“

„Können wir jetzt gehen?“, erkundigte sich Lucas bei seinem Bruder und zog ihn am Arm und warf eine Blick auf Stefan den er absolut nicht leiden konnte. „Ich will hier nicht länger als nötig bleiben!“
Doch Stefan schüttelte den Kopf und sah Jonas nachdenklich an. „Hast du seitdem du dich verändert hast schon mal gegen einen Dämon gekämpft oder auch nur mit deinem Schwert trainiert?“
„Nein, noch nicht. Mein altes Schwert ist wie gesagt zerbrochen und das neue habe ich noch nicht ausprobiert! Warum fragst du?“, antwortete Jonas und sah Stefan nachdenklich an.

„Hast du dein Schwert dabei und Lust auf einen kleinen Übungskampf?“, erkundigte dieser sich.

„Übungskampf? Wo denn? Hier in deiner Wohnung?“, fragte Jonas ungläubig und Stefan lachte. „Ja, sicher. Auf meinem schönen neuen Teppich. Damit ich hinterher deine Blutstropfen auswaschen oder einen neuen Teppich kaufen kann. Nein, ich weiß einen Platz wo wir gut üben können. Das ist außerhalb von Stuttgart in der Nähe einer alten Ruine. Absolut Dämonenfrei! Da können wir ein wenig trainieren. Man hat nicht oft einen Trainingspartner der ein Artgenosse ist!“

Jonas zögerte einen Moment. Er mochte Stefan nicht. Aber trotzdem war er brennend daran interessiert zu erfahren wie sich mögliche neue Fähigkeiten auf die Kampfkunst auswirkten und so stimmte er schließlich zu. Auch wollte er wissen ob er Stefan gewachsen war.

„Gut, dann fahrt mir hinterher. Mein Auto steht draußen,“ sagte Stefan und ging schnell ins Schlafzimmer um sich umzuziehen. „Du kannst deinen kleinen Wachhund da ja mitnehmen damit er auf dich aufpasst!“

„Damit bin ich wohl gemeint,“ murmelte Lucas beleidigt und widerstand nur mühsam dem Drang Stefan wie ein kleines Kind die Zunge heraus zu strecken. 

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