Kapitel 132

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Georg und Lucas saßen an diesem Abend auf dem Schulhof, gemeinsam mit mehreren anderen Eltern und fast sämtlichen Schulkameraden von Lucas. Es war die spontane Idee der Klassenlehrerin Frau Igel gewesen an diesem Freitagabend einen Grillabend mit den Schülern und ihren Eltern zu veranstalten und fast alle hatten sie Zeit dazu gefunden. Frau Igel hatte Schüsseln mit Kartoffel- und Nudelsalat beigesteuert während die Klassenkasse für Grillwürste und Koteletts geplündert worden war.

Meike hatte neben ihrer Mutter auch ihren neuen Freund Benni mitgebracht und saß Händchen haltend mit diesem ein wenig abseits von den anderen.

Lucas beobachtete sie mit einem traurigen Blick während Andy ihn mit der Beschreibung von Jessicas Mitbwohnerinnen in München abzulenken versuchte.

„Die beiden sind wirklich hübsch. Und die Wohnung ist riesengroß....und du hörst mir überhaupt nicht zu,“ sagte Andy und Lucas drehte sich zu ihm um. „Entschuldigung. Aber ich sehe mir gerade Meike und ihren Hund, ähm neuen Freund an. Er ist ein Kotzbrocken. Guck nur mal diese Goldkettchen. Er sieht aus wie ein Zuhälter!“

„Stimmt, und dann diese lächerlichen Markenklamotten. Vorhin hat Lutger ihn aus Versehen mit einer Wurst angerempelt. An der war ein bisschen Senf. Und guck dir mal sein hübsches weißes Hemd an. Das ist jetzt ein bisschen grün. Der hat sich vielleicht angestellt, ich dachte schon er fängt an zu weinen. Meike hat dann einen nassen Lappen geholt und ihm geholfen die Klamotten ein wenig zu säubern.“, lästerte Andy und Lucas sah ihn dankbar an. „Danke dass du mir beim Benni-Hassen hilfst!“

„Lucas, soll ich dir noch eine Bratwurst mitbringen?“, erkundigte sich Georg und Lucas nickte seinem Vater dankbar zu.

„Früher, als er noch mit der blöden Hedwig zusammen war, wäre er bestimmt nicht zum Grillen mitgekommen....“

Aber obwohl sich sein Verhältnis zu seinem Vater gebessert hatte konnte Lucas die ersten fünfzehn Jahre seines Lebens in denen dieser sich überhaupt nicht um ihn gekümmert hatte nicht vergessen und Georg wusste es. Und noch immer war da die unterschwellige Angst dass Georg trotz allem eines Tages zu Hedwig zurück kehren könnte.

Frau Igel setzte sich neben Georg. „Also Herr Schneider, ich freue mich dass Sie auch kommen konnten! Früher haben Sie für solche Veranstaltungen leider nicht die Zeit finden können, ich meine zu Schulzeiten ihres älteren Sohnes Jochen, oder war es Jonas?“

„Jonas heißt mein anderer Sohn! Aber ich kenne das auch. Immerhin ist es schon bald fünf Jahre her seitdem er hier zur Schule ging. Da kann man sich nicht an alle Namen erinnern. Aber wurden früher denn solche Dinge wie Grillabende mit Eltern und Schülern veranstaltet? Ich kann mich nicht erinnern einmal eingeladen gewesen zu ein...“, antwortete Georg und sah die Lehrerin erstaunt an.

Frau Igel nickte. „Doch, von Zeit zu Zeit wurde so etwas durchaus veranstaltet. Oder in den unteren Klassen trafen und treffen wir uns mit den Eltern Nachmittags schon einmal zum gemütlichen Adventskaffee! Aber vielleicht hat Jonas nichts davon erwähnt! Immerhin hat er selbst auch nie teilgenommen. Das ist mir in Erinnerung geblieben. Ich glaube er hat sich in seiner Klasse nicht immer so wohl gefühlt....“

„Ja, das ist durchaus möglich,“ erwiderte Georg nachdenklich. „Ich glaube auch meine Noch-Ehefrau Hedwig und ich haben nie wirklich nachgefragt. Und unserem Sohn haben wir häufig Unrecht getan, er hatte in der Tat Schwierigkeiten mit Schulkameraden aber wir haben es nicht so ernst genommen. Darum mache ich mir heute auch Vorwürfe. Zum Glück geht es Lucas da ein wenig besser. Er hat seinen Freund Andy, diese Sabrina und bis auf einige wenige Schüler, ich meine damit diesen Mirko der vorhin fast einen Herzinfarkt bekam als ich ihn ansprach, macht ihm auch keiner das Leben unnötig schwer. Aber Jonas hatte niemanden....“

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