Kapitel 159

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Stefan parkte seinen Wagen vor der alten Kirche des kleinen Dorfes und stieg aus.

„Hier treibt also ein Dämon sein Unwesen und tötet regelmäßig Menschen. Aber nicht mehr lange,“ dachte er und betrat den Friedhof.

Drei Tage war es jetzt her seitdem er sich einen Übungskampf mit Jonas geliefert hatte und er sich wieder einmal über diesen und seinen Bruder geärgert hatte.

„Undank ist halt der Welt Lohn, er tut so als hätte ich ihm wer weiß was Schreckliches angetan. Ohne mich wäre er längst tot, so tot wie diejenigen die hier in den Gräbern liegen,“ dachte Stefan ärgerlich und schlenderte einen schmalen Weg entlang. Links und rechts von ihm befanden sich uralte Gräber.

Stefan betrachtete die alte Kirche von außen und trat einen Schritt zurück als ein kleiner Stein vom Turm abbröckelte und auf ihn herab fiel.

„Das ist ja alles ganz schön verfallen hier. Ich weiß jetzt gar nicht mehr so genau wie das letzte Opfer hieß. Schade, sonst hätte ich mich direkt an die Familie wenden können. Sicherlich hätte die gerne dafür gezahlt dass jemand mit dem Ding hier abrechnet. Wenn ich nur wüsste wo dieser Zeitungsartikel hin gekommen ist. Habe ich ihn zusammen mit den alten Zeitungen weg geworfen? Aber was soll es schon. Ich finde auch so jemanden.....vielleicht der alte Mann da?“, dachte Stefan und näherte sich einem älteren Herrn der sich neben einem Grab gebückt hatte und den Grabstein mit einer Bürste säuberte.

Der Mann sah auf als Stefan neben ihn trat. „Gute Tag,“ sagte er höflich und Stefan schenkte ihm ein freundliches Lächeln. „Liegen da Angehörige von Ihnen?“, erkundigte er sich.

Der Mann nickte.  „Ja, meine Großeltern. Ich habe mir gedacht ich mache ihnen ihr Grab wieder richtig nett zurecht. Früher bin ich immer nur kurz hier gewesen und dann so schnell wie möglich wieder gegangen. Aber jetzt....“

„Ja, ja, schon gut. Freut mich für Sie dass es Ihnen hier gefällt. Aber gibt es hier nicht irgendwie etwas....unheimliches? Sie scheinen schon länger hier zu leben wenn ihre Großeltern hier begraben liegen!“, unterbrach Stefan den Mann und dieser sah ihn seltsam an.

„Ich lebe wirklich schon seit meiner Geburt hier. Aber warum interessiert Sie das? Und Sie haben recht, hier war und ist es Nachts ein wenig unheimlich. Aber.....“

„Das glaube ich Ihnen gerne dass es hier vor allem bei Nacht unheimlich ist. Aber genau darum bin ich hier. Ich will es kurz machen, ich weiß dass hier ein.....unheimliches Wesen umgeht und ich will Ihnen helfen!“, sagte Stefan ein wenig ungeduldig.

„Sie wissen auch davon? Und Sie wollen mir auch helfen? Das ist aber nett von Ihnen,“ freute sich der alte Mann. „Aber Sie brauchen sich keine Umstände mehr zu machen!“

„Das sind keine Umstände für mich und für eine kleine Aufwandsentschädigung schaffe ich Ihnen das Ding vom Hals!“, bot Stefan dem alten Mann an doch seine Stimme war leiser geworden. 

Was meinte der Mann damit dass es nicht nötig sei. Oder vielmehr nicht mehr nötig? Ein Verdacht keimte in Stefan auf.....

„Der Dämon existiert nicht mehr! Seine Überreste liegen dort drüben, unter dem Deckel den die Gemeindeverwaltung hat anbringen lassen damit niemand in das Loch im Boden fällt! Sie brauchen sich also keine Mühe mehr zu geben und sich in Gefahr zu bringen! Das hat schon ein anderer für sie erledigt!“, sagte der alte Mann und Stefan wurde blass.

„Dieser verfluchte....aber erst mal muss ich sicher gehen!“, dachte er und lächelte den Mann freundlich an. 

„Dann war mein Freund Jonas schon hier? Ich wusste nicht dass er sich darum kümmern wollte. Aber gut dass er es getan hat. Da können Sie ja jetzt wieder in Sicherheit leben!“

„Ja, Jonas war sein Name. Er war mit seinem jüngeren Bruder hier. Und bitte grüßen Sie ihn doch nett von mir wenn Sie ihn sehen,“ bat der alte Mann und Stefan nickte. „Oh ja, das werde ich. Ich werde ihn sehr nett von Ihnen grüßen!“

Stefan verließ wütend den Friedhof und schmiss das Tor mit einem lauten Knall zu. 

„Diese verfluchte undankbare Ratte! Er muss den Artikel gefunden haben. Entweder er oder sein Bruder. Kann man in seiner eigenen Wohnung nichts mehr liegen lassen? Ich hätte hier gutes Geld verdienen können! Aber das wird den beiden noch leid tun. Die werden es noch bereuen mir in die Quere gekommen zu sein!“

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!