Kapitel 59

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Mitten in der Nacht waren Jessica und Jonas in dessen Kölner Wohnung angekommen und die junge Frau hatte sich müde aufs Bett fallen lassen. Jonas ging seine Post durch und fand eine Vorladung zur Polizei vor.

„Engelmann hat versucht in meine Wohnung einzubrechen! Das gibt es gar nicht! Er muss hier alles durchwühlt haben, aber es ist doch aufgeräumt!“, sagte er verwundert und entdeckte schließlich auf seinem Wohnzimmertisch einen Zettel.

„Lieber Jonas, hier war alles unordentlich, ich habe mir erlaubt ein wenig  Ordnung zu schaffen. Ich hoffe du bist nicht böse dass ich an deinen Sachen war!

Gruß, Papa!“

„Mein Vater räumt bei mir auf? Ich glaube es nicht!“, dachte Jonas erstaunt und seufzte. „Dann werde ich wohl zur Polizei gehen müssen!“

Doch dann stellte durch ein weiteres Schreiben der Polizei, welches nur einen Tag später datiert war, fest dass ein Besucht auf dem Revier doch nicht vonnöten war. Es habe sich alles als ein Irrtum heraus gestellt und eine Frau Hedwig Schneider habe ausgesagt dass Herr Engelmann in ihrem Auftrag die Wohnung des Sohnes betreten habe...

„Typisch meine Mutter! Wahrscheinlich wegen der Nachbarn,“ dachte Jonas verächtlich und legte die Schreiben der Polizei zur Seite.

Jessica, die sich auf sein Bett ins Schlafzimmer gelegt hatte, schlief bereits als Jonas sich zu ihr gesellte. 

Trotz allem war es schön wieder zu Hause zu sein. Er hatte lange überlegt ob er wieder in seine Wohnung zurück kehren sollte. Jedoch er rechnete nicht damit dass die Dämonen eines Tages im Hausflur des Mehrfamilienhauses auftauchen würden. Und ob sie ihn tatsächlich, so wie andere Menschen, zu sich rufen könnten stand auch nicht fest.

„Auf alle Fälle werde ich im Dunkeln mein Schwert künftig mitnehmen,“ dachte Jonas als er die Arme um Jessica legte und ebenfalls ein schlief.

Am gleichen Abend als Jonas in seine Wohnung zurück kehrte parkte ein dunkler Mercedes in einiger Entfernung des bayerischen Dorfes Raichelbach. Schneefall hatte eingesetzt und behinderte die Sicht auf das Dorf. 

Missmutig sah Friedrich Engelmann aus dem Wagenfenster. „Ich erkenne kaum etwas! Aber direkt morgen werden wir zuschlagen! Ich und diese beiden Trottel!“, dachte er mit einem zufriedenen Lächeln.

Am späten Nachmittag hatte er sich bei einer Einwohnerin des Ortes nach dem Gasthof erkundigt und nach einem Gast, Jonas Schneider gefragt. Er hatte sich als Onkel ausgegeben und zum Glück war die Frau recht gesprächig gewesen. Ein Klatschweib dem er zu seiner Zeit die Zunge hätte abschneiden lasen. Jedoch jetzt kam sie ihm sehr gelegen.

Er erfuhr dass ein Jonas gemeinsam mit seinem Bruder und einem anderen jungen Mann dort lebte aber am späten Nachmittag abgereist sei. Die beiden anderen waren geblieben. Jonas habe er knapp verpasst, wenn er ihm schnell hinter her fahren würde, dann erreiche er ihn sicher noch bevor er die Autobahn erreiche...

Friedrich Engelmann hatte sich bedankt und war zu seinem Wagen zurück gekehrt. Aus der Ferne hatte er vor dem Gasthof sogar Gerrit und Lucas sowie ein Mädchen dass sein Eigentum umarmte erkennen können.

„Damit wird es bald vorbei sein, Gerrit! Die einzigen die dich noch umarmen werden das werden meine Diener sein! Und liebevoll wird das nicht sein! Du wirst deine Strafe erhalten und an deinen Platz zurück kehren!“, dachte der ehemalige Richter.

Ein Schnarchen erklang und Friedrich Engelmann stöhnte leise auf. Seine beiden Begleiter waren auf dem Rücksitz eingeschlafen.

„Ich muss mir einen Plan zurecht legen! Wenn ich mit Gerrit an die Schule zurück kehre dann wird früher oder später Jonas auftauchen! Ich weiß nicht was mit ihm ist! Warum kehrt er zurück nach Hause? Ist er wirklich dort hin unterwegs? Ist seine Verletzung geheilt und ist er wieder eine Gefahr für mich und meine Diener? Auf alle Fälle wissen er und auch diese Julia wer ich bin! Die beiden Trottel hinter mir könnten auch anfangen zu plaudern! Ich denke es ist an der Zeit für mich weiter zu ziehen! Sobald ich Gerrit zurück habe werden wir aufbrechen um mein gerechtes Werk künftig an einem anderen Ort zu vollbringen,“ dachte der Schuldirektor und fügte für sich bedauernd hinzu: „Es ist wirklich schade! Gerade habe ich die Schule zu einem Ort der Gerechtigkeit gemacht! Und jetzt werden sie ohne meine strenge aber gerechte Hand auskommen müssen! Aber es gibt noch viele verdorbene Orte an denen ich wirken kann! Vielleicht sollte ich wieder einmal als Richter arbeiten, irgendwo wo mich noch niemand kennt! Ich habe schon eine Idee wohin ich gehen könnte....“

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!