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Kapitel 92

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Bei Einbruch der Dämmerung näherte sich Jonas mit seinem Wagen langsam der Tulpenstraße. Der Ort hatte wie ausgestorben da gelegen nachdem die Sonne untergegangen war. Fürchteten sich die Menschen, zu Recht, davor ihre Häuser bei Nacht zu verlassen? Jonas konnte es ihnen nicht verdenken.

Er parkte den Wagen so weit weg von Herrn Engelmanns Haus wie möglich

„Dann muss ich im Ernstfall zwar weiter laufen aber bevor er mich jetzt sieht....“, dachte Jonas und griff nach seinem Dolch und seinem Schwert. Er schaltete sein Handy aus. Jessica hatte noch ein paar Mal versucht ihn zu erreichen, auch Lucas und sein Vater. 

Ingo hatte es ebenfalls probiert. „Tut mir leid, ich rufe euch alle zurück sobald das hier erledigt ist,“ dachte Jonas schuldbewusst als er Jessicas letzte SMS durch las. „Wo steckst du? Auf Dämonenjagd? Du kannst mich langsam mal....“
„Sie hat ja recht, ich wäre auch stinksauer. Aber wenn sie jetzt hier wäre könnte ich keinen klaren Gedanken fassen. Selbst wenn sie im Auto bleibt. Ich muss mich aber konzentrieren....,“ dachte Jonas und nahm seiner Freundin ihre nicht allzu freundliche SMS nicht einmal übel.

„Jetzt bin ich doch durch Jessica abgelenkt, wenn auch anders als wenn sie hier wäre,“ dachte Jonas traurig. 
Sicherlich würde es Streit geben. Würde sie sich trennen? Aber nun wollte und durfte Jonas nicht darüber nachdenken auch wenn es ihm sehr schwer fiel.

So leise wie möglich näherte Jonas sich dem Haus von Friedrich Engelmann und hörte Stimmen aus dem Garten. Der Direktor befand sich also auch dort. 
„So ein verfluchter Mist! Es wäre einfacher wenn er nicht da wäre. Vielleicht sollte ich noch warten? Bis er ins Haus zurück kehrt?“

Jonas schlich sich zur kleinen Tür in der Mauer und drückte sich dort gegen die Steine. Er hörte dem Gespräch zu und kam schließlich zu dem Schluss dass er nicht mehr länger warten durfte.....

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Direktor Engelmann packte Gerrits Haar und versuchte ihn so ein wenig in die Höhe zu ziehen.
„Los, steh auf du miese kleine Ratte! Du hast mir in den letzten Tagen genug Ärger gemacht. Was ist wenn wieder jemand hier in den Garten schaut und siehst wie du da liegst? Da schöpft am Ende noch jemand Verdacht. Auch wenn es nicht mehr so tragisch ist. Wir ziehen nämlich bald weiter. Es heißt wir wären im Fernsehen zu sehen gewesen. Eine klatschsüchtige Nachbarin sprach mich heute Morgen darauf an!“

Gerrit stöhnte, richtete sich aber mühsam auf. Das war immer noch besser als an den Haaren herum gezerrt zu werden.

„Schon besser!“, stellte der ehemalige Richter fest. „Endlich weißt du was sich gehört. Aber jetzt wirst du erst einmal für deine Frechheiten bezahlen. Meine Rippen taten sehr weh, weißt du. Aber das ist noch nichts gegen die Schmerzen die du gleich an deinen haben wirst. Schade dass ich dich nicht töten kann....“

„Das kannst du wirklich nicht, du verrückter alter Psychopath,“ antwortete Gerrit. 

Dieses Wort hatte er im Zusammenhang mit einem Verrückten während seiner kurzen Zeit in Freiheit auf geschnappt.....

„Wie nennst du mich? Du wagst es?“, schrie Friedrich Engelmann. 

Er schlug Gerrit seine Faust ins Gesicht und traf dessen Wange. Gerrit sackte erneut in sich zusammen.
„Ich bin noch viel zu freundlich zu dir gewesen....aber jetzt werden meine beiden Henker dir noch ein paar Manieren beibringen! Los, bestraft ihn!“, sagte Engelmann zu den beiden Henkern die bislang teilnahmslos zu gesehen hatten.

Gerrit zuckte zusammen als der Henker mit dem Schwert ihn grob packte und nach seiner Hand griff.
„Braucht er unbedingt seine Finger?“, fragte der Dämon mit unheimlicher, dunkler Stimme.
„Nein, eigentlich nicht. Ein Verurteilter dem schon ein paar Gliedmaßen fehlen wirkt sehr glaubwürdig! Er darf nur hinterher seine Hände nicht aus den Ketten heraus ziehen dürfen. Also fang an!“, antwortete der ehemaliger Richter und sah den entsetzten Gerrit spöttisch an. „Das wird dir endgültig eine Lehre sein und ich hätte es schon vor Jahrhunderten tun sollen. Und warum brauchst du deine Augen?“

Gerrit zuckte zusammen als der Henker mit dem Schwert ausholte und dieses auf seine Finger, die der Dämon mit der anderen Hand fest umklammert hielt, nieder sausen lassen wollte. Jedoch in diesem Augenblick geschah vieles auf einmal.

Ein lauter Knall ertönte und Gerrit spürte einen schrecklichen Schmerz an seinem linken Oberarm.

Der Dämon ließ ihn los und er sackte zusammen. Er sah noch dass Blut aus einer Wunde an seinem Arm auf den Block vor ihm tropfte....

Zur gleiche Zeit wurde die Tür am anderen Ende des Gartens aufgerissen und Gerrit sah jemanden mit einem Schwert in den Garten treten. Jonas? War das möglich?

„Das darf doch nicht wahr sein!“, brüllte Direktor Engelmann und sah sich um. „Einer schießt auf mich! Auf Gerrit! War das Jonas? Aber wie...egal, tötet ihn!“

Letzteres war an die dämonischen Henker gerichtet. Dieses sprangen von ihrem Sockel und rannten auf Jonas zu.

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Hinter der Hecke sah Sebastian wütend und entsetzt zugleich dass sein Plan den Direktor endgültig auszuschalten nicht gelungen war. 
Zwar hatte er Gerrit verletzt jedoch er lebte noch. Genau so wie der Direktor. Flüchtig dachte Sebastian daran auf ihn zu schießen jedoch würde nicht eine Leiche zurück bleiben? Und wie verhielt es sich überhaupt mit Gerrit? Würde er zu Stein werden und zerfallen so wie die Dämonen die er bislang hatte sterben sehen?

„Ich weiß es nicht! Aber den Direktor kann ich nicht töten! Das wäre doch wirklich Mord. Während Gerrit....“, dachte Sebastian erschrocken als die Henker vom Sockel sprangen.

Jedoch sie liefen nicht auf ihn zu sondern auf eine Gestalt mit einem Schwert die durch einen anderen Eingang den Garten betreten hatte. Jonas?
Engelmann lief derweil eilig in Richtung Haus. Wollte er sich in Sicherheit bringen?

„Ich werde abwarten ehe ich noch einmal schieße,“ dachte Sebastian während einer der Henker sich auf Jonas stürzte.

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Jonas hatte die Tür aufgerissen als der Richter Gerrit mit schrecklichen Verstümmelungen drohte.

Eigentlich war es der falsche Zeitpunkt um einzugreifen jedoch wenn er es jetzt nicht tat dann würden dem Ärmsten am Ende tatsächlich ein paar Finger fehlen....

Jonas stürzte in den Garten und sah Richter Engelmann und den Dämonen entgegen. Zumindestens schien sein Plan auf zu gehen. 
Beide Henker liefen auf ihn zu. Jonas machte kehrt und stellte sich auf die andere Seite der Gartentür die sich inmitten der Steinmauer befand.
„Was war das für ein Schuss,“ dachte er fassungslos. „Wer schießt dort auf die Dämonen? Auf Gerrit? Will jemand auf diese Weise den Richter ausschalten? Aber wer?“

Jedoch Jonas blieb nicht mehr allzu viel Zeit um nachzudenken. Statt dessen wich er der Axt aus die einer der beiden Dämonen nach ihm schleuderte. 
Jonas schlug mit seinem Schwert nach dem Arm des Dämons der seine gefährlichste Waffe damit verloren hatte. Trotzdem konnte er auch mit seinen Armen noch genügend Unheil anrichten.

Der Henker schrie auf als Jonas seinen Arm traf. „Los, greif ihn von hinten!“, brüllte der Dämon seinem Artgenossen zu und das was Jonas befürchtet hatte geschah. 

Der andere Dämon machte kehrt und wollte den Garten umrunden um ihn von hinten anzugreifen. 

„Genau das wollte ich nicht,“ dachte Jonas und sprang nun seinerseits auf den dämonischen Henker und riss den so Überraschten zu Boden. 
Seinen Dolch, den Jonas in seinen Gürtel gesteckt hatte, warf er nach dem davon eilenden Artgenossen des zu Boden gegangenen Dämons.

Er traf ihn in den Rücken und mit einem Schrei brach das Geschöpf zusammen. 

„Jetzt muss ich mich beeilen bevor er sich wieder erholt,“ dachte Jonas und rollte sich zur Seite als der Dämon unter ihm sich erhob und nach ihm schlagen wollte.
„Ich töte dich!“, brüllte der Dämon ihn schmerzerfüllt an. Jedoch Jonas stieß ihm fast sein Schwert in den Unterleib, leider konnte der Dämon noch einmal ausweichen während der andere Dämon sich langsam wieder erhob.

Er tastete an seinem Rücken herum und bekam schließlich den Dolch zu fassen und riss ihn mit einem Ruck heraus. Jedoch dieses bereitete ihm weitere Schmerzen und er sackte noch einmal in sich zusammen während die Waffe neben ihm zu Boden fiel.

Jonas wich unterdessen einem Faustschlag des Dämons aus und sein Schwert bohrte sich in die Brust des Dämons. 
Dieser ging schreiend in die Knie und Jonas zog die Waffe aus der Brust. Dann holte er aus und schlug zu. Der Kopf des Dämons fiel zu Boden und verwandelte sich in Stein.

Jedoch eine allzu lange Ruhepause wurde Jonas nicht vergönnt. Denn der andere Dämon schien sich mittlerweile ein wenig von seiner Verletzung erholt zu haben und stürmte auf Jonas zu. Dieser sah sich nach allen Seiten nach einem günstigeren Platz für einen Kampf um während überall um ihn herum blau-weiße Lichter nach oben stiegen....

„Wenigstens die sind frei. Sind vielleicht Schulkameraden von Lucas dabei,“ dachte Jonas flüchtig und trat nach dem Dämon der sich auf ihn stürzte.
Er trat das dämonische Wesen gegen das Knie und es schrie kurz auf. Dann hob es sein Schwert und ließ dieses auf Jonas niedersausen.

„Los, töte ihn endlich!“, brüllte in diesem Augenblick Friedrich Engelmann von seiner Terrasse aus. Anscheinend hatte er sich wieder heraus gewagt um dem Kampf zu zu sehen.

Jedoch den Gefallen sich töten zu lassen wollte Jonas dem ehemaligen Richter ganz bestimmt nicht tun. Statt dessen wehrte er mit seinem Schwert einen Schlag des Henkers ab.

Dieser war ein guter Schwertkämpfer wie Jonas zu seinem Unbehagen feststellen musste. Einfach würde er es ihm ganz sicher nicht machen. Die blau-weißen Lichter waren unterdessen verschwunden und er sah ein zerbrochenes Bein der anderen Henkersstatue auf dem Rasen liegen. 

Er versetzte dem Dämonen einen harten Schlag mit seinem Schwert gegen den Oberarm und er geriet ins Taumeln.
Der Dämon stolperte über das Bein seines gefallenen Artgenossen und ging zu Boden. Während dessen sah Jonas aus den Augenwinkeln eine Gestalt an sich vorbei eilen, auf Gerrit zu. War dies der Direktor?

Jedoch dieser schrie von der Terrasse aus erschrocken auf. „Nein, nicht!“

Jonas trat unterdessen nach dem Dämon der noch immer am Boden lag und holte mit dem Schwert aus um ihn zu enthaupten.
Jedoch das Wesen rollte sich zur Seite und machte Anstalten wieder auf die Füße zu kommen als Jonas ihm sein Schwert aus der Hand schlug. 
Der Dämon schrie auf als Jonas erneut ausholte und ihn tatsächlich, begleitet von einem Schreckensschrei des Direktors, enthauptete.

Der Kopf der dämonischen Statue fiel zu Boden und Jonas sah erleichtert auf den toten Dämon während der Direktor, der sich ein Küchenmesser gegriffen hatte, auf Jonas los stürmte. 
Jedoch er hielt inne als eine Stimme erklang.

„Das würde ich mir an ihrer Stelle noch mal gut überlegen, Herr Engelmann!“

Der Direktor stieß ein ängstliches Wimmern aus als er sich zu Gerrit umdrehte. Auch Jonas sah in diese Richtung. 
„Sebastian?“, murmelte Jonas verwundert und erschrocken zugleich. War er es gewesen der geschossen hatte?
Jetzt allerdings hielt er seinen Dolch in der Hand und presste ihn an Gerrits Hals den er fest umklammert hielt.
Allzu viel Gegenwert leistete Gerrit, der einen benommenen Eindruck machte, nicht.

„Das darfst du nicht tun, bitte nicht!“, jammerte Direktor Engelmann verzweifelt. „Wenn du ihn tötest dann sterbe ich auch! Bitte nicht. Ihr habt doch erreicht was ihr wolltet. Meine Statuen sind tot. Bitte lasst mir Gerrit und ich gehe mit ihm von hier fort. Aber ich will nicht sterben oder meine Unsterblichkeit verlieren...“

„Das hätten Sie sich früher überlegen müssen!“, fauchte Sebastian ihn an und machte Anstalten mit seinem Dolch zu zu stechen. Jedoch Jonas war schneller. Er lief auf Sebastian zu, packte seinen Arm und zog ihn von Gerrit fort. „Spinnst du? Du kannst doch Gerrit nicht umbringen....“

„Aber der da wird nicht aufgeben! Vielleicht schafft er sich ja irgendwann neue Dämonen!“, widersprach Sebastian heftig und warf einen bösen Blick auf den Direktor. 

Jonas drehte sich zu Gerrit um und holte mit dem Schwert aus. Gerrit stürzte zu Boden als er von seinen Ketten befreit wurde. 

Direktor Engelmann hingegen fasste sich an seinen Magen und brach zusammen.
„Mein Bauch,“ wimmerte er verzweifelt. Jonas beugte sich zu Gerrit herunter. „Geht es?“, fragte er behutsam und zog den anderen auf die Füße....

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