Kapitel 63

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Julia humpelte mit Hilfe ihrer Krücken zur Haustür. In wenigen Tagen erst würden ihre Eltern nach Hause zurück kehren und sicherlich den Schrecken ihres Lebens bekommen wenn sie ihre Tochter mit Krücken und einem Gipsbein antrafen. 

Julia hatte es einfach nicht übers Herz gebracht ihnen den Urlaub zu verderben in dem sie ihnen von ihrem Unfall berichtete.

Zu ihrer Überraschung stand Jonas vor der Tür und drängte sich an ihr vorbei ins Haus. „Jonas?“, fragte sie erstaunt. Warum war er da? Er sah irgendwie....wütend aus!

„Hast du dem Engelmann gesagt dass wir in Raichelbach sind?“, erkundigte er sich und Julia wurde blass. 

Sie nickte langsam und war kurz davor in Tränen auszubrechen. Was sollte sie es noch abstreiten?

„Woher weißt du das?“, stammelte sie statt dessen leise.

„Von Frau Igel! Sie sagte dass sie Engelmann ein Foto gezeigt hat wo wir drauf zu sehen sind. Julia, warum hast du das gemacht?“, fragte Jonas und bemühte sich ruhig zu bleiben. 

Aus Bosheit hatte Julia ihn und die anderen nicht verraten, dazu sah sie zu unglücklich aus und trotz allem was sie sich in der Schulzeit geleistet hatte traute er ihr das denn doch nicht zu.

Julia humpelte ins Wohnzimmer und setzte sich dort in einen Sessel während Jonas auf dem Sofa Platz nahm.

„Seine Statuen haben mich erwischt. Er hat gedroht dass er mich umbringt! Da hab ich ihm gesagt wo ihr seid!“, beantwortete Julia Jonas Frage.

„Was hätte ich denn machen sollen? Mich umbringen lassen! Mir meine Seele wegnehmen lassen!Ich hatte Todesangst und da habe ich es ihm gesagt! Aber ich konnte, frag mich nicht wie, weglaufen und bin vor ein Auto gerannt!“

Seitdem Julia wusste dass Gerrit verschwunden war ging es ihr schlecht und sie hoffte die ganze Zeit über das Sebastian recht hatte und er einfach nur von sich aus fort gegangen war.....

„Warum hast du nichts gesagt nachdem es passiert ist? Vielleicht ist er in Raichelbach aufgetaucht und hat Gerrit...“, hackte Jonas nach jedoch Julia brach in Tränen aus. Schweigend saß er da und sah zu wie sie sich die Nase putzte.

Schließlich beruhigte sich Julia ein wenig. „Es tut mir doch auch leid! Ich habe so gehofft dass es keine Folgen haben würde! Da waren noch drei Jungs, vielleicht haben die ihm ja geholfen....

„Drei Jungs? Wer war es? Kanntest du sie?“, erkundigte sich Jonas ungeduldig. Zwar tat ihm Julia irgendwie leid, gleichzeitig hätte er sie am liebsten geschüttelt.

„Nein, ich kenne sie nur vom Sehen her! Ich glaube sie sind Schüler bei uns und es war dunkel! Ich konnte sie gar nicht richtig erkennen!“, schniefte Julia in ihr Taschentuch.

Jonas schwieg. Was sollte er darauf noch sagen? Leider hatte sie Engelmanns mögliche Helfer nicht richtig erkennen können.

„Julia, ich kann dir keinen Vorwurf machen dass du nicht sterben wolltest! Aber danach hättest du was sagen müssen! Ich glaube nicht dass ich oder irgend jemand sonst dir einen Vorwurf gemacht hätte! Aber jetzt ist Gerrit verschwunden und Lucas war vielleicht auch in Gefahr. Engelmann hätte ihm auch etwas antun können! Du hättest uns warnen müssen!“, sagte er dann und erhob sich.

„Glaubst du denn wirklich dass er Gerrit mit genommen hat als er mit seinen Statuen verschwand?“, fragte Julia leise und sah zu Boden. 

„Das ist nicht auszuschließen! Ich glaube nicht dass er einfach so verschwinden würde! Und Engelmann verliert doch seine Unsterblichkeit wenn Gerrit nicht seinen Platz bei den Statuen einnimmt! Das hat er uns doch vorgeworfen und darum war er sehr wütend auf uns!  Ich fürchte jetzt ist er samt Gerrit und den Henkern verschwunden und wir werden ihn vielleicht niemals mehr finden!“, versuchte Jonas sich die derzeitige Situation klar zu machen. Dann wandte er sich wieder an Julia.

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!