Kapitel 30

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Am nächsten Morgen stand Sabrina hinter einem Busch, der direkt neben dem Schuleingang gepflanzt worden war und zoomte das Bild der Statue in ihrer Kamera nahe an sich heran. 

„Das Ding funktioniert sagenhaft, man kann alles erkennen! Ganz genau ist da zu sehen, wo die Füße der einzelnen Figuren liegen, und man sieht sogar, dass sich der Junge ein Knie aufgeschlagen hat! War das neulich auch schon? Egal, wenn es in den nächsten Tagen verheilt, dann sehe ich ja, ob mein Verdacht stimmt oder nicht!“, dachte Sabrina und drückte zweimal auf den Abzug.

„Und aus der Entfernung genau von hier aus fotografiere ich das jetzt jeden dritten Tag!“, dachte sie und steckte ihre Kamera ein. 

„Was machst du denn da?“,erkundigte sich auf einmal eine Stimme direkt neben ihr und Sabrina zuckte zusammen.

Vor ihr stand Julia Becker, die Mitarbeiterin aus dem Sekretariat. 

„Bitte verraten Sie mich nicht weiter,“ bat Sabrina. „Der Direktor mag es bestimmt nicht, wenn man seine Statuen fotografiert, und ich interessiere mich nun einmal sehr für Kunst! Ich will irgendwann das Abitur machen und Kunst studieren,“, fügte sie hinzu und hoffte, dass sie möglichst überzeugend klang.

„Das sind ja sehr schöne Zukunftspläne, und keine Sorge, ich sage niemandem etwas davon, dass du hier einfach unschuldige, wunderschöne Statuen fotografierst,“ antwortete Julia ironisch und grinste Sabrina verschwörerisch an.

„Danke,“ sagte Sabrina erleichtert  und betrat kurz darauf ihren Klassenraum. 

Ihr Blick fiel auf die Freundinnen der toten Franziska. Sie sahen sehr blass aus und saßen zusammen. 

Fast hätten sie Sabrina leid getan, jedoch als sie an ihnen vorbei ging erhob sich Nadja und stieß sie hart an. 

„Dich dumme Kuh hätte es anstelle von Franziska erwischen sollen! Dich hätte auch niemand vermisst!“, zischte sie Sabrina an und diese beeilte sich, an ihren Platz zu gelangen.

„Mach dir nichts draus, du weißt doch, was für eine blöde Ziege das ist,“ versuchte ihre Freundin Meike sie aufzumuntern.

„Genau, hast du mal gesehen, was die wieder an hat? Also wenn die damit Jungs aufreißen will, bei mir funktioniert das nicht,“ lästerte Andy, der an Sabrinas anderer Seite saß.

„Dich will die auch ganz bestimmt nicht angraben! Wahrscheinlich hofft sie, dass sie so beim Becker in Geschichte eine bessere Note bekommt, aber der mag es gar nicht, wenn Schülerinnen so herum laufen!“, antwortete Meike und lachte.

„Also wenn die morgen keine Lungenentzündung hat, dann weiß ich es auch nicht mehr!“

In der Tat war Nadja mehr als spärlich an diesem kalten Wintermorgen bekleidet.

Sie trug eine kurze Jeans-Hose, die ihr gerade bis über den Hintern reichte und darunter eine schwarze Strumpfhose. 

Das einzig Winterliche an ihrem Outfit waren dicke gefütterte Stiefel die bis kurz unter die Knie reichten.

Dazu trug sie ein bauchfreies, ärmelloses silbernes Oberteil auf dem das Wort „IBIZA“ in pinkfarbener Schrift eingestickt worden war. 

„Auf Ibiza bei 30 Grad hat sie es wahrscheinlich auch gekauft,“ dachte Sabrina spöttisch.

Zusätzlich zu ihrer knappen Kleidung hatte Nadja sich stark geschminkt und die Haare hoch gesteckt.

An ihren Ohren prangten lange silberne Ohrringe, die bis zu den Schultern reichten.

Auch ihre beiden Freundinnen trugen knappe bauchfreie Oberteile zu ihren engen Jeanshosen, wobei Jennifer ein wenig zugenommen hatte.

„Wer ist denn jetzt die Dicke?“, dachte Sabrina spöttisch als sie sah, dass sich Fleischrollen über die Hose wölbten.

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