Kapitel 183

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Gerrit und Lisa machten sich auf den Heimweg, bald hatten sie das Waldgebiet verlassen und sahen in weiter Entfernung Raichelbach vor sich im Schein der langsam sinkenden Sonne liegen.

„Ich bin irgendwie so müde,“ klagte Lisa mit einem Mal und Gerrit konnte dem nur zustimmen.

„Ich auch. Am liebsten würde ich mich hinsetzten und mich ausruhen. Aber wir sollten uns besser beeilen.....irgendwie komisch, dass wir so müde sind!“

Lisa nickte unglücklich. „Irgendwie hab ich auch das Gefühl, als kämen wir gar nicht richtig voran. Wir haben so lange gebraucht, um aus dem Wald raus zu kommen. Auf dem Hinweg ging das doch viel schneller, obwohl wir da viel vorsichtiger waren und uns nicht so sehr beeilt haben.

„Da stimmt irgendwas nicht,“ murmelte Gerrit und versuchte sich zusammen zu reißen.

Er fasste Lisa an der Hand und langsam, Gerrits Ansicht nach viel zu langsam, gingen sie weiter.

„Ich muss mich ausruhen,“ sagte Lisa nach einer Weile und setzte sich an den Wegesrand.

Unschlüssig blieb Gerrit stehen. Am liebsten hätte er sich neben seine Freundin gesetzt, aber immer noch waren sie näher am Wald als an Raichelbach und dem sicheren Gasthof von Frau Huber.

„Lisa, wir müssen weiter gehen. Ich glaube, diese Statuen sorgen dafür, dass wir nicht wirklich vom Fleck kommen,“ sagte Gerrit und Lisa erhob sich schweigend.

Doch statt ihren Weg in Richtung Raichelbach fortzusetzen, machte sie einige Schritte in die andere Richtung, zurück zum Wald.

Gerrit packte ihren Arm. „Lisa, wir müssen.....“

„Ich weiß,“ sagte Lisa und sah ihren Freund mit einem Mal ängstlich an. „Aber ich fühle mich so, als müsste ich zurück gehen. Ich will das gar nicht. Aber ich muss....“

„Ich auch,“ murmelte Gerrit leise.

Gemeinsam machten sie noch ein paar Schritte in die falsche Richtung. Sie befanden sich auf einem breiteren Feldweg, der für gewöhnlich von Traktoren und manchmal von den Autos der Landwirte befahren wurde, doch nun war weit und breit niemand zu sehen.

Die Sonne hatte nun fast schon den Horizont erreicht und ihre Strahlen tauchten die abgeernteten Felder ringsum in ein rötliches Licht.

Eigentlich war es ein wunderschöner Anblick und unter anderen Umständen hätte Gerrit ihn genossen.

Er mochte Sonnenauf- und Sonnenuntergänge, hatte er doch sehr lange Zeit darauf verzichten müssen.

Aber jetzt hatte dieser schöne Anblick etwas sehr Bedrohliches an sich. Schließlich nahm er alle Kraft zusammen und blieb, Lisas Hand festhaltend, stehen.

„Wir müssen dagegen ankämpfen. Sonst....“, sagte er und Lisa nickte.

Weiter sprechen musste Gerrit nicht, sie wusste genau so gut wie er, dass die Statuen auf sie warten würden.

Und selbst wenn es Jonas oder jemand anderem eines Tages gelingen würde sie zu zerstören, würde dies nur nur ihren Seelen, nicht aber mehr ihrem Leben, zugute kommen.

Gerrit gelang es, Lisa hinter sich her ziehend, ein paar Schritte in die andere Richtung zu machen.

Lisa folgte ihm nur widerwillig, gerne wäre sie gemeinsam mit ihm in Richtung Raichelbach gerannt, doch ihre Füße schienen fast schon am Boden fest zu kleben.

„Ich kann das nicht,“ sagte sie, aber Gerrit zog sie weiter und mit einem Mal spürte er, dass sich der Druck von ihm zuerst ein wenig und dann vollständig löste.

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