Kapitel 149

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Zwei Tage später parkte Jonas sein Auto vor Burg Dunkelstein in der Eifel.Außer ihm saßen noch Julia und Lucas im Fahrzeug.

Julia war über Jonas Anruf und seine Bitte sie zu begleiten verwundert gewesen und Lucas hatte ihr lediglich erklärt dass ein wenig Verstärkung nicht schaden konnte. Außerdem war sie über Jonas Anblick erschrocken gewesen. Er sah nicht mehr aus wie jemand der einen Monat zuvor fast gestorben wäre. Im Gegenteil, er wirkte gesünder und erholter denn je.....

Und warum war sein Schwert zerbrochen? Wirklich nur deswegen weil es nicht mehr benötigt worden? Warum dann erst jetzt und nicht schon im letzten Herbst, direkt nachdem der Dämon über der Kirche besiegt worden war?

„Also treffen wir gleich auf einen Herbergsleiter der Schüler in seinen Keller gelockt hat um sie dort von einem Dämon töten zu lassen!“, stellte sie fest. „Und dieser Kerl läuft noch immer straf frei herum und arbeitet hier weil man ihm nichts nachweisen könnte.“

Jonas nickte. „Ganz genau. Ich finde auch dass er in den Knast gehört. Auf solche Leute hätte Kommissar Brandt sich einmal konzentrieren sollen.“

„Aber zum Glück gibt es diesen Dämon nicht mehr. Und zum Glück haben wir früher nie eine Klassenfahrt nach hier gemacht. Da wo wir waren war es immer viel schöner!“, sagte Julia erleichtert und Jonas schüttelte den Kopf. „War es nicht. Ich fand es scheußlich, ganz egal wohin wir gefahren sind.“

„Aber damals in diesem Freizeitpark in Holland, da war es doch schön. Die Achterbahn war toll und wir hatten alle so viel Spaß...“, begann Julia aber Jonas unterbrach sie.

„Ja, alle hatten so viel Spaß. Besonders als ich wie durch einen dummen Zufall an eben dieser Achterbahn beim Aussteigen gestolpert bin und mir Nils zufällig auf die Hand getreten ist. Sehr lustig! So wie alle unsere Fahrten!“

„Jonas, das tut mir leid....“, stammelte Julia die sich nun auch an dieses Ereignis erinnerte. Einer der Jungs hatte Jonas ein Bein gestellt und er hatte einen dicken Bluterguss an seiner Hand davon getragen. Aber da solche Zwischenfälle mit Jonas bereits zur Tagesordnung gehört hatten hatte sie nicht weiter darauf geachtet sondern den Ausflug statt dessen als lustiges Erlebnis in Erinnerung behalten.

„Bei solchen Freunden braucht man wirklich keine Feinde mehr,“ murmelte Lucas und fügte etwas lauter hinzu: „Da habe ich ja wirklich Glück gehabt. Ich bin nur fast von einem Dämon umgebracht worden. Genau so wie Mirko übrigens. Der hat sich fast in die Hosen gemacht. Vielleicht hat er das sogar, wundern würde es mich nicht. Aber bei Dämonen weiß man wenigstens dass sie bösartig und hinterhältig sind. Andererseits weiß man das bei Klassenkameraden auch!“

Sie stiegen aus dem Wagen und betraten das Gelände der Jugendherberge. Da momentan Sommerferien herrschten standen lediglich fünf Fahrräder im Burghof. „Die machen wohl eine Fahrradtour und übernachten hier,“ dachte Lucas als drei Jungen und zwei Mädchen den Burghof betraten und einer der Jungen sich an einem Fahrrad zu schaffen machten.

„Wo ist denn hier der Herbergsleiter,“ erkundigte sich Jonas bei einem der Mädchen und sie deutete auf die Burg. „In seinem Büro. Wir haben ihn gerade noch rein gehen sehen!“

„Wie heißt der Mann noch mal?“, fragte Julia als sie kurz darauf vor dem Büro standen und sie anklopfte.

„Bender! Rufus Bender! Das hat er uns jedenfalls am ersten Tag gesagt,“ antwortete Lucas und öffnete, ohne auf ein „Herein“ zu warten, die Tür.

Herr Bender saß an seinem Schreibtisch und las gerade einen Brief als sie eintraten. „Ja, bitte? Möchten Sie hier übernachten.....Moment mal, dich kenne ich doch!“, sagte er an Lucas gewandt und schaute diesen erschrocken an. „Was willst du hier?“

Der Herbergsleiter trug wieder sein Holzfällerhemd und Lucas fragte sich flüchtig ob er dies seit seinem letzten Aufenthalt auf dieser Burg überhaupt einmal gewechselt hatte. 

„Sie sind Rufus Bender? Der Kerl der meinen Bruder eine Treppe runter gestoßen hat? Der ihn an einen Dämon verfüttern wollte?“, erkundigte sich Jonas und seine Augen blitzen gefährlich was Herrn Bender nicht entging.

„Ja, das ist er,“ antwortete Lucas an Herrn Benders Stelle der lediglich erschrocken nickte. 

„Das war doch nicht so gemeint.....ich bin doch auch nur ein Opfer der Umstände gewesen und hatte ja nichts persönlich gegen die Schüler. Ansonsten leiste ich hier doch gute Arbeit und so.....“

„Ach so, wenn das nicht persönlich gemeint war dann ist es ja nicht so schlimm. Schließlich war es keine böse Absicht,“ sagte Jonas ironisch und war mit wenigen Schritten beim Herbergsleiter der gerade aufstehen wollte. 

Doch Jonas drückte ihn unsanft auf seinen Stuhl zurück und starrte ihn wütend an. „Am liebsten würde ich sie jetzt mit dem Gesicht in die Stempelfarbe da hinten drücken oder sie mal drei Tage in ihren Kerker da unten sperren. Und damit wäre ich noch wirklich sehr nett. Vielleicht sollte ich mir auch ein Beispiel an einem Bekannten von mir nehmen. Der wäre jetzt wahrscheinlich wirklich gemein zu Ihnen....“

Jonas ließ den Mann los. Hatte er sich gerade wirklich so benommen? Jemanden bedroht und ihm Angst gemacht? Der Herbergsleiter schaute ihn jedenfalls verstört an. „W..was wollt ihr drei hier? M..m..mir etwas a...antun?“

„Nein, wollen wir nicht. Wir haben ein paar Fragen an Sie und hoffen dass Sie uns weiter helfen können,“ sagte Julia so höflich sie konnte. 

Sie war ein wenig erschrocken über Jonas Verhalten. So hatte sie ihn bislang noch nicht erlebt aber allzu großes Mitleid empfand sie mit dem Herbergsleiter auch nicht.

„Was kann ich für euch tun?“, fragte dieser nun und sah von einem zum anderen.

„Es geht um diese Geschichte die Sie Mirko erzählt haben. Von der Dämonenjägerin aus dem Mittelalter die hier gestorben ist und dann den Dämon geschaffen hat,.“ antwortete Lucas und sah den Mann fragend an.

Rufus Bender nickte eifrig. „Natürlich helfe ich gerne weiter. Ich muss doch einiges wieder gut machen. Auch wenn ihr es nicht glaubt, ich hatte ein wirklich schlechtes Gewissen wegen der ganzen Geschichte und niemand hat mir geholfen! Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie schlimm das alles war. Manchmal sah ich den Dämon Nachts wenn er durch die Burg schlenderte und ich bekam es immer mit der Angst zu tun. Ein paar Jahre habe ich mich im Mai ja dann von jemandem vertreten lassen und meinen Jahresurlaub genommen aber nur einer meiner drei Vertretungen hat es überlebt. Das war einer der seinen Job gar nicht ernst nahm und immer pünktlich um vier Uhr Feierabend machte....“

„Ach, Sie Armer,“ sagte Lucas spöttisch. „Sie hatten es wirklich schwer. Fast so sehr wie die armen Schüler die hier gestorben sind. Und wie die armen Eltern die nicht wissen was ihren Kindern wirklich zugestoßen ist.“

Der Herbergsleiter ging nicht weiter darauf ein sondern wandte sich an Jonas der sich auf die Kante des Schreibtisches gesetzt hatte.

„Was möchten Sie denn genau über Elisa wissen? Das war die Dämonenjägerin die hier starb. Sie hatte damals Ärger mit dem Burgherrn. Es ging um Geld und so...“

„Ja, das liebe Geld ist ihr zum Verhängnis geworden. Ich sollte diese Geschichte vielleicht mal Stefan erzählen wenn ich ihn das nächste Mal sehe. Das gibt ihm dann vielleicht mal zu denken,“ dachte Jonas. 

Laut fragte er: „Diese Elisa, hatte sie irgend etwas bei sich als sie in Gefangenschaft geriet? Ein Schwert oder so etwas?“

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!