Kapitel 27

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Franziska saß vor dem Fernseher in ihrem Zimmer und lackierte sich  die Fußnägel. Sie kicherte beim Gedanken daran, dass sie mit der gleichen Nagelackfarbe die steinernen Fingernägel der Henkersstatue auf dem Schulhof verschönert hatte.

„Also ich finde, so sieht das Ding viel besser aus als vorher!“, dachte sie und erhob sich, als sie mit der Verschönerung ihrer Zehnnägel fertig war.

„Jetzt muss uns nur noch eine Möglichkeit einfallen, wie wir es dieser blöden Kuh Sabrina heimzahlen können! Die doofe Ziege hat es echt verdient, dass wir sie das nächste Mal nicht nur nackt an einen Laternenpfahl fesseln, sondern dass wir ihr statt dessen auch noch ihre Haare abschneiden und ihr Gesicht mit wasserlöslichen Farbe beschmieren!“, dachte sie zornig  und horchte erschrocken auf die Schritte, die sich im Flur ihrer Zimmertüre näherten. 

Die Tür wurde aufgerissen und ihre Mutter sah ins Zimmer.

„Mach auf der Stelle den Fernseher aus! Es ist schon halb zwölf und morgen ist Schule! Ich will nicht, dass die nächste Deutscharbeit auch wieder daneben geht, junge Dame!“, forderte die Mutter sie empört auf, und als Franziska nicht reagierte schaltete die Mutter den kleinen Fernseher, der auf dem Schreibtisch stand, aus.

„Ich glaube, den stellen wir mal eine Weile in den Keller! Du solltest mehr für die Schule tun und nicht immer nur vor dem Fernseher sitzen oder dir dumme Streiche ausdenken! Ich habe heute übrigens Sabrinas Mutter in der Stadt getroffen! Die hat mich nicht einmal gegrüßt, dabei war sie sonst immer so freundlich, wenn man sie getroffen hat und manchmal haben wir dann einen Kaffee zusammen in der Eisdiele getrunken! Vielen Dank dafür, dass du mir diese Bekanntschaft kaputt gemacht hast!“, schimpfte Franziskas Mutter wütend.

„Ist ja schon gut, reg dich doch  nicht so auf!“, versuchte Franziska die Mutter zu beruhigen, jedoch diese verließ bereits mit einem wütenden „Geh jetzt endlich ins Bett!“, den Raum und kurz darauf  hörte Franziska, wie sich die Türe zum Schlafzimmer schloss.

„Blöde Kuh,“ murmelte Franziska ihrer Mutter hinterher.

„Die versteht halt nicht, dass man die Dicke einfach ärgern muss! Dazu ist sie da, genau so wie ihre drei blöden Freunde! Vielleicht sollte man sich um die auch mal kümmern und sie sich vornehmen, wenn sie allein unterwegs sind!“

Franziska schaltete, um des lieben Friedens Willen, nun das Licht aus und legte sich ins Bett.

„Draußen muss ein kleiner Sturm aufgekommen sein,“ dachte sie und öffnete ihr Fenster, das im Erdgeschoss lag. Sie mochte es, wenn es stürmte und tatsächlich bewegten sich die Bäume im Wind.

Sie atmete tief die kühle Nachtluft ein. 

„Franziska, mach das Fenster zu, hier ist auch auf, das gibt Durchzug!“, hörte das Mädchen die Stimme ihrer Mutter und seufzend wollte sie dieser Aufforderung Folge leisten. 

„Nicht, dass die Alte sich noch mehr aufregt, dann kriegt sie noch einen Herzinfarkt und fällt tot um,“ dachte sie und lehnte sich noch einmal, um ein letztes Mal den Wind im Gesicht zu spüren, weiter aus dem Fenster.

„Franziska!“, ertönte es aus dem Schlafzimmer, jedoch dies war mit einem Mal Nebensache, denn sie sah aus den Augenwinkeln eine Bewegung, und dann stand eine dunkle Gestalt direkt vor ihr auf dem Rasen vor dem offenen Fenster....

„Das gibt es nicht,“ flüsterte sie erschrocken und starrte genau auf die Henkersstatue mit dem Schwert, die die Hand nach ihr ausstreckte und sie packte, während die andere Hand mit einem Mal auf ihrem Brustkorb lag. Die Augen, die sie durch die Sehschlitze der Maske anstarrten glühten rot...

„Du hast mich beleidigt!“, ertönte eine kalte Stimme, und Franziska sah als letztes, dass die Statue noch Reste von pinkfarbenem Nagelack auf den Fingern hatte, bevor ihr die Seele aus dem Leib gerissen wurde und sie tot zu Boden sank.

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!