Kapitel 72

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Jonas kehrte am nächsten Tag von seiner Arbeit zurück und ließ sich auf sein Sofa fallen. 

„Endlich Feierabend,“ dachte er und beschloss an diesem Abend früh ins Bett zu gehen.

Am nächsten Tag würden er, Lucas und Jessica am Nachmittag zum St. Anna Kloster aufbrechen und versuchen dort etwas über Walthers Waffen in Erfahrung zu bringen. 

„Wenn ich nur wüsste wohin dieser verfluchte Direktor verschwunden ist,“ dachte er mit wachsender Frustration. 

Er hatte am Nachmittag ein wenig Zeit gehabt um an seinem Arbeitsplatz im Internet nach merkwürdigen Nachrichten zu suchen. Leider war er nicht fündig geworden.

„Dafür weiß ich jetzt dass in Rosenheim die Dackeldame Berta Junge bekommen hat und dass in Essen Roswita und Herbert Mauser ihren 75. Hochzeitstag feiern! Alles spannende Lokalnachrichten. Aber absolut dämonenfrei,“ dachte Jonas und schloss für einen Moment die Augen ehe er sich erhob und sich ein Fertiggericht in seine Mikrowelle schob.

Während das Essen warm wurde wechselte er den Verband an seinem Arm. Glücklicherweise verheilte die Verletzung recht gut. Trotzdem würde er sich noch ein wenig schonen müssen und Berührungen waren noch immer schmerzhaft.

Jonas wollte sich gerade hinsetzten und essen als das Telefon klingelte und er überrascht auf die Nummer in seinem Display starrte. 

„Das kann doch nicht wahr sein,“ murmelte er und wollte sich eigentlich nicht einmal melden. 

„Die hat Nerven,“ dachte er und griff letztlich doch nach dem Telefonhörer.

„Jonas! Gut dass du da bist! Du hast dich ja schon ewig nicht mehr gemeldet und dein Vater hat mir nur gesagt dass es dir wieder gut geht!“, hörte er die Stimme seiner Mutter und widerstand nur mühsam dem Drang den Hörer einmal kräftig auf den Tisch zu schlagen.

„Was willst du? Mich zum Kaffee einladen?“, erkundigte sich Jonas wütend.

„Sei nicht wieder so unfreundlich! Ich bin immerhin deine Mutter,“ fuhr Hedwig ihn an. „Dein Vater hat mich verlassen! Du musst mit ihm reden! So geht das doch nicht! Wir stehen immerhin kurz vor der Silberhochzeit und....“

„Ich glaube nicht dass du dich ausgerechnet bei mir ausheulen solltest! Versuch es einmal mit der Telefonseelsorge!“, unterbrach Jonas seine Mutter und beendete das Gespräch.

Hedwig war so ziemlich der letzte Mensch mit dem er im Augenblick sprechen wollte. Sicherlich war es nicht schön dass ihre Ehe kurz vor der Silberhochzeit gescheitert war. Auch wenn Lucas und Jessica der Meinung waren dass sein Mitleid fehl am Platze war bedauerte er es trotzdem. 

Gleichzeitig ärgerte er sich darüber dass er es bedauerte....

Zeitig ging Jonas an diesem Tag schlafen jedoch richtig zur Ruhe kam er nicht. In seinen Träumen ging er durch eine Stadt aber in fast allen Ecken sah er Statuen mit rot leuchtenden Augen die nur darauf zu lauern schienen sich auf ihn zu stürzen.

„Früher oder später bekommen wir dich! Du wirst nicht ewig so weitermachen können und letztendlich werden wir siegen....“, hörte er ein leises Flüstern.

„Ich weiß,“ antwortete Jonas im Traum. 

Am nächsten Tag holte Jonas zuerst Jessica und dann Lucas ab um mit ihnen die Fahrt in die Eifel zu unternehmen.

Er und seine Freundin betraten die Wohnung seines Vaters. Lucas trug einen Schal um den Hals, war an diesem Tag aber wieder in der Schule gewesen und hatte sogar eine Englischarbeit mit geschrieben.

Georg Schneider begrüßte die Freundin seines ältesten Sohnes freundlich. „Da lernen wir uns ja auch endlich einmal kennen! Freut mich!“

„Ja, mich auch, Herr Schneider!“, antwortete Jessica und schüttelte  Georgs Hand während Jonas sich an Lucas wandte. „Können wir? Oder willst du lieber hier bleiben? Ich meine, wenn du Halsschmerzen....“

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