Kapitel 40

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Empört betraten Georg und Hedwig das Büro des Schuldirektors. „Was hat das zu bedeuten?“, fragte Hedwig und hätte ihren Stiefsohn offenbar am liebsten geschlagen.
„Ist das der Dank dafür dass wir dich aufgenommen haben? Wir hätten dich ins Heim stecken sollen und das werden wir jetzt wahrscheinlich auch tun!“, fügte sie empört hinzu.

„Was hat Lucas getan?“, fragte Georg an den Schuldirektor gewandt. Sichtlich bemühte er sich um Ruhe.
„Ihr Sohn hat gestohlen! Einer Mitschülerin hat er eine Gelbörse weg genommen! Anscheinend hat er gar keine Erziehung bei seiner allein erziehenden Mutter genossen! Aber die war auch schon eine Diebin! Deshalb habe ich sie auch entlassen müssen!“, sagte Friedrich Engelmann und schüttelte bedauernd den Kopf.
„Das habe ich von Anfang an gesagt, Georg! Der Bengel taugt nichts! Genau so wenig wie seine Mutter!“, giftete Hedwig und stieß Lucas grob an. „Wir sprechen uns noch!“

„Ich bin sehr enttäuscht von dir, Lucas!“, ließ sich nun Georg vernehmen.
„So was hätte ich nicht von dir gedacht! Ich habe dir doch erst gerade 50 Euro, eigentlich sogar 100 Euro geschenkt! Warum bestiehlst du deine Mitschüler?“
„Ich habe nichts gestohlen! Das hat mir jemand untergejubelt! Solche Scherze erlauben sich meine Klassenkameraden häufiger mit mir!“, verteidigte sich Lucas obwohl er wusste dass es zwecklos war.
„Steh zu dem was du gemacht hast! Das habe ich deinem Bruder Jonas schon immer gesagt!“, forderte Georg seinen Sohn auf. „Gib es wenigstens zu!“

„Aber ich habe nichts zuzugeben!“, sagte Lucas wütend und deutete auf den Schuldirektor. 
„Wenn ihr einen Verbrecher sucht dann nehmt euch den da vor! Er und seinen Statuen die zum Leben erwachen haben schon....“,
Lucas verstummte. Er hatte nicht von den Statuen nicht vor Hedwig und Georg sprechen wollen. Und sie reagierten genau so wie er es vermutet hatte.

„Was erzählst du da für einen Unsinn?“, fragte Georg wütend. „Fang doch jetzt nicht mit irgend welchen Geistergeschichten an! Hier geht es um Diebstahl!“
„Hast du das von Jonas? Das mit den Statuen die zum Leben erwachen?“, schnappte Hedwig aufgebracht und schlug ihrem Stiefsohn ins Gesicht. Direktor Engelmann sah es zufrieden und Georg erschrocken mit an.
„Hedwig, bitte!“, bat Georg seine Frau jedoch diese wandte sich an den Direktor. 
„Sie müssen wissen unser ältester Sohn Jonas hat einmal behauptet er würde ein Schwert besitzen und hätte bereits in einem früheren Leben gegen Vampire gekämpft! Und jetzt macht er das auch noch! Das hat er seiner damaligen Freundin erzählt!“
„Vampire? Waren es nicht vielleicht Statuen?“, erkundigte sich der Direktor freundlich. Jedoch Lucas sah dass seine Augen gefährlich blitzten. Was hatte das alles zu bedeuten?

„Ja, es waren Statuen in die ein Dämon gefahren ist! Das hat er damals behauptet! Wissen Sie, mit ihm hatten wir auch immer nur Ärger in seiner Schulzeit! Wahrscheinlich liegt es an den Genen! Das müssen die beiden von Georg haben! In meiner Familie waren sie alle normal!“, plauderte Hedwig bereitwillig und Lucas wurde blass.

Jonas kämpfte gegen Statuen? War er etwa dieser Auserwählte von dem in den Unterlagen die Jessicas Großvater zusammen getragen hatte berichtet wurde? Und das erzählte Hedwig ausgerechnet dem Direktor?

„Hat ihr Sohn ein sternförmiges Muttermal an seiner Schulter?“, erkundigte sich Herr Engelmann mit einem seltsamen Unterton in seiner Stimme.
Hedwig nickte. „Ja, das sieht schrecklich aus! Ich wollte es ja entfernen lassen als er klein war. Aber mein Mann und später unser Arzt waren dagegen!“

„Jetzt sei aber endlich mal ruhig, Hedwig!“, wies Georg seine Frau zurecht und wandte sich an den Direktor. 
„Woher wissen Sie vom Muttermal unseres ältesten Sohnes? Was geht Sie das überhaupt an? Hier geht es einzig und allein um Lucas!“

„Ich habe einmal von einem Schüler mit einem solchen Muttermal gehört! Ein notorischer Unruhestifter!“, gab der Direktor die Antwort von der Lucas überzeugt war dass er log. Sein Vater leider nicht.

„Wir sprechen  mit Lucas und klären das! Natürlich wird er nie wieder etwas stehlen!“, sagte Georg und schob seinen Sohn und eine Frau aus dem Raum.
„Das wird er wirklich nicht mehr!“, sagte Direktor Engelmann und seine Lippen formten die Worte : „Noch heute Nacht!“

Lucas wusste was das bedeutete. Noch in dieser Nacht würden die Statuen wieder vor dem Haus auftauchen und dieses Mal würden sie sich nicht damit begnügen ihn nur fast umzubringen.....



Schweigend fuhren die Schneiders und Lucas nach Hause. Mehrmals versuchte er mit ihnen ins Gespräch zu kommen jedoch sie schwiegen weiterhin beharrlich.

Erst als sie das Haus betraten zischte Hedwig ihm zu: „So wie heute hat mein Mann noch nie mit mir gesprochen! Das ist ganz allein deine Schuld! Ich wünschte du würdest endlich hier verschwinden!“
„Ich habe nichts gemacht,“ gab Lucas zur Antwort jedoch Hedwig sah ihn nur voller Verachtung an. „Du bist das Allerletzte! Hoffentlich haben wir mit dir bald nichts mehr zu tun!“

Georg verzog sich in seinen Hobbykeller. Er hatte sich auf einen freien Tag gefreut und nun musste er sich mit so etwas auseinander setzen! Seine Frau sah ihm wütend hinter her. 
„Du bist schuld dass er überhaupt hier ist! Kümmere du dich darum!“, rief sie jedoch Georg beachtete sie nicht und schloss die Kellertür hinter sich.

„Ich muss hier weg,“ dachte Lucas. Bei seinem Vater und dessen Frau würde er keine Hilfe finden. Er drehte sich um und lief aus dem Haus.

„Bleib gefälligst hier!“, schrie Hedwig ihm hinterher verstummte aber als eine Nachbarin mit ihrem Hund vorbei ging. Diese wurde freundlich gegrüßt.

Lucas wusste nicht wohin er gehen sollte. Zu Sabrina oder einem seiner anderen wenigen Freunde? 

Sie alle lebten in der Stadt und sicherlich würden die Statuen ihn dort finden. Leider hatte er nicht so wie Christian einen Freund im Ausland. 
Lediglich sein Halbbruder Jonas kam in Frage. Der lebte zumindestens viele Kilometer entfernt in Köln.
War das weit genug? Würde er dort sicher sein? Lucas dachte an die 50 Euro in seiner Tasche und machte sich auf den Weg zum Bahnhof. Zumindestens für eine Fahrkarte würde es reichen.

„Und falls Jonas wirklich dieser Auserwählte ist dann sollte er wissen dass der Direktor von ihm weiß! Und alles nur weil ich mich verplappern musste! Aber warum musste diese dumme Kuh denn auch direkt alles diesem Kerl erzählen?“, dachte Lucas und ging auf Umwegen zum Bahnhof.

Er wollte nicht dass jemand wusste wohin er ging.

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