Kapitel 196

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Die nächsten Nächte verbrachte Jonas sehr unruhig und er fuhr am nächsten Wochenende noch einmal zur St. Andreas Kirche. 

Dieses Mal schien die Herbstsonne freundlich auf die Kirche und wieder war von der ehemaligen Dämonenstatue nichts zu sehen. 

Trotzdem beschloss Jonas, den Pfarrer, der die Stelle des ermordeten Pfarrer Bach übernommen hatte, anzusprechen, als dieser die Kirche verließ.

„Kann ich Sie bitte einen Augenblick sprechen?“, erkundigte Jonas sich vorsichtig. Der Pfarrer lächelte ihn freundlich an.

„Natürlich können Sie mit mir sprechen. Ich habe gerade ein entzückendes Zwillingspärchen getauft, die Leute machen drinnen noch ein paar Fotos, dann werden sie auch heraus kommen. Ganz reizende Babys! Worum geht es denn? Um eine Hochzeit? Oder.....entschuldigen Sie bitte. Sie sehen ernst aus.Doch hoffentlich kein Todesfall?“

Jonas schüttelte den Kopf. „Nein, kein Todesfall!“

Das Lächeln des Pfarrers kehrte zurück. „Und was wollten Sie mit mir besprechen?“

„Es klingt vielleicht ein wenig ungewöhnlich. Aber es handelt sich um eine Statue....diese Statue, die bis letztes Jahr hier über der Kirche stand!“, sagte Jonas vorsichtig.

Jonas deutete über sich, auf den leeren Platz. Der Pfarrer nickte. „Ja, dieses unheimliche Gebilde. Das wurde ja dann schwer beschädigt, der Kopf war abgeschlagen und es war zerbrochen. Niemand hat sich die Mühe gemacht, es zu reparieren. Wie ich hörte, rankten sich einige unheimliche Geschichten darum. Aber warum interessiert Sie das? Sind Sie von der Zeitung?“

„Nein,“ antwortete Jonas. „Ich recherchiere für ein....Buch. Es handelt sich um Kunstgegenstände und Skulpturen. Und diese Statue stammte ja aus dem Mittelalter und ich hörte, wie Sie auch schon erwähnten, unheimliche Dinge über sie. Ist Ihnen schon einmal etwas Unheimliches aufgefallen?“

Der Pfarrer schüttelte nachdenklich den Kopf. „Nein, eigentlich nicht. Im letzten Jahr, als sie noch hier stand, dachte ich einmal, ich hätte ein Lachen gehört, als ich Abends nach Hause ging. Das ging manchen Leuten so, einige, vor allem ältere Gemeindemitglieder, haben mir davon erzählt. Aber das kann auch Einbildung gewesen sein!“

„Und seitdem sie weg ist? Gab es da noch mal etwas Ungewöhnliches? Vielleicht in den letzten Tagen?“, erkundigte sich Jonas.

Der Pfarrer lachte. „Nein, natürlich nicht. Wie gesagt, damals war es nebelig und unheimlich und da bildet man sich schnell schon mal was ein. Aber seitdem ist nie mehr was gewesen. Vielleicht war es auch ein Obdachloser, der gelacht hat. Aber schreiben Sie nun ein Buch über Kunstgegenstände oder eins über Gespenstergeschichten? Da kann ich Ihnen raten, nach England zu fahren! Dort wimmelt es nur so von Geistern! Angeblich soll es jedenfalls so sein.....“

„Ja, angeblich,“ murmelte Jonas und schenkte dem Pfarrer ein Lächeln. „Vielen Dank für Ihre Hilfe! Diese alte Geschichte über dieses Statue interessiert mich wirklich sehr. Man sagte ja, sie solle lebendig werden....“

Nun lachte der Pfarrer. „Also davon habe ich noch nie was gehört! Da muss ich mal ein paar ältere Leute aus der Gemeinde befragen. Vielleicht kennen die so eine Geschichte noch. Da ist es ja richtig schade, dass sie weg ist!“

Jonas schluckte schwer, zwang sich aber zu einem Lächeln. „Ja, wirklich schade! Eine schöne Gruselgeschichte......“

Der Pfarrer nickte. „Das würde vielleicht Touristen anlocken. Allerdings gibt es sonst fast gar nichts Interessantes in der Gegend, nur wegen einem Gespenst kommen, das bringt nichts. Und wegen den Knochen des Heiligen Andreas kommt auch kaum noch jemand. Das war im Mittelalter ganz anders. Aber da kann man halt nichts machen. Aber sagen Sie mal, kennen Sie den Herrn dort drüben? Der scheint wirklich wütend zu sein!“

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