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Kapitel 67

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Es war ein regnerischer Sonntag Morgen. Für ganz Deutschland war schlechtes Wetter vorausgesagt worden und auch in München schüttete es wie aus Eimern. Jonas saß in einem kleinen Cafè in der Innenstadt und genehmigte sich ein Frühstück. 

Er war die ganze Nacht durchgefahren und hatte die bayrische Hauptstadt am frühen Morgen erreicht.

Müde lehnte er sich zurück und schloss für einen Augenblick die Augen. Am Nebentisch erklang ein lautes Lachen, einige junge Leute saßen dort und unterhielten sich.

„Vielleicht Studenten die sich zum gemütlichen Frühstück treffen,“ dachte Jonas und unterdrückte mühsam ein Gähnen. 

Er würde sich gleich in seinem Auto auf den Rücksitz legen und versuchen ein wenig Schlaf zu bekommen ehe er sich den Alten Friedhof auf dem die Morde geschehen waren einmal genauer ansehen würde.

Er hatte niemandem von seinem Vorhaben berichtet und am Vorabend, nachdem er die Mitteilung im Internet entdeckt hatte, eine Weile hin- und her überlegt.Ging ihn diese Sache überhaupt etwas an? Jedoch dann wurde es ihm bewusst dass ihm die Angelegenheit keine Ruhe lassen würde und er hatte sein Schwert in seine Tasche gepackt und war in sein Auto gestiegen.

„Ich muss das machen! Was ist wenn sonst heute Nacht der Nächste umgebracht wird? Vielleicht einer von denen da drüben am Tisch! Oder die Kellnerin! Vielleicht auch der alte Mann mit dem Dackel da draußen!“, dachte Jonas und erhob sich.

Inmitten all dieser fröhlichen jungen Menschen hielt er es nicht eine Minute länger aus.Sie schienen in einer anderen Welt zu leben. In einer Welt zu der er keinen Zugang mehr hatte und eigentlich auch nie gehabt hatte. 

Jonas drückte der Kellnerin beim Hinausgehen einen 20 Euro-Schein in die Hand.

„Hey, das Frühstück kostet nur 9,50 Euro, Sie bekommen noch was raus,“ rief sie ihm hinterher jedoch Jonas achtete nicht auf sie. Sollte sie den Rest eben als Trinkgeld behalten.

Jonas kroch auf den Rücksitz seines Wagens und schloss die Augen. Er hatte sich in eine Wolldecke eingewickelt und sich ein Kissen unter den Kopf gelegt. 

Allzu bequem war es nicht aber er brauchte unbedingt ein wenig Schlaf ehe er sich den Friedhof und insbesondere die mögliche Dämonenstatue ansah.

Jonas erwachte zwei Stunden später und fühlte sich kaum ausgeruht. Trotzdem machte er sich auf den Weg zum Alten Friedhof. 

Wenigstens hatte es aufgehört zu regnen und die Sonne schien von Zeit zu Zeit durch die Wolken. „Ich will das mal als gutes Zeichen ansehen!“, dachte Jonas ohne sich selbst wirklich aufheitern zu können. 

Sein Handy klingelte als er vor dem Friedhof parkte und er sah dass es Jessica war die ihn anrief.

Er seufzte und nahm das Gespräch entgegen. „Hallo Jessie!“, begrüßte er seine Freundin. 

„Jonas, ich wollte dich heute morgen schon anrufen! Aber da hattest du dein Handy aus! Ist alles in Ordnung? Zuhause konnte ich dich auch nicht anrufen! Bist du irgendwo unterwegs?“

Ihre Stimme klang besorgt. 

„Wenn ich ihr jetzt sage was ich heute Nacht vorhabe dann bekommt sie es zu viel! Und sie versucht es mir aus zureden,“ dachte Jonas und sagte statt dessen: „Doch, ich bin zuhause! Oder vielmehr, ich bin mal draußen! Ich musste mal an die Luft! Entschuldige dass ich nicht dran gegangen bin!“

„Schon gut! Ich habe übrigens was raus gefunden über diese Mutter-Sache! Ich habe eine ungefähre Idee wo die Waffen sein könnten!“, antwortete Jessica leise. Sie klang traurig. Ahnte sie dass er sie an log?

„Das ist klasse! Heute können wir uns nicht mehr treffen. Ich...muss nachher noch mal zur Arbeit!“, log er. „Aber morgen können wir uns treffen und dann sagst du mir alles was du weißt!“

„Na gut, aber irgend etwas ist nicht in Ordnung! Das merke ich doch ganz genau! Du denkst wohl ich bin doof! Also, wo steckst du wirklich?“, hackte Jessica nach.

„Das erzähle ich dir Morgen! Aber es ist wirklich alles in Ordnung! Und noch was, ich...liebe dich!“, antwortete Jonas.

„Ich dich auch!“, sagte sie und klang ein wenig munterer.

Jonas verabschiedete sich und beendete das Telefonat. Dann schaltete er das Handy aus. Er hoffte dass er noch dazu kommen würde sich Jessicas Informationen anzuhören. Außerdem wünschte er mit einem Mal sie wäre bei ihm. 

Gerne hätte er in diesem Augenblick als er den Friedhof betrat ihre Hand genommen...

Eine Viertelstunde später erreichte Jonas die Mitte des Friedhofs und schon von weitem sah er die Statue. 

„Die ist ja sogar schon unheimlich selbst wenn sie kein Dämon ist,“ dachte er und näherte sich vorsichtig dem unheimlichen Wesen das auf einem hohe, etwa zwei Meter hohen Sockel stand.

Es handelte sich um einen Engel der aber viel mehr Ähnlichkeit mit einem Teufel besaß. Er bestand aus dunkelgrauem Stein und hatte Hufe statt Füße. Aus dem Kopf wuchsen Hörner und er trug ein Hemd das ihm bis zu den Knien reichte. 

Aus dem Rücken wuchsen riesige Flügel und das Gesicht war zu einer scheußlichen Fratze verzerrt. Die Augen waren doppelt so groß wie bei einem Menschen und auch die Gesichtszüge wirkten unnatürlich und entstellt.

„Hoffentlich kann der wenigstens nicht fliegen mit seinen Flügeln,“ dachte Jonas besorgt. Aber noch etwas anderes beunruhigte ihn zutiefst. In jeder Hand hielt der teuflische Engel ein Schwert.

„Das wird schwierig werden...“, überlegte Jonas und dachte flüchtig daran Jessica anzurufen und ihr zu sagen dass sie sich vielleicht nicht mehr sehen würden. 

Auch daran sich in sein Auto zu setzen und so schnell wie möglich München zu verlassen und in seine Kölner Wohnung zurück zu kehren dachte Jonas. „Eigentlich wäre das sogar das Vernünftigste!“

Trotzdem wusste er dass er nach Einbruch der Dunkelheit samt seinem Schwert zurück kehren würde.

„Wir sehen uns heute Nacht,“ murmelte er in Richtung der Statue und machte sich auf den Weg zurück zu seinem Auto. Er würde sich noch einen Kaffee und ein Abendessen genehmigen bevor er zum Friedhof aufbrach.

Es war bereits vollständig dunkel als Jonas samt seinem Schwert über die Friedhofsmauer stieg da die Tore seit den Morden über Nacht verschlossen wurden. 

Ein Hinweisschild hatte sich am Haupttor befunden das die Leute vor dem Betreten bei Nacht aus „gegebenem Anlass“ warnte.

„Ich wüsste zu gerne ob die Polizei eine Ahnung hat was dort wirklich vorgeht! Oder sonst jemand! Dieser Zeitungsredakteur schien ja zumindestens eine Vermutung zu haben die in die richtige Richtung ging! Aber wirklich wusste er wohl auch nichts!“, dachte Jonas und er bemühte sich so langsam wie möglich zu gehen.

Links und rechts befanden sich Gräber und riesige Grabsteine. Von Zeit zu Zeit stand die ein- oder andere Skulptur auf einem der Gräber. 

Glücklicherweise handelte es sich bei diesen wohl tatsächlich nur um Steinfiguren und nicht um Dämonen....

„Eine ganze Armee von denen wäre mir auch wirklich zu viel,“ dachte Jonas und ging langsam weiter.

Von Zeit zu Zeit sah er sich um. Aber weit und breit war kein Geräusch zu hören. Nicht einmal mehr die Geräusche der Autos die an diesem Friedhof vorbei fuhren drangen zu ihm durch. Alles war ruhig und friedlich....

Jonas brauchte bei Dunkelheit und da er sich nur langsam und vorsichtig voran bewegte mehr Zeit um zur Mitte des Friedhofes zu gelangen als am Nachmittag im Hellen. 

Auf dem Friedhof befanden sich nur sehr wenige Laternen, glücklicherweise stand eine auf dem Weg kurz bevor er die Mitte des Friedhofes erreichte. Links und rechts leuchteten einige Grablampen auf den Gräbern.

Unheimlich ragte die Statue vor ihm auf und schien auf ihn herab zu sehen als er schließlich vor ihr stehen blieb.

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!