Kapitel 193

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Ein paar Tage später saß Lucas in seiner Schulklasse neben Andy und versuchte sich auf den Englischunterricht zu konzentrieren.

Doch es gelang ihm nicht so recht. Er dachte an Stefan. Dieser befand sich auf der Flucht vor der Polizei. Allzu viel Mitgefühl konnte Lucas ihm beim besten, nicht vorhandenen, Willen, nicht entgegen bringen.

Zu deutlich stand ihm die letzte Begegnung mit ihm und vor allem mit Hedwig noch vor Augen.

„Lucas Frinken! Ich rede mir dir! Kannst du bitte den Text aus dem Buch vorlesen? Das solltet ihr für die nächste Arbeit wissen!“, forderte Frau Rost, die neue Englischlehrerin, ihn auf.

Die Schüler der 10. Klasse stöhnten. „Muss das sein, das mit der Englischarbeit? Ist doch so schönes Wetter draußen, und das, obwohl wir schon Oktober haben! Es ist noch so schön warm, da sollte man nicht drinnen sitzen und lernen!“, stellte Nadja fest und die Klassenkameraden schienen ihre Meinung zu teilen.

„Es tut mir leid, aber der Lehrplan nimmt keine Rücksicht auf das Wetter,“ wehrte Frau Rost die Bitte ihrer Schüler ab. „Lernen muss sein! Das ist wichtig und ihr werdet es im Leben noch mal brauchen!“

„Aber...wozu denn?“, schniefte Meike mit einem Mal und Sabrina legte einen Arm um sie.

„Was hat sie denn?“, fragte Lucas leise an Andy gewandt, aber dieser schüttelte den Kopf. „Weiß ich auch nicht. Vielleicht war der Chemietest ja schlecht. Du hast doch auch nur eine Vier!“

„Na und, bilde dir auf deine Drei mal nicht zu viel ein,“ grinste Lucas seinen Banknachbarn an.

Zum Glück endete die Stunde in diesem Moment. Die Schulklingel erlöste Lucas von der Verlegenheit, zuzugeben, dass er nicht wusste, welche Stelle im Buch er eigentlich vorlesen sollte.

Doch Frau Rost kannte kein Erbarmen. „Bleibt alle mal sitzen! Zuerst die Hausaufgaben! Schreibt sie euch besser auf! Ihr werdet die Vokabeln von Seite 20 bis 22 lernen, darüber schreiben wir nächste Woche einen Test. Und dann löst ihr bitte im Englischbuch die Aufgaben 2 bis 9.“

Lucas unterdrückte ein Stöhnen. „Damit bin ich bestimmt bis heute Abend beschäftigt!“

Andy konnte dem nur zustimmen. „Ja, widerlich so was! In Mathe hat die Igel uns auch schon so viel aufgegeben. Und für Geschichte müssen wir auch noch lernen! Danach fällt man doch nur noch ins Bett und gar keine Lust mehr auf irgend etwas. Dafür sollte man eigentlich am Wochenende mal wieder ausgehen! Noch mal erwischt uns dein Bruder nicht, was meinst du, Lucas?“

„Ich weiß nicht. Besser nicht. Das hat so viel Ärger beim letzten Mal gegeben. Lass uns wenigstens bis nach meinem Geburtstag, am zwanzigsten, warten. Dann bin ich wenigstens sechzehn und das klingt nicht mehr so peinlich, wenn uns die Polizei erwischt oder so.“

„Ich glaube, mit Sechzehn darf man länger raus gehen, leider noch nicht so lange wie die angeblich Erwachsenen,“ stellte Andy fest und fügte hinzu: „Dann lass uns aber wenigstens ins Kino gehen. Und wir müssen auch noch raus kriegen, warum Meike heult!“

Doch Meike und Sabrina hatten sich in die Mädchentoilette verzogen und so erfuhren Andy und Lucas durch Jennifer und ihre Freundinnen den Grund für Meikes Tränen.

Grinsend kamen sie auf Andy und Lucas zu, als diese auf dem Schulhof standen. „Schon gehört? Benni hat sich von Meike getrennt! Der hat eine Neue! Freu dich, Lucas. Vielleicht kriecht sie jetzt zu dir zurück! Obwohl, wenn ich dich so ansehe....“

Jennifer, knapp bekleidet wie immer, dieses Mal trug sie einen Minirock und ein bauchfreies Oberteil mit halblangen Ärmeln, kicherte glücklich.„Der Benni war auch viel zu süß für die.“

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